J. Assmann/Glashütte i.Sa.

Deutsche Anker-Uhren-Fabrik 1852 - 1925

J. Aßmann, Deutsche Präzisions-Taschen-Uhrenfabrik, Glashütte, Sachsen, G. m. b. H. in Glashütte i. Sa. 1926 -1930

1852 – 1886 Unter Leitung des Firmengründers

Julius Assmann * 2.10. 1827 - † 15.08.1886

Julius Assmann wurde am 2. Oktober 1827 in Stettin geboren, wo er später auch das Uhrmacherhandwerk erlernte. Über Berlin führte ihn sein beruflicher Weg 1850 als Regleur zur Firma A. Lange, wo er sein Fachwissen und seine Fähigkeiten erweitern und 1852 seine eigene Firma, die Präzisionsuhrenfabrik J. Assmann, gründen konnte. In Assmann's Fabrik wurden hochwertige Glashütter Präzisionstaschenuhren, die alle Attribute des Glashütter Präzisionsuhrenbaus beinhalteten, gebaut. So waren zum Beispiel Goldanker, Rücker-Feineinstellung und Dreiviertelplatine Bestandteile seiner Werke und diese standen den bei der Firma A. Lange & Söhne gefertigten Taschenuhren in nichts nach.

1854 – Erste Würdigung und Auszeichnungen

Bereits bei der Teilname an der „Allgemeinen Ausstellung Deutscher Industrie- und Gewerbeerzeugnisse 1854 in München“ erhielt die Firma eine Auszeichnung in Form einer Gedenkmedallie, für die gute Qualität bei der Taschenuhrfertigung
Auszeichnung zur Industrieausstellung 18
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Frühe Savonette mit Schlüsselaufzug von Julius Assmann

Der spätere Firmensitz der Assmannschen Ankeruhrenfabrik in Glashütte um 1845

Frühes Julius Assmann Werk in feinster Vollendung mit Prunkzifferblatt Werk Nr. 08888

1875 trat der 1854 geborene Sohn von Julius Assmann, Paul Assmann, der bei seinem Vater und in der Schweizer Uhrmacherschule Le Locle das Uhrmachehandwerk erlernt hatte, in die väterliche Firma ein und wurde bereits zwei Jahre später Teilhaber. Schon 1885, ein Jahr vor dem Tod seines Vaters im Jahr 1886, war Paul Assmann mit 31 Jahren bereits Mitglied des Aufsichtrates der 1878 gegründeten Deutschen Uhrmacherschule Glashütte.

Ein Beleg dafür, dass auch die von der Firma Assmann gefertigten Glashütter Präzisionsuhren in den 1860er und 1870er Jahren fast ausschließlich exportiert und nur ein sehr geringer Teil auf dem deutschen Markt absetzbar war, ist eine 1880 erschienene Annonce der Firma Assmann. Die hohe Qualität hatte ihren Preis und die Herstellungskosten waren bis in die 1880er Jahre so hoch, dass sich nur wenige Uhren auf dem deutschen Markt absetzen ließen.

Am 17. April 1885 wird Paul Assmann in den Aufsichtsrat der Deutschen Uhrmacherschule gewählt. Er wurde im Aufsichtrat mit der Funktion eines Rechnungsrevisors betraut..

Am 15. August des Jahres 1886, wenige Wochen vor seinem 60. Geburtstag,  verstirbt der Firmengründer Julius Assmann in Glashütte.

