Die in Dresden, Waisenhausstraße 27, ansässige Uhrengrossistenhandlung Dürrstein & Co. hatte sich schon 1874, bereits ein Jahr nach ihrer Gründung, noch vom Firmengründer Ferdinand Adolf Lange die alleinigen Vertriebsrechte für Uhren der Firma A. Lange und Söhne für das gesamte Deutsche Reich gesichert. Von Anbegin an hatten die beiden Brüder Johannes und Friedrich Dürrstein bei der Firma Lange daraufhin gewirkt, Präzisionstaschenuhren aus Deutscher Produktion zu einem günstigeren Preis zu fertigen um eine breitere Käuferschicht für diese Uhren gewinnen zu können.
Im Jahre 1877, zwei Jahre nach dem Tod des Firmengründers, wurde das Projekt umgesetzt.
Die von der Firma A. Lange & Söhne gefertigte
24. Glashütter Präzisionstaschenuhr der Marke DUF, die am 17.12.1878 an die Firma Dürrstein & Comp. verkauft wurde.
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Beginnend mit der Seriennummer 20001 kamen 1877 die ersten von der Firma A. Lange & Söhne entwickelten & gefertigten Taschenuhren in einer niedrigen Preisklasse auf den Markt.
Es handelt sich dabei aber immer noch um eine hochwertige „Glashütter Präzisionstaschenuhr“, die jetzt aber die neue Signatur „Deutsche Uhren-Fabrikation“ trug. Dass auf diesen ersten DUF-Uhren weder auf dem Zifferblatt, noch auf dem Werk ein Hinweis auf die herstellende Firma gemacht wurde, lässt vermuten, dass diese Produktionslinie nicht unbedingt der bisherigen Firmenphilosophie von Ferdinand Adolf Lange, bei seinen Uhren immer den höchsten Ansprüchen genüge zu tun, entsprach.
Dessen ungeachtet wurde diese unter der Marke DUF (Deutsche Uhren-Fabrikation – Glashütte) bekannt gewordene Produktionslinie, vor allem in finanzieller Hinsicht über lange Jahre, zu einem Erfolgsmodell der Firma A. Lange & Söhne.
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Bei dieser offenen, Taschenuhr der Firma A. Lange & Söhne im 900er guillochierten Silbergehäuse in der Form „Jürgens“ mit Goldscharnier, die im Jahr 1881 an die Dresdener Großhandelsfirma Dürrstein & Co. geliefert worden ist, handelt es sich um ein unsigniertes Modell, welches von der Firma A. Lange & Söhne auf dem Qualitätsniveau der zu dieser Zeit gerade auf den Markt gekommenen neuen billigeren Lange Uhrenmarke „Deutsche Uhrenfabrikation Glashütte“ (DUF) gefertigt wurde. Das vergoldete Dreiviertelplatinenwerk vom Kaliber 43 (43 mm Werkdurchmesser) wurde mit 15 Steinen, Glashütter Hemmung, Breguetspirale und Kompensationsunruh gefertigt. Eine Besonderheit ist die für diese Modellausführung neu entwickelte Druckstift-Zeigerstellung, die zwischen den Platinen angeordnet wurde. Da die von dem hohen Preisniveau abweichenden Modelle zu dieser Zeit nicht in die Firmenphilosophie der Firma Lange passten, aber vom Markt stark nachgefragt wurden, wurde anfänglich auf Signaturen, die auf die herstellende Firma schließen ließen, verzichtet und diese als billigere Glashütter Uhren durch die Firma Dürrstein vertrieben.
Die von A. Lange & Söhne gefertigten und von der Dresdner Grossistenfirma Dürrstein & Co. vertriebenen Varianten der Uhrenmarke Deutsche Uhrenfabrikation Glashütte (DUF).
| Deutsche Uhrenfabrikation Glashütte / A. Lange & Söhne | ||||
| Ausführungsvarianten | 13''' | 18''' | 19''' | 20''' |
| offen | x | x | x | x |
| Savonette | x | x | x | x |
| Guichet | x | x | x | x |
| Silber | x | x | x | x |
| 14 Karat (585/1000) | x | x | x | x |
| 18 Karat (750/1000) | x | x | x | x |
Diese am 30.6.1887 von A. Lange & Söhne verkaufte TU der Marke DUF mit der Werknummer 24475 ist noch mit der ersten Platinenform ausgestattet. Das Goldgehäuse der Form Jürgens hat schon die erst 1886 im Deutschen Reich eingeführte Feingoldgehaltspunzierung mit Sonnenzeichen und Reichskrone sowie die 585er Goldpunze.
Diese spätere DUF Ausführung mit geschlitzter Schwanenhals-feinregulierung (ab 1898), zweiter Platinenform mit der Werknummer 55173 wurde um die Jahrhundertwende gefertigt.
Zifferblattbeschriftung & Schutzmarke
Textauszug aus einem Verkaufskatalog der Firma aus den 1930er Jahren
"Mit der Marke DUF sind unsere 15-steinigen Uhrwerke bezeichnet, die ebenfalls hochfein vollendet sind. Die Teile werden serienmäßig hergestellt. Auf dem Zifferblatt tragen sie die Aufschrift „Deutsche Uhrenfabrikation, Glashütte i. Sa., A. Lange & Söhne.“ Jede dieser Uhren ist in Temperaturen und in 3 Lagen reguliert und hat sich auch jederzeit im Gebrauch als hochwertiger Präzisions-Zeitmesser bewährt."
