Auch heute noch tauchen imm einmal wieder scheinbar unbedeutente originale Artefakte aus der langen Firmengeschichte der Firma A. Lange & Söhne auf. Als Einezelstück finden sich da oft nur kleine Details, wie Jahreszahlen, Personen, Sachverhalte, die aber in einem größeren Zusammenhang in Bezug auf die Firmengeschichte durchaus in Verbindung mit anderen bereits bekannten Tatsachen, neue Erkenntnisse zu Tage fördern können, oder sogar dabei helfen können, unpräziese bzw. falsche Darstellungen zu korrigieren.
Restaurierungsschritte für eine Glashütter Taschenuhr der Firma A. Lange & Söhne
Restauriert und dokumentiert von Steffen Pahlow
1883
1904
1934
1948
Ein Einschreiben durch den "Eisernen Vorhang" zu ungewöhnlicher Zeit
Das Einschreiben, das dieser hier abgebildete Briefumschlag enthielt, wurde unmittelbar nach der am 20. April 1948 erfolgten Sequestration der Firma A. Lange & Söhne von dieser am 23. April aus der Sowjetischen Besatzungszone an Firma Weber & Baral nach Pforzheim in die Amerikanische Besatzungszone gesendet. Von wem und mit welchem Inhalt ist bisher nicht bekannt.
Eine Kontaktaufnahme mit dem „Klassenfeind“ durch die oder mit Wissen (oder auch nicht) der neuen Betriebsführung mitten im 1947 begonnenen Kalten Krieg zu der damaligen Zeit ein recht ungewöhnlicher und aus heutiger Sicht zumindest bemerkenswerter Vorgang; zumal Pforzheim zeitnah die Zufluchtsstelle und ein neuer Firmensitz für die Familie Lange wurde.
In diesem Zusammenhang macht es Sinn, den von Kurt Herkner in seinem Buch "Glashütter Armbanduhren" aufgeworfenen Fragen zu dem Vorgang der "Enteignung" erneut nachzugehen.
Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.