Todesanzeige Julius Assmann Deutsche Uhrmacherzeitung 31.8.1886

1886 Paul Assmann, der Sohn führt die Firma weiter.

Nach dem Tod des Firmengründers Julius Assmann am 15. August 1886, führte Paul Assmann die Firma seines Vaters weiter. Nach der Gründerzeit des aufstrebenden Deutschen Reiches zum Ausgang der 1880er und zu Beginn der 1890er Jahre, stieg die Nachfrage nach Taschenuhren in einem solchen Umfang, dass die Nachfrage größer war als das Angebot mit der bisherigen maximalen Glashütter Jahres- produktion von 600 Taschenuhren. Diese Zeit ist der Beginn zweier unterschiedlicher Entwicklungen in der Glashütter Uhrenindustrie, die in der Folge bis ins 21. Jahrundert hinein Anwälte und Gerichte beschäftigen wird. Auf der einen Seite ist da die Firmenphilosophie der Firma A. Lange & Söhne, die in ihrer Tradition weiterhin an der Fertigung weniger, teurer, dafür aber den höchsten Qualitätsansprüchen gerecht werdender Glashütter Präzisionstaschenuhren festhält und auf der anderen Seite der sich entwickelnde Markt, der mehr zu größeren, preiswerteren Serien, bis hin zur Massenproduktion drängt. Diesem Trend kann man aber mit den herkömmlichen, traditionell handwerklichen Produktionsmethoden nicht mehr erfolgreich folgen. (siehe dazu auch „sogen. Glashütte Regel")

 

Moustache-Gleichgewichtsanker

Man fertigte vorwiegend 19 und 20-linige Werke mit 18 bzw. 21 Steinen.

Neben der traditionellen Fertigung von Präzisions- uhren Glashütter Bauart wurden nach und nach neue Werkinnovationen mit geteilter Platine bzw.  mit Kloben, einer neuen Hemmungspartie mit einem von Moritz Grossmann entwickelten Moustache-Gleichgewichtsanker, in das Fertigunsprogramm aufgenommen. Auch der neuesten Technologie, die der Schablonenuhrfertigung, die mit größerer Arbeitsteilung, der Austauschbarkeit von Werkteilen und der stark automatisierten Teilefertigung eine hohe Produktivität versprach, stand die Firma aufgeschlossen gegenüber

1894 Eine Deutsch- Amerikanische Firmenverbindung

Während der Dresdener Grossist Johannes Dürrstein in Glashütte die neue Uhrenfirma „Union Glashütte“ aufbaut, lernt Paul Assmann den 1892-1893 an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte in Ausbildung befindlichen Sohn des deutschstämmigen Firmengründers Dietrich Gruen der Amerikanischen Uhrenfirma G. Gruen & Sohn, Frederick Gustavuus Gruen, kennen.

Sie kommen überein, gemeinsam eine Uhrenproduktion mit moderneren Produktionsmethoden in Glashütte aufzubauen und damit auch den amerikanischen Markt zu bedienen. Dafür wurde ein gemeinsames Taschenuhrwerk entwickelt und 1894 in Glashütte die „Grünsche Uhrenfabrikation Grün und Assmann“ gegründet.

Frederick Gruen blieb die erste Zeit in Glashütte um  seine Erfahrungen bei der Modernisierung der Produktion einzubringen.

Eine sehr informative, ausführliche, geschichtliche Darstellung der Verbindung zwischen Paul Assmann, der Gruenschen Uhrenfabrikation in Glashütte und den USA finden Sie hier, veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. Ulf-Norbert Funke.
Assmann-Gruen.pdf
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Georg John Gruen 1877 - 1952

Trotz der Modernisierung in der Uhrenproduktion, sollten traditionelle Merkmale der im Glashütter Präzisionsuhrenbau erhalten bleiben. Dehalb waren auch weiterhin eine Kompensationsunruh mit Goldschrauben, eine Breguett-Spiralfeder, eine Feinregulierung und geschraubte Goldchatons für die Lagersteine Bestandteile der Werke.

Die Gehäuse wurden in den USA gerfertigt.

Signiert wurden die Werke mit "D. Gruen & Son" und nach dem 1898 erfolgten Eintritt des zweiten Sohnes und der damit verbundnen Umbenennung der Firma in D. Gruen, Sons & Company mit "D. Gruen, Sons". 

Präzisionsuhr D. Gruen & Sons, No.63800

Fein vollendetes Werk:

Neusilber mit Streifenschliff und geteilter Platine. Diese Bauart erleichtert das Herausnehmen des Federhauses und der Aufzugspartie.

Glashütter Kompensationsunruh mit Goldschrauben, Breguetspirale und exzentrischer Feinregulierung über eine Kurvenscheibe. Moustacheanker und goldenes Ankerrad. Verschraubte Chatons, Rubin-Decksteine, Goldene Laufräder.

