Firma Ernst Kreissig 1868 - 1904

• Gebrüder Kreissig, Glashütte 1904-1922

• Gebrüder Kreissig G. m. b. H, Glashütte 1922 - 1927

 

Der 1838 in Glashütte geborene Begründer der Firma, der Mechaniker Ernst Kreißig, hatte sein Handwerk bei dem Glashütter Gehäuse- und Werkzeugmacher Hermann Schneider, ein Bruder von Adolf Schneider, der gemeinsan mit F. A. Lange die Glashütter Uhrenindustrie begründet  hatte, gelernt. Hermann Schneider, seinerseits ein Mechanikerlehrling Langes, gründete 1851 eine Firma, die die ersten Drehstühle,S chwungräder und weitere mechanische Vorrichtungen Glashütter Prägung fertigte. 

Ernst Kreißig war nach seiner Lehre in der seit dem Jahre 1855 bestehende Fabrik für Feinmechanik O t t o L i n d i g und Hermann Schneider in Glashütte tätig. Als der 1834 geborene Hermann Schneider 1866 mit gerade 32 Jahren verstibt, übernimmt Ernst Kreißig dessen Tätigkeit.

Firmenprägestempel

 

In der Folge übernimmt Ernst Kreißig die Werkstatt von Schneider und gründet auf Anregung der Glashütter Uhrenfabrikanten 1868 seine eigene Firma. Zweck der Firma war es dringend benötigte Werkzeuge und Maschinen vorerst für die sich rasch entwickelnde Glashütter Uhrenindustrie herzustellen. Entsprechend dem wachsenden Bedarf für die Produkte entwickelte sich die Firma von Ernst Kreißig relativ rasch. Von der ausgezeichnete Qualität seiner Werkzeuge und Maschinen zeugen diverse Auszeichnungen, Preise sowie Silber- und Bronzemedallien. So z.B. 1871, 1875 und 1885 auf der Gewerbeausstellung in Dresden, 1885 in Königsberg, 1894 in Freiberg, 1897 in Leipzig; international 1880 in Genf und 1884 in Wien.

 

 

Firmenwerbung im Saxonia Heft Nr.2 aus dem Jahr 1905

In Anerkennung der in den letzten 20 Jahren seit Firmengründung erbrachten Leistungen  widmet die Deutschen Uhrmacher-Zeitung 1887 in ihrer Nummer 13 der mechanischen Werkstätte von Ernst Kreissig einen Ausführlichen Beitrag. Neben der Beschreibung der Werkstätte wurde auch auf die Bedeutung für die Uhrenfabriken und die Produktpalette der Firma eingegangen.

Ernst Kreissig's mechanische Werkstätten
E. Kreissig 1887.pdf
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Unruhwaagen und ein von Moritz Großmann entwickeltes Zehntelmaß gehören neben einer weiteren Palette von Uhrmacherwerkzeugen zur Produktionspalette der wegen ihrer Präzisionsarbeit anerkannten Firma.

Ein besonderes Produkt der Firma war  ein nach dem Firmeninhaber benannter, spezieller Uhrmacher-Drehstuhl mit Dreikantprismenwange.

Nach einem 50-jährigem Arbeitsleben übergab der Seniorchef am 1. Oktober 1903 im Alter von 65 Jahren die Firma in die Hände seiner Söhne,Georg und Oskar.

 

Sein Ruhestand währte nicht einmal ein Jahr.

 

Am 21. September 1904 verstarb der Firmengründer

Ernst Kreißig im Alter von 66 Jahren.

 

1904 Todesanzeige in der DUZ
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Würdigung der Lebensleistung von Ernst Kreissig in der ersten Ausgabe der Saxonia Berichte 1904
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Werbung der Firma 1911

Die Firma wurde von seinen Söhnen Georg und Oskar Kreißig, die bereits im väterlichen Betreib tätig waren, bis 1922 unverändert als Personengesellschaft und danach bis 1926 als G. m. b. H. weitergeführt.

 

1926 wird in der Fachpresse* die Mitteilung veröffentlicht:

„Firma Ernst Kreissig G. m. b. H. in Glashütte i. Sa. -Wie wir erfahren, ist die seit 1868 bestehende und durch die Fabrikation hochwertiger Uhrmacher-Werkzeuge be­kannte Firma Ernst Kreissig G.m.b.H., Glashütter Präzisionsmaschinen- und Werkzeugfabrik, Glashütte/Sa., Hauptstr. 20 in Liquidation begriffen.

Wie wir aber gleich­zeitig hören, wird die Firma voraussichtlich ohne größere Unterbrechung von den bisherigen Inhabern weitergeführt werden, was im Interesse aller sehr zu begrüßen wäre.“

 

 

Am 1. April 1927 verstarb im fast vollendeten 55. Lebensjahr in Glashütte Herr Fabrikant Karl Ernst Oskar Kreißig, der Bruder und Mitinhaber der Firma Kreißig.

 

Damit war auch das Ende der nicht mehr konkurrenzfähigen und in Liquidation befindlichen traditionsreichen Firma Kreißig besiegelt.

 

Am 12. Juli 1927 wurde die Firma Gebr. Kreißig G. m. b. H. aus dem Handelsregister gelöscht.

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Literatur:

  • Uhrmacher-Zeitung 1904 Nr. 17 S. 268
  • Uhrmacher-Zeitung 1904 Nr. 18 S. 291
  • Saxonia Heft 1911 Heft 6 S. 23
  • Die Uhrmacher- Woche 1926 Nr. 20. S. 495
  • Uhrmacher-Zeitung 1906 Nr. 21 S. 333
  • "Saxonia" Heft 1. 1904
  • „Saxonia“ Heft 2, 1905
  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung 1909 Nr.7 S. 125
  • Die Uhrmacher-Woche 1926 Nr. 20 S.495
  • Die Uhrmacher-Woche 1927 Nr. 17 S. 975
  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung 1941 Nr. 17 S. 132 
  • Glashütte Sachsen - 1506 bis 2006 500 Jahre Stadtgeschichte, Autorengemeinschaft Eigenvertrieb Stadtverwaltung Glashütte ISBN: 3-937951-31-8




Aktualisiert 20.05.2012

Uhrenmuseum Glashütte (mit einem Video hinterlegt)

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