Das Lehrerkollegium der DUS

Auf der Grundlage verifizierbarer, historischer Dokumente soll hier versucht werden einen möglichst umfassenden Überblick über das Lehrerkollegium und sein Wirken an der Deutschen Uhrmacherschule von 1878 - dem Gründungsjahr - bis 1954 zu geben.

Übersichtstabelle
Wer, zu welcher Zeit, was an der Uhrmacheschule gelehrt hat soll hier in tabellarischer Form dargestellt werden.
Lehrer an der DUS.xls
Microsoft Excel Tabelle [26.0 KB]
Download
Georg Heinrich Lindemann (2. Mai 1821* - 29.März 1885†)

Als 1. Lehrer und Direktor der Schule wurde der ausgewiesene Fachmann Georg Heinrich Lindemann aus Neuchâtell verplichtet.

Als  2. Lehrer für den praktischen Unterricht wurde Herr Carl Mauksch, 

(1847* - 21. April 1927) vorerst noch einem mit befristeten Zeitvertrag, verpflichtet.

Die Unterrichtszeit begann im Sommer um 6 Uhr 30, im Winter um 7 Uhr 30 und wurde nach einer Mittagspause von 13 Uhr 30 bis 19 Uhr forgesetzt. Insgesamt wurden 54 Wochenstunden unterrichtet.

Georg Heinrich Lindemann stirbt am  29. März 1885 . Damit verliert die Schule ihren 1. Direktor und Lehrer.

Deutsche Uhrmacher-Zeitung am 1. April 1885 Nr.7

Carl Mauksch schied bereits 1881 aus dem Schuldienst aus und widmete sich wieder seiner frühere Tätigkeit, der Fabrikation und Reparatur komplizierter Uhren.

Gustav Hesse um 1905

Gustav Hesse

Nach dem Ausscheiden von Carl Mauksch wurde, der aus Zwickau stammende Gustav Hesse der erste Praktische Lehrer der Deutschen Uhrmacher- schule und Gleichzeitig ihr stellvertretender Direktor. Er hatte bereits 12 Jahre in der Firma von Moritz Großmann gearbeitet und war Mitglied im Aufsichtrat der Schule. Im Jahr 1905 wurde er zum Oberlehrer ernannt. Als er 1915 in den Ruhestand trat konnte er auf ein 34 jährige, erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken.

Jubiläum
1906 konnte Oberlehrer Gustav Hesse auf eine 25-jährige erfolgreiche Tätigkeit als Lehrer an der Deutschen Uhrmacher-schule zurückblicken. Die Deutsche Uhrmacher-Zeitung widmete dem Jubilar am 1. März 1906 einen Beitrag
Gustav Hesse 25 Jahre DUS4.pdf
Adobe Acrobat Dokument [705.7 KB]
Download

Julius Bergter

1881 wurde auch deraus Zeitz stammende Julius Bergter als praktischer Lehrer eingestellt. Er schied aber bereits nach einem Jahr wieder aus, weil ihm der Lehrerberuf nicht ausfüllte. Er sollte aber in späteren Jahren als Aufsichtratsmitglied der Schule noch gute Dienste leisten.

Er ging bei der Firma Dürrstein in Anstellung und wurde 1893 der langjährige Direktor der Dürrsteinchen  Uhrenfabrik UNION Glashütter.

Gustav Lindig 1865* - 07. Mai 1930

Nach dem Ausscheiden von Julius Bergter wurde Gustaf Lindig von 1882 bis 1911 praktischer Lehrer an der DUS

1930 - "Gustav Lindig †, Glashütte. Am Abend des 7. Mai verschied nach kurzer Krankheit der hochgeschätzte, im 75. Lebensjahre stehende Uhrmacherschullehrer i. R. Herr Gustav Lindig. Der Heimgegangene hat fast 30 Jahre — von 1882 bis 1911 — an der Deutschen Uhrmacherschule als praktischer Lehrer gewirkt und nur eine eingetretende Erkrankung zwang den bei seinen Lehrerkollegen wie bei seinen vielen Schülern infolge seiner vielseitigen Kenntnisse und der kerndeutschen Art geschätzten Mann, sein Amt niederzulegen. Auch im öffentlichen Leben wirkte Gustav Lindig tatkräftig und stets hilfsbereit; so stand er mehrere Jahre an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr und war auch Bezirksvorsitzender der Militärvereine. Dem Touristenklub gehörte er viele Jahre als Altersvorsitzender an. Der Stadt leistete er auch insofern wertvolle Dienste, als er u. a. die Fragmente zu einer Glashütter Chronik durch mehrwöchige Arbeit im Staatsarchiv zu Dresden schuf. Unvergessen wird sein Andenken in unserem Fache fortleben und besonders die Glashütter und seine ehemaligen Schüler werden bei der Trauerkunde seiner ehrend gedenken."