1897 Eine neuer Teilhaber tritt in die Firma J. Assmann ein.

Georg Heinrich

 

Im Jahr 1897 gab es in der Firma J. Assmann eine entscheidende Veränderungen. Mit dem gelernten Uhrmacher Georg Heinrich trat am 1. Juli ein neuer Teilhaber in die Firma J. Assmann ein, während der erstgeborene Sohn von Paul Assmann, nach seiner Ausbildung in der Schweiz, in die USA  zur Firma Gruen ging und dort über 50 Jahre für diese Firma arbeitete.

Georg Heinrich war früher Prokurist im Hause Dürrstein & Co. in Dresden und zuletzt im Hause A. Lange & Söhne angestellt.

Mit dem Wechsel ins 20. Jahrhundert werden von der Firma Assmann vermehrt aus der Schweiz stammende preiswertere Rohwerke in einem niedrigen Fertigungsgrad importiert und mit Komponenten des Glashütter Präzisionsuhrenbaus, wie z.B. mit Breguett-Spiralen, Kompensationsunruhen,  und Schwanenhals Feinregulierungen aufgewertet.

Des Weiteren war es Paul Assmann, der begann in seinen Uhren, den Moustache Ausgleichsanker mit sichtbaren Paletten, in der Glashütter Goldlegierung, aber auch in Stahl einzuführen.

In einem Werbeblatt der Firma werden die Preise für Assmann-Uhren vor dem 1.Weltkrieg aufgeführt. Es wird auch auf die besoderen Prüfungen für diese Uhren verwiesen.
Preise der Assmann-Marine-Uhren.pdf
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Die Firma Assmann verläst die Union Hologére

 

Am 15. April 1904 läst die Firma Assmann in der Fachpresse mitteilen, dass sie mit Wirkung zum 1. April 1904 nicht mehr Mitglied der „Gesellschaft vereinigter Schweizer Uhrenfabrikanten Union Hologére“ mit Sitz in Biel, ist. Hintergrund der Entscheidung dürften die aus Sicht der deutschen Uhrmacherschaft, unlauteren Wettbewerbspraktiken der Vereinigung gewesen sein. Es bestand die Gefahr, dass sich diese geschäftsschädigend auswirken könnten und der gute Ruf der Firma Assmann dadurch beschädigt würde. Dazu erscheint in der Deutschen Uhrmacher-Zeitung Nummer 8 folgende Nachricht:

Eine Mitteilung der Firma J. Aßmann in Glashütte wird nicht verfehlen, bei unseren Lesern große Genugtuung hervorzurufen. Die genannte Uhrenfabrik setzt uns in Kenntnis, daß sie sich seit dem 1. April nicht mehr als Mitglied der Gesellschaft vereinigter Schweizer Uhrenfabrikanten (Biel) betrachtet. Wir bitten unsere Leser, hiervon Vormerkung nehmen zu wollen.

Werbekatalog und Preisliste der Deutsche Präzisions-Taschenuhren-Fabrik J. Assmann Glashütte i/Sa. 1906

585er Goldsavonette der Firma J. Assmann Glashütte um 1900

Die im Original erhaltene Assmann Taschenuhr mit Schatulle und Brückenwerk mit Schweizer Rohwerkteilen hat die Nummer 16319. Neben der traditionellen Glashütter Präzisionsuhrenfertigung mit ¾ Platine und Glashütter Ankergang führte die

"Firma J. Assmann Deutsche Anker Uhren Fabrik Glashütte i/Sa."

Ausgang des 19. Jahrhunderts auch Gehäuse und Rohwerkteile aus der Schweiz ein, um in Glashütter Qualität preiswertere Präzisionsuhren fertigen zu können um damit die sich verstärkende Nachfrage nach preiswerteren Uhren Deutscher Hersteller im In- und Ausland besser befriedigen zu können. Dabei wurde in der Regel die Assmansche Variante des Schweizer Moustache- bzw. Ausgleichsankers mit der in Glashütte üblichen 9-karätigen Goldlegierung des Ankers und des Ankerrades mit offenen Paletten verwendet. Anker und Ankerrad wurden zum Teil auch in Stahl ausgeführt. Bei der hier gezeigten Uhr wurde der Moustache Anker und das Ankerrad mit der Goldlegierung verwendet. Den Rohwerkteilen wurden vor allem Komponenten der Gangpartie aus der Glashütter Verlagsindustrie hinzugefügt und die Uhren schlussendlich mit einer feinen Finnisage vollendet.