Gegenüber der Gruppe der ALS sind diese Uhren etwas einfacher ausgestattet und auch hinsichtlich diverser Sonderausführungen nicht so vielseitig.
Eingeschalt wurden diese Uhren, als Savonett oder Lépine, in 14 karätigen Gold- oder 900er Silbergehäuse.
Fertigungsunterschiede zur ALS Qualität.
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Fertigung zwischen 1898-1906 A. Lange & Söhne,
14 Karat Gehäuse: ALS Glashütte Nr. 55 173, Durchmesser 52 cm
Zifferblatt: Emaille, röm. Zahlen, vertiefte Mitte, mit Aufschrift Lange & Söhne, Glashütte b/ Dresden
Zeiger: Goldzeiger, Form Ludwigs XV., Zeigerstellung durch Seitendrücker
Werk: vergoldetes Ankerwerk, 15 Rubis. Nr. 55 173, Anker und Ankerrad aus Gold, 3/4 Platine, Feinregulierung (Schwanenhals), unsichtbare Ankersteine
Aufzug: Kronenaufzug, Feder mit Malteserkreuz, Gangdauer ca. 30 Stunden
Unruh: Kompensationsunruh, 16 Gewichtschrauben aus Gold
Unruhfeder: Blaue Stahlfeder, Philipische Endkurve
Vermerk: Hervorragender Zustand, sehr guter Gang,
Aufzugsbügel: 14 K Gold mit Stempel ALS
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Diese im Originalzustand erhaltene Damentaschenuhr der Marke „Deutsche Uhrenfabrikation“ mit der Werknummer 55846 wurde von der Firma A. Lange & Söhne im Jahr 1904 gefertigt. Diese offene 12-linige Uhr hat einen Werkdurchmesser von nur 28 mm. Das entspricht in etwa der Größe einer zwei Euro Münze. Trotzt der geringen Größe ist das 15-steinige Werk baugleich mit den entsprechend größeren Herrentascheuhren der Marke DUF, die einen Durchmesser von 43 mm haben. Eingeschalt wurde sie in ein offenes Goldgehäuse vom Typ „Lucia“ mit einem Feingoldgehalt von 585/1000. Das weiße Emailblatt hat schwarze, arabische Zahlen und Goldzeiger der Form „Louis XV“.
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Diese Herrentaschenuhr vom Kaliber 45 (45 mm Werkdurchmesser) mit der Nummer 53573 wurde im Juli 1905 nach Eger (Ungarn) für 320,- Mark verkauft. Die nicht so aufwendig, wie die Uhren der Marke ALS gefertigte, etwas preiswertere Marke Deutsche Uhrenfabrikation (DUF) stellte die II. Qualität der Taschenuhren von A. Lange & Söhne dar. Dass die Uhr nach 1898 gefertigt wurde, lässt sich auch daran erkennen, dass sie mit der erst ab dem 12. Jan. 1898 mit der Patentnummer 15832 in der Schweiz patentierten, geschlitzten Rücker-Feinregulierung (Schwanenhals) ausgestattet ist. Das fast 60g schwere „Lucia“ Goldgehäuse hat zwar die Schutzmarke der Firma Lange, wurde aber, wie mehr als die Hälfte der Lange Taschenuhrengehäuse, aus der Schweiz bezogen. Erkennungszeichen für diese Uhren ist die Schweizer Goldpunze, die bei der Einfuhr mit der Deutschen Goldpunze (Reichskrone) ergänzt werden musste.
Silbergehäuse einfachste Ausführung
Lepine von 147,- bis 188,- Mark
Savonette von 163, bis 210,- Mark
Goldgehäuse einfachste Ausführung
Lepine von 238,- bis 355,-Mark
Savonette von von 363,- bis 520,- Mark
Goldgehäuse, Chronograph mit Minutenzähler
Savonette von 660,- bis 810,- Mark
zusätzlich noch mit Minuten-Repetierwerk
von1200,- bis 1400,- Mark
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Diese original erhaltene Decksuhr der Marke Deutsche Uhrenfabrikation der Firma A. Lange & Söhne Glashütte mit der Werk- und Gehäusenummer 66356 wurde während des ersten Weltkrieges am 15. März 1915 als Bestandteil einer größeren Lieferung an die Kaiserliche Marinewerft nach Kiel geliefert. Eingeschalt wurde die Uhr in ein offenes Silbergehäuse der Modellform „Jürgens“ mit der Lange Schutzmarke, der Reichspunze für Silber und einem 0,900 Feinheitsgehaltstempel. Der Preis für diese Uhr betrug damals 135,- Mark, was heute in etwa einen Gegenwert von ca. 1.300,- Euro entspräche.
Das Werk mit der typischen Glashütter Hemmungspartie dem Goldanker mit verdeckten Paletten und goldenem Ankerrad und der Schwanenhalsfeinregulierung hat 15 Steine und einen Durchmesser von 47 mm. Das emaillierte Zifferblatt hat römische Zahlen und ist mit einem angelassenen Stahlbirnen-Zeigersatz ausgestattet.
Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen entsprechend ergänzt.
Literatur:
Fachzeitschrift: Uhren und Schmuck 1/1979 bis 4/1980