Ludwig Strasser wird 1885 neuer Direktor der Deutschen Uhrmacherschule

Der Bedeutendste Lehrer, war der 1853 in Würzburg geborene Prof. Ludwig Strasser. Nach der Lehre bei Sebastian Geist, war er ab 1871 für zwei Jahre bei Karl Moritz Grossmann in Glashütte beschäftigt. 1875 gründete er zusammen mit Gustav Rohde in Glashütte die Mechanischen Werkstätten Strasser & Rhode. 1879 begann er parallel zu seiner Firmentätigkeit, Lehrstunden an der Deutschen Uhrmacherschule zu geben. 1885 wurde er Direktor der Schule. Dem folgte 1902 seine Ernennung zum Professor.   

Richard Glaeser 1856* - 1928†

Von 1895 bis 1906 war der Glashütter Uhrmacher Richard Glaeser im Nebenberuf, der Turnlehrer der Schule.

* 13. Dezember 1873 in Glashütte

 

Am 1. Januar des Jahres 1903 tritt der am 11.Januar des Jahres 1923 zum Oberlehrer ernannte Oskar Hesse an der Glashütter Uhrmacherschule seine Tätigkeit als praktischer Lehrer an. Oskar Hesse war der Sohn von Gustav Hesse, des früheren Werkmeisters der Uhrenfabrik von Moritz Großmann und ersten praktischen Lehrers der Deutschen Uhrmacherschule.

Während seiner Lehrertätigkeit tritt er auch als Autor von Fachliteratur in Erscheinung.

Studienrat H. Romershausen 24. 11. 1864* - 15.06.1952†

Von 1917 bis 1920 gab es eine interimistische Rektoratsführung durch Oberlehrer Romershausen. Bereits seit 1902 unterrichtete Herr Romershausen  die Schüler der Uhrmacheschule im theoretischen Unterricht, vor allem in Mathematik, Physik, Elektrotechnik und Zeichnen.

1915 wurde er zu Oberlehrer und 1921 zu Studienrat ernannt. Ab 1917 war er auch Mitglied des Aufsichtrates der DUS. 1931 ging er in den wohlverdienten Ruhestand.

Dr. Karl Giebel †19. März 1950
  • Zu Beginn des Jahres 1920 erhielt der vom Elternhaus her mit dem Uhrmacherhandwerk vertraute Mathematiker und Gymnasiallehrer Dr. phil. Karl Giebel aus Barmen den fachwissenschaftlichen Ruf an die Deutsche Uhrmacherschule Glashütte. 

 

  • Am 01.04.1920 wurde Dr. Giebel als Direktor der Schule berufen.
Alfred Helwig * 05.07.1886, † 18.05.1974

 

Einer weiterer dieser bedeutenden Uhrmacher und Lehrer war Alfred Helwig, hervorragender Feinuhrmacher, Erfinder des "Fliegenden Tourbillons", Studienrat und Autor von Fachliteratur. Er lehrte und forschte an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte von 1913 bis 1954.

Erst nach über 40-jähriger Tätigkeit, ging er in den verdienten Ruhestand.

Studienrat Alfred Helwig 40 Jahre Lehrer an der Uhrmacherschule Glashütte - aus
NUZ_8.1953_S.15__.pdf
Adobe Acrobat Dokument [330.3 KB]
Download
Würdigung von Studienrat a.d. Alfred Helwig anlässlich seines 70. Geburtstages am 5.Juli 1956. Veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Feinmechanik und Optik"
Ausgabe 6 von 1956 S.176.pdf
Adobe Acrobat Dokument [446.6 KB]
Download

Die Grabstätte verdienter Lehrer auf dem Glashütter Friedhof

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliege, entsprechend ergänzt.

Literatur:

  • „Die Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie“  Autor Ing. Helmut Klemmer u. Edith Klemmer
  • Fachzeitschrift: Uhren und Schmuck 1/1979 bis 4/1980 
  • "Saxonia" Berichtevon 1904-1925
  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung von 1878-1944
  • Glashütte und seine Uhrmacherschule; Autor Alfred Helwig in der Fachzeitschrift "Uhren und Schmuck" 1970 Heft 10, 11, u.12
  • Die Uhrmacher-Woche 1930 Nr. 21 S. 399-400

Aktualisiert 20.05.2012

Uhrenmuseum Glashütte (mit einem Video hinterlegt)

Google Übersetzer

Ankergang Ankergang

Besucherzähler

Counter