Nachruf auf Paul Aßmann.

Paul Aßmann 28.8.1854* - 1.6.1911†

Am 1. Juni 1911 starb in Glashütte der am 28. August 1854 in Glashütte geborene Uhrenfabrikant Paul Aßmann, Sohn von Julius Aßmann, nach langer, schwerer Krankheit im Alter von nur siebenundfünfzig Jahren. Er hinterläßt außer seiner Witwe noch vier Söhne und eine Tochter. Der älteste Sohn, als Nachfolger des Vaters ausgebildet, war in den USA bei der Firma Gruen in herausgehobener Stellung tätig und übernahm nicht die ihm zugedachte Nachfolge.

Nachruf auf Paul Aßmann.pdf
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1911 Der Teilhaber Georg Heinrich übernimmt die Firma

Mit dem Tod von Paul Assmann am 1.Juni 1911 kommt es zu einer weiteren Zäsur in der Firmengeschichte. Kein Familienmitglied, sondern der Teilhaber Georg Heinrich, übernimmt die Firma.

TU mit Schweizer Rohwerkteilen, Glashütter Hemmungsteilen und Moustache Anker

1917 Der neue Inhaber bringt die Firma in den „Hermann Konzern“ ein.

1917, noch während des 1. Weltkrieges, trat Georg Heinrich mit der Firma Assmann der Thüringer Uhrenfabrik Edmund Herrmann AG bei und brachte damit eine der ersten und bedeutensten Glashütter Traditionsfirmen in diese Firmengruppe ein.

 

Seit 1917 war die Firma  

J. Assmann nur noch eine Zweigniederlassung der Thüringer Uhrenfabrik Edmund Herrmann A.-G. in Glashütte i. Sa.

Die Kriegsfolgen, Inflation, die Aufhebung der Ausfuhrsperre für Schweizer Uhren 1924 und der in der Folge schwache Absatzmarkt brachten dem Firmenverbund der Edmund Herrmann AG das Ende. Davon betroffen war auch die damalige Zweigniederlassung der Edmund Herrmann AG in Glashütte, die Firma J. Assmann.

Am 12. Dezember 1925  wurde in der Uhrmacher-Woche Nr. 50, dazu in der Rubrik Handelsgerichtliche Eintragungen folgendes veröffentlicht:

 

„Firma J. Aßmann, Zweigniederlassung der Thüringer Uhrenfabrik Edmund Herrmann A.-G. in Glashütte i. Sa.

Geh. Regierungsrat Edm. Herrmann ist nicht mehr Vor­stand.

Zu Vorstandsmitgliedern sind bestellt: 1. der Kauf­mann Heinrich Möllhusen in Berlin-Grunewald, 2. der Kaufmann Curt Haller in Berlin-Zehlendorf, 3. der Kauf­mann Curt Schürer in Villingen (Baden). Die Vertretung durch den Vorstand erfolgt in der Weise, daß je zwei der Vorstandsmitglieder die Gesellschaft zeichnen und ver­treten. Die Prokuren des Kaufmanns Georg Armin Heinrich in Glashütte, des Direktors Franz Wermes in Berlin-Zehlendorf und des Rechtsanwalts Manfred Goldberger in Berlin-Schöneberg sind erloschen. „

1926 Nach dem Konkurs des Konzerns – ein Neuanfang

Acht Wochen später erscheint in der Uhrmacher- Woche Nr. 6, 1926 folgende Notiz:

 

„J. Aßmann, Glashütte. Durch den Zusammenbruch des Herrmann-Konzerns wurde leider auch das Schicksal der alten angesehenen Firma J. Aßmann in Glashütte be­siegelt.

