In Abstimmung mit Adolf Lange produziert die Firma Grossmann nicht nur hervorragende Präzisionsuhren, sondern erschloss sich mit der Entwicklung und dem Bau von mechanischen Messinstrumenten, Werkzeugen und Maschinen ein weiteres profitables Geschäftsfeld.
In enger Kooperation wird damit die bereits ansässige Uhrenindustrie entscheidend ergänzt, bereichert und durch die Ablösung teurer Importe nicht unwesentlich unterstützt.
Anmerkung zur Schreib- weise des Familien- namens von Moritz Großmann. In den vielen Veröffentlichungen, kann man eine unterschiedliche Schreibweise des Namens „Großmann“ beobachten. Vielfach wird "ss" anstatt "ß" verwendet. Diese Seite orientiert sich an der Schreibweise, wie sie im Geburts-Schein von Moritz Großmann steht.
Am 1. Februar 1885 erscheint in der Deutschen Uhrmacher-Zeitung die Todesanzeige des am 23.Januar in Leipzig verstorbenen Moritz Großmann.
Der Nachruf der ersten Schülergeneration der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte, an deren Gründung Moritz Großmann entscheidenden Anteil hatte.
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Die Taschenuhren von Moritz Großmann unterscheiden sich im Grundaufbau nur unwesentlich von den Uhren anderer Glashütter Uhrenfabriken.Trotzdem gibt es Besonderheiten gegenüber der sonstigen Glashütter Fertigungsweise, die allerdings nicht durchgängig bei allen Uhren zu finden sind.
Im Einzelnen handelt es sich um:
Moritz Großmann war nicht nur Uhrmacher, Uhrenfabrikant und, heute würde man es als Fachjournalist bezeichnen, er war darüber hinaus auch weiterhin unternehmerisch tätig. Dass er viel experimentierte um Metalllegierungen zu gewinnen, die sich hinsichtlich ihrer Eigenschaften noch besser als die althergebrachten, wie z.B. Messing, Neusilber und Nickel, für die Fertigung von Uhrenbestandteilen eigneten, ist spätestens bekannt, seitdem er sich mit der Verbesserung des Sterrometalls und dessen Verwendung in der Uhrenfertigung beschäftigt hatte. Es gab für ihn aber auch noch ein weiteres Betätigungsfeld. Der Silbererzbergbau im Erzgebirge ging zwar zu Ende, aber das war ja nicht das einzige Erz, was im Erzgebirge vorkam. So gab es z. B. bei Zinnwald eine Lagerstätte für Wolframerz, die sich in den 1860er Jahren im Besitz der Gewerkschaft „Verein Zwitterfeld“ zu Zinnwald bei Altenberg (Sachsen) befand. Moritz Großmann war nun auch Mitglied des Grubenvorstandes der abbauenden Gesellschaft. In dieser Funktion wickelte er in dieser Zeit sogar Aufträge und Bestellungen für dieses Grubenunternehmen ab.
Das Sterrometall und die Verwendung in der Uhrenfertigung
Diese von Moritz Großmann entwickelte Glashütter Hemmung mit offenen Paletten, kam ab 1894 sowohl in den von der Firma J. Assmann in Zusammenarbeit mit Frederik Gruen, für den Amerikanischen Markt entwickelten neuen Werkkaliber "Fortschritt", als auch in den Brückenwerken der Firma Assmann zum Einsatz. Anfänglich wurde sie in der 9 Kt. Goldlegierung, wie sie von Adolph Lange entwickelt worden war und als Glashütter Hemmung bekannt ist, gefertigt. Später wurde sie auch in Stahl ausgeführt. Hergestellt wurde die Hemmung vom Glashütter Gangmacher Winkler. Ob dafür auch Sterrometall verwendet wurde gilt es noch zu erkunden.
