Bis in die 1920er Jahre hinein hatte sich in Glashütte eine Vielzahl von Firmen etabliert, die sich nicht unmittelbar aus der Uhrenindustrie, sondern hauptsächlich aus der parallel vorhandenen feimechanischen Werkzeug- und Zulieferindustrie entwickelt haben. In der ersten Hälfte der 1920er Jahre wird in einer Fortsetzungsreihe der Saxonia-Hefte, dem Publikationsorgan für die "Alten Herren" der Schülerverbindung "Saxonia" der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte, diesem Zweig der Glashütter Industrie eine Artikelreihe gewidmet. Da nicht auf alle damals exsitenten Firmen eingegangen werden konnte, konzentriet sich die Reihe auf die wesentlichsten Betriebe und ihre Produkte.
So werden u.a. die in den Vereinigte Glashütter Rechen-maschinen-fabriken, Tachometer und Feinmechanische Werke A. Burkhardt & Cie./ "Saxonia" Schuhmann & Cie. / R. Mühle & Sohn Glashütte in Sachsen, gefertigten Produkte, wie z.B. Rechenmachinen, Schreib-maschinen und Tacho-meter, vorgestellt und erläutert.
Die Palette der speziellen Erzeugnisse der Glashütter Industrie umfasste aber wesentlich mehr Produkte der Feinmechanik und des Wekzeug- und Gerätebaues. So wurden in weiteren Firmen u.a. auch Schleif- und Polier-maschinen, Fräsmaschinen, mehrspindelige Bormaschinen, Regulier und Kontrollapparate, Uhrmacher-Werkzeuge und Nähmaschinen-Spulen hergestellt. Nach dem ersten Weltkrieg, während der Inflation und der Weltwirtschftskriese mussten immer mehr Betiebe aufgeben und die breite Vielfalt ging immer mehr verloren.
Bei der nachfolgend gezeigten Werbung der Städtischen Industriezentrale e.G.m.b.H. handelt es sich und die aus der im ersten Weltkrieg gebildeten Städtischen Kriegsindustrie-Zentrale, die während des Krieges eine vergleichbare Funktion, da allerdings für die Beschaffung und Verteilung von Rüstungs- produktionsaufträgen, hatte. Da die Uhrenfertigung in dieser Zeit in Glashütte fast völlig zum Erliegen gekommen war, kam dieser Einrichtung eine zentrale Bedeutung zu.
In der nachfolgenden Bildergalerie werden ein Reihe von Werbeanzeigen von Firmen, die in der ersten Hälfte der 1920er Jahre in Glashütte ansässig waren, und ihren speziellen Produkte gezeigt.
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Glashütter Uhrenmuseum: Rechenmaschine TYP LVM der Firma "ArchimedeS" Reinhold Pöthig Glashütte
Das Computermuseum der Fakultät Informatik an der Universität Stuttgard beschreibt das Burkhardtsche-Aritometer wie folgt:
"Hersteller:
Arthur Burkhardt (Glashütte, Sachsen) Typ: Arithmometer Baujahr: ab 1878 Technik: Staffelwalzenmaschine Schiebereinstellung
Eine Staffelwalzenrechenmaschine, die noch sehr stark an die ursprüng- liche Thomas-de-Colmar-Maschine angelehnt ist. Arthur Burkhardt gilt als Begründer der Rechenmaschinenfabrikation in Deutschland. Er grün- dete seine Firma in Glashütte in Sachsen unter der Verwendung der Thomas'schen Lizenzen. In Glashütte existierte schon damals und heute wieder eine weltbekannte Uhrenherstellertradition. Funktionell entspricht sie jedoch bereits der Curta oder Alpina oder sonst einer mechanischen Handrechenmaschine: Sie hat ein Einstellwerk, ein Umdrehungszählwerk und einen Akkumulator. Der Akkumulator und das Umdrehungszählwerk sind gegenüber dem Einstellwerk verschiebbar, wo- durch es möglich ist, wie auf dem Papier eine Leiter-Multiplikation oder Division durchzuführen. Aus dieser Konstruktion entstand später die 'Archimedes Euklid'."
Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.
Sang Wook Park „Sächsische Kriegsindustrie und -wirtschaftspolitik 1914-1918“ ISBN 10: 3-936846-47-2 bzw. ISBN 13: 978-3-936846-47-8
Glashütte Sachsen - 1506 bis 2006 500 Jahre Stadtgeschichte, Autorengemeinschaft Eigenvertrieb Stadtverwaltung Glashütte
ISBN: 3-937951-31-8