Auf den Rat eines in Uhrmacherkreisen sehr angesehenen Mannes, welcher an der Umwandlung der Thüringer Uhren­fabrik in eine Aktiengesellschaft beteiligt war und ihr als Aufsichtsrat jahrelang angehörte, entschloß sich unter dem harten Druck der Kriegsverhältnisse im Jahre 1917 die Firma Aßmann unter Wahrung ihrer Selbständigkeit zum Anschluß an die Thüringer Uhrenfabrik, deren Mißliebigkeit in Uhrmacherkreisen der Firma Aßmann damals noch unbekannt war.

Bald stellte sich heraus, daß der Ankauf der Firma J. Aßmann nur erfolgt war, um dem neuen Aktienunter­nehmen den Nimbus des reichen Aßmannschen Medaillen­briefkopfes zu sichern, der nun auch sofort für Schilder und sonstiges Reklamematerial ausgiebig Verwendung fand. Trotzt allem ermöglichte nur der gute alte Ruf ihrer Erzeug­nisse und die Anhänglichkeit alter Kundenkreise der Firma Aßmann, sich wenigstens über Wasser zu halten.

Wie wir hören, hat ein Enkel des alten Julius Aßmann, des Begründers der Firma im Jahre 1852, Herr Julius Albert Fritz Aßmann, den Betrieb unter der neuen

Firma „Julius Aßmann, Deutsche Präzisions-Taschenuhrenfabrik in Glashütte i. Sa." zunächst in einem be­scheidenen Rahmen wieder aufgenommen. Kaufmännischer Leiter ist

Herr Georg Heinrich, der frühere Alleininhaber der alten Firma J. Aßmann.“

Ein kleiner Hoffnungsschimmer für die alteingesessene, traditionsreiche Glashütter Firma, die jetzt allerdings in eine G.m.b.H. umgewandelt wurde.

Die Handelsgerichtlichen Eintragungen dazu lauten wie folgt:

 

„Die Firma Julius Aßmann, Deutsche Präzisions-Taschen-Uhrenfabrik in Glashütte, lautet künftig:

„J. Aßmann, Deutsche Präzisions-Taschen-Uhrenfabrik, Glashütte, Sachsen, G. m. b. H. in Glashütte i. Sa.

Gegenstand des Unterneh­mens ist die Herstellung und der Vertrieb von Taschen­uhren sowie der Handel mit in das Uhrenfach einschlagen­den Artikeln.

Das Stammkapital beträgt 20000 RM. Der Mitgesellschafter Uhrmacher Julius Albert Fritz Aß­mann in Glashütte bringt der Gesellschaft die ihm ge­hörige oben genannte Firma mit allen Aktiven und Pas­siven in Anrechnung auf seine Einlage ein. Der Wert der Einlage ist auf 18000 RM festgestellt worden, wovon durch Verrechnung 3000 RM auf Aßmann und 15000 RM auf den Gesellschafter Kaufmann Walther Heinrich Theden in Dresden entfallen. Zum Geschäftsführer ist der Mitgesell­schafter Theden bestellt.“

Uhrmacher-Woche Nr. 10 1926

 

„Handelsgerichtliche Eintragungen. Firma Julius Aßmann, Deutsche Präzisions-Taschen-Uhrenfabrik in Glashütte. Inhaber ist der Uhrmacher Julius Albert Fritz Aßmann in Glashütte i. Sa.“

Die Uhrmache-Woche Nr. 11 1926

Die letzten Werbeannoncen der seit 1852 bestehenden Firma J. Aßmann Glashütte in der Uhrmacher-Woche, im 1. Halbjahr 1927

1927 Die Flutkatastrophe und das endgültige Aus der Firma

Der letzter Rettungsversuch durch Fritz Aßmann mit der Gründung einer J. Aßmann GmbH, die mit Restbeständen der alten Firma einen Neuanfang wagte, scheiterte tragisch durch die in der Nacht vom  08. Juli zum 09. Juli 1927 über das Müglitztal und Glashütte hereinbrechende Naturkatastrophe und deren Folgen. Weitere Informationen dazu finden Sie auch >> hier <<

Allein die Gebäude- und Materialschäden beliefen sich auf 40.000 RM.

Mit dem Hochwasser wurden auch die Träume vom Fortbestand der Firma Aßmann hinweggespült. Die Firma wurde zu Beginn des Jahres 1930 geschlossen.

