Kaliber 60 GUB

 

  • Herstellungsjahr: 1951 - 1958
  • Werkdurchmesser: 12 ½''' = 28 mm
  • Werkhöhe: 4,3 mm
  • Werkaufbau: Platinenwerk mit Grundplatte, Federhausbrücke, Räderwerkbrücke, Ankerkloben, Unruhkloben.
  • Aufzug: Kupplungsaufzug mit 4-Loch Winkelhebelfeder
  • Hemmung: Palettenankerhemmung
  • Unruh: Monometallische Schraubenunruh mit 16 Gewichtsschrauben und Flachspirale
  • Steine: 7 oder 15
  • Stoßsicherung: ohne und mit Incabloc
  • Reglage: freier Rückerzeiger
  • Sekunde: dezentral bei 6
  • Stückzahl: ca. 280.400
  • Preis: 110,- bis 150,- M
  • Stückzahl der 7-steinigen Ausführung: ca.9.500
  • Preis: ca.150,- M
  • Besonderheiten: Anker und Räderwerk bei 7-steiniger Ausführung in Messingbuchsen gelagert.  Unbekannte aber geringe Anzahl von Werken mit Streifenschliff

Zu mehr Informationen zur Entstehungsgeschichte des Werkkalibers erhalten Sie >> hier <<

Bildliche Darstellung bekannter Werkausführungen

Erläuterungen zu Werkausführungen des GUB Kaliber 60

Es sind eine Reihe von verschiedenen Werkausführungen des Kaliber 60 bekannt.

Bei frühen Werken aus der ersten Hälfte der 1950er Jahre, befindet sich die Prägung der Kaliber- u. Werknummer sowie das GUB Logo nur auf der Räderwerkbrücke.

Aus dieser Zeit findet man auch noch in geringen Umfang versilberte Werke. Bei späteren, in der Regel nur noch vernickelten Werken ist das GUB Logo auf die Federhausbrücke geprägt, während Kaliber- u. Werknummer weiterhin auf die Räderwerkbrücke geprägt wurden.

In sehr geringen Stückzahlen wurden frühe Werke auch mit einem Streifenschliff dekoriert.

Mit den Einbau von Stoßsicherungen wurde erst 1954 mit der aus der Schweiz importierten Incabloc-Stoßsicherung begonnen. Gleichzeitig damit erfolgte der Einsatz des abgewinkelten Rückerzeigers.

Da es bis 1961 keine eigene in der DDR hergestellte Stoßsicherung gab und die Incabloc Stoßsicherung für Devisen eingeführt werden musste, wurde diese hauptsächlich in den moderneren bzw. höherwertigen Kalibern 60.1, 60.2 u. 60.3 eingesetzt.

Übersicht bekannter Werkausführungen des GUB Kaliber 60

  • 15 Steine, vernickelt, ohne Stoßsicherung, Streifenschliff, vor Serienfertigung, noch ohne Prägung
  •  15 Steine, vernickelt, ohne Stoßsicherung, Streifenschliff, Prägungen nur auf  Räderwerkbrücke
  • 7 Steine, vernickelt, ohne Stoßsicherung, Prägungen nur auf Räderwerkbrücke
  • 7 Steine, versilbert, ohne Stoßsicherung, Prägungen nur auf Räderwerkbrücke
  •   15 Steine, vernickelt, ohne Stoßsicherung, Prägungen nur auf Räderwerkbrücke
  •   15 Steine, versilbert, ohne Stoßsicherung, Prägungen nur auf Räderwerkbrücke
  •   15 Steine, vernickelt, mit Stoßsicherung, Prägungen nur auf Räderwerkbrücke
  •   15 Steine, vernickelt, mit Incabloc Stoßsicherung, Prägungen auf Räderwerk- u. Federhausbrücke

Originalprospekt von GUB Modellen Kaliber 60

Die in dem Prospekt gezeigten Modelle ermöglichen es festzustellen, welche Zeigerformen zu welchen Zifferblattdesign und welches Zifferblatt mit welchem Gehäuse von den GUB werkseitig gefertigt worden sind.

Modellbeispiele

Vergoldete Herrenarmbanduhr mit GUB Handaufzugskaliber 60

Die gut erhaltene 15-steinige Herrenarmbanduhr wurde mit diesem mit 20 Mikron vergoldetem, zweiteiligem Messinggehäuse mit einem gedrückten Edelstahlboden in der stossgesicherten Variante erst ab 1954 nur noch für eine kurze Zeit gefertigt. In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre setzten sich dann modernere Gehäuseformen ohne geschwungene Bandanstöße durch. Da in der DDR bis 1961 keine eigene Stoßsicherung für Armbanduhren hergestellt wurde, mussten die verwendeten Incabloc-Stoßsicherungen, wie auch z.B. Aufzugsfedern und Nivarox-Flachspiralen, aus der Schweiz importiert werden. Eine solche Uhr mit Werkkaliber 60, dem Basismodell der Kalibergruppe 60 der Glashütter Uhrenbetriebe, kostete damals um die 150,- Mark, was in etwa 50% eines monatlichen Durchschnittseinkommens in der DDR betrug.

Armbanduhrmodell mit Werkkaliber 60 aus den Anfängen der GUB

Dieses frühe, originalbelassene GUB Herrenarmbanduhrmodell der Kalibergruppe 60 aus den ersten Jahren der GUB weist außer einem sehr seltenen dreiteiligen Gehäuse aus der GUB Gehäusefertigung der ehemaligen Glashütter Firma Estler und einem Zifferblatt aus Aluminium weitere Besonderheiten auf, die bei späteren Werkausführungen zumindest nach 1953 nicht mehr vorkommen. Das Gehäuse besteht aus einem Mittelteil aus Messing, einem Glasring sowie einem gedrückten Edelstahlboden. Der Glasring ist vernickelt und verchromt. Das Mittelteil weist eine matte, körnige Beschichtung der Oberfläche auf, deren Materialbeschaffenheit noch geklärt werden muss. Anhand von bildlichen Vergleichen des frühen Werkes mit späteren Ausführungen wird deutlich, dass allein aus der Werknummer nicht auf das Alter des Werkes geschlossen werden kann. Bei frühen Werken befindet sich die Kaliberangabe, die Werk- bzw. Zählnummer und das GUB Signet zusammen auf der Räderwerkbrücke.

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Aktualisiert 20.05.2012

Uhrenmuseum Glashütte (mit einem Video hinterlegt)

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