Moritz Großmann zur Erfindung der Rückerschraube
Die ab den 1890er Jahren u.a. in der Glashütter Rücker–Feinregulierung zur Anwendung kommende Rückerschraube hat eine vermutlich bis in das 18. Jahrhundert zurückreichende interessante Historie. Durch einen 1879 in der Deutschen Uhrmacher-Zeitung erschienenen diesbezüglichen Artikel aufmerksam geworden, äußert sich Moritz Großmann ebenfalls in diesem Organ zur Entstehungsgeschichte der Rückerschraube in der ersten Hälfte der 1850er Jahre. Obwohl er an der Entwicklung nicht unwesentlich beteiligt war, gab es offensichtlich schon noch frühere Entwicklungen dieser Art, wie in einem weiteren Artikel berichtet wird.
Die Kollegialität von Moritz Großmann zeigt sich auch immer wieder darin, dass er als geübter Autor in der Fachpresse immer dann, wenn sich eine Gelegenheit bietet, für seine Glashütter Uhrmacher Kollegen und ihre Produkte wirbt. Im nachfolgenden Beitrag kommt er Carl Jentsch zu Hilfe, der sich unter anderem darauf spezialisiert hatte, Taschenuhren mit Schlüsselaufzug zu solchen mit Kronenaufzug umzubauen.
Das Jahr 1877 war das Jahr der „Weichenstellung“ zur Vorbereitung der Gründung der Deutschen Uhrmacherschule des Zentralverbandes der Deutschen Uhrmacher in Glashütte, für die Moritz Großmann die entscheidende Vorarbeit leistete. Dessen ungeachtete versäumte er es nicht die Erzeugnisse seiner Firma auf den verschiedensten Ausstellungen zu präsentieren, so auch z.B. vom 6. bis 8. April in Dortmund. Seine ausgestellten Produkte fanden dann auch die entsprechende Anerkennung, was sich sicherlich auch positiv auf den geschäftlichen Erfolg ausgewirkt haben dürfte. Moritz Großmann hatte sehr früh erkannt, dass ohne eine entsprechende Werbung auch damals schon kein gutes Geschäft zu machen war. So nutze er dafür wesentlich früher und intensiver als die anderen Glashütter Unternehmer in der Uhrenindustrie u.a. auch alle damals zur Verfügung stehenden öffentlichkeitswirksamen Medien der damaligen Zeit. Dies trug nicht unwesentlich dazu bei ihn und die Produkte seines Unternehmens rasch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt zu machen.
Moritz Großmann veröffentlicht in der Deutschen Uhrmacher-Zeitung am 18. August 1877 einen Beitrag über den Uhrensektor auf der Industrie-Ausstellung in Braunschweig.
Erste Werbung von Moritz Grossmann im 1. Jahrgang der Deutschen Uhrmacherzeitung 1877.
Kopien des Druckes von 1866 der 20 originalen Bildtafeln zur Preisschrift der Freie Ankergang
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Eine der letzten Werbeanoncen der Firma Großmann in der Deutschen Uhrmacher-Zeitung im Jahr 1885.
Das größte Projekt von Moritz Großmann war 1877-1878 die Vorbereitung und Gründung der Deutschen Uhrmacherschule des Zentralvorstandes der Deutschen Uhrmacher in Glashütte.
Ausführliche Informationen dazu und zum Wirken von Moritz Großmann als Lehrer und Aufsichtsratsvorsitzender der Uhrmacherschule finden Sie >> hier <<
Der Geburtstag von Moritz Großmann jährte sich am 27. März 1926 zu 100. Mal. Neben vielfältigen Veranstaltungen zum Gedenken an ihn wurde er auch in der Fachpresse mit einer Reihe von Beiträgen gebührend gewürdigt. Die Beiträge zeichnen ein recht umfassendes Bild der außergewöhnlichen Leistungen und der Person des 1885, viel zu früh verstorbenen, hoch verehrten Fachmanns und Menschen, Moritz Großmann.
Die Grabstätte auf dem Glashütter Friedhof 1926 und 2011
Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.