Geschäftsveränderung


" Glashütte i. Sa. Firma I. Aßmann,

Deutsche Präzi­sions-Taschenuhrenfabrik G. m. b. H.

Die Firma ist auf­gelöst. Kaufmann Walter Heinrich Theden ist nicht mehr Geschäftsführer. Zum Liquidator ist der Uhrmacher Johann Georg Rügheimer bestellt. Die Gläubiger der Gesellschaft werden aufgefordert, ihre Rechte beim Liqui­dator geltend zu machen."


Auflösung Firma Assmann G_m_b_H_ 1929-30
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 Geschäftseröffnungen und –Veränderungen

 "Glashütte i. Sa. Herr Julius Fritz Assmann, Sohn des 1911 verstorbenen Inhabers und Mitinhabers der alten Firma J. Assmann, bittet uns mitzuteilen, daß er mit der 1926 unter seinem Namen neugegründeten Fa. Julius Assmann, später in die Fa. J. Assmann G. m. b. H. umge­wandelt, seit mehr als Jahresfrist nichts mehr zu tun hatte und an deren weiterer Betätigung nicht beteiligt war. Er eröffnete unter der Fa. Julius Fritz Assmann zunächst eine Werkstatt für Neuanfertigung und Reparatur."

                                                     

 Nachdem auch dieser Vesuch wieder Fuß zu fassen, mitten in der Welt Wirtschafts Krise scheitert,  wanderte Julius Albert Fritz Aßmann  zu Beginn der 1930er Jahre endgültig in die USA aus.

 

Die unterschiedliche Schreibweise des Namens Assmamm bzw. Aßmann, in Werbung, Presse und Handelsgerichtlichen Eintragungen, ist zur Zeit noch Gegenstand von Recherchen.

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Literatur:

  • Lexikon der Deutschen Uhrenindustrie 1850 - 1980 : Firmenadressen, Fertigungsprogramm, Firmenzeichen, Markennamen, Firmengeschichten; Autor: Hans Heinrich Schmid; Herausgeber: Förderkreis Lebendiges Uhrenindustriemuseum e.V.; ISBN 3927987913
  • „Die Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie“  Autor Ing. Helmut Klemmer u. Edith Klemmer Fachzeitschrift: Uhren und Schmuck 1/1979 bis 4/1980
  • A. Lang & Söhne eine Uhrmacherdynastie aus Dresden; R.Meis; Callwey 1997; ISBN 3-7667-1286-1
  • Der Beginn einer Tradition;Prof. Dr. Herbert Ditrich; Sandsteinverlag Dresden; ISBN 978-3-940319-67-8
  • Das große Uhren Lexikon; Autor Fritz von Osterhausen; Heel Verlag GmbH, Königswinter ISBN : 3-89880-430-5
  •  http://www.pixelp.com/gruen/
  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung 1885 Nr. 21 S. 157
  • Deutsche Uhrmacher-Zeizung 1897 Nr.14 S. 275
  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst 1902 Nr. 19 S .420
  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst 1902 Nr. 20 S. 232
  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung 1904 Nr. 8. S.113
  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung 1911 Nr.12 S. 206
  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung 1911 Nr.13 S. 223
  • Die Uhrmache-Woche Nr. 50. 1925 S. 936
  • Die Uhrmacher-Woche Nr. 6. 1926 S.117/118
  • Die Uhrmacher-Woche Nr. 11. 1926 S. 231
  • Die Uhrmacher-Woche Nr.7. 1927 S. 11
  • Die Uhrmacher-Woche Nr. 10. 1927 S. 161
  • Die Uhrmacher-Woche Nr. 30. 1927 S. 495
  • Die Uhrmacher- Woche Nr. 43 1927 S. 33 
  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung Nr. 3 vom 18.01.1930 S. 50
  • Die Uhrmacher- Woche 1930 Nr. 4. S. 70
  • Die Uhrmacher-Woche 1930 Nr. 9. S. 172
  • Auktionskataloge des Auktionshauses Dr.H. Crott -Inh. Stefan Muser

 

 

 

 

Aktualisiert 22.02.2012

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