Das Kaliber 62.2 war in der Nachfolge des Kalibers 62 mit werkseitig montierter Sekundenradbrücke und der Import Incabloc Stoßsicherung konzipiert. Wegen nicht ausreichenden Importen der Stoßsicherung wurden diese Werke häufig ,aus Gründen der Planerfüllung, auch ohne Stoßsicherung ausgeliefert.
Die unteren beiden Abbildungen zeigen ein 18-steiniges Werk, bei dem auf der Werkseite ein 16. zusätzlicher Lochstein für den Zapfen der Minutenradwelle und auf der Zifferblattseite ein 17. Lochstein für den Zapfen des Sekundentriebes, zu sehen ist. Zifferblattseitig ist der 18. Lochstein für die Minutenradwelle nicht sichtbar.
Siehe dazu auch, den nachfolgenden Beitrag.
In dem von Kurt Herkner publizierten Buch „Glashütter Armbanduhren“, 1. Auflage 1994/95, wird auf Seite 123 und auf Seite 126 über eine 18-steinige GUB Güteuhr Kaliber 62.2 berichte, die laut Autor in 42 Exemplaren 1952/53 hergestellt worden sein soll. Dazu werden auf den vorgenannten Seiten drei Abbildungen eines Werkes GUB 62.2 mit der Werknummer 144014 gezeigt und wie folgt beschrieben: S.123 „Kaliber 62.2, wie vorstehend, jedoch mit 18 Steinen, Tutima-Ausführung als Güteuhr. Incabloc-Stoßsicherung. Produktion 1952-1953 14 Uhren Kaliber 62.2, Tutima-Ausführung im Goldgehäuse Produktion: 1952-1953 28 Uhren.
Das vergrößert gezeigte Uhrwerk mit der Nummer 144014 ist das 14. Exemplar und wurde für 10 jährige Mitarbeit 1945-1955 an den maßgeblichen Mitarbeiter Helmut Klemmer überreicht.“ S.126 „Das abgebildete Werk Kaliber 62.2 ist als 18-steiniges Werk nur in 42 Exemplaren von 1952-1953 als Güteuhr veredelt worden.“
Dazu ist folgendes zu bemerken.
Welche Schlussfolgerungen sind aus der vorliegenden Faktenlage zu ziehen?
Eine nicht unbedeutende Anzahl von Formwerken der GUB sind auf der Räderwerkbrücke mit der Kennung 662.2 geprägt.
Da bei den so gekennzeichneten Werken nach bisherigen Erkenntnissen weder in den Abmessungen noch konstruktiv Veränderungen zum Kaliber 62.2 vorgenommen worden sind, kann man schlussendlich auch nicht von einem neuen, eigenständigen Kaliber sprechen.
Hinsichtlich des Grundes dieser zuätzlichen Prägung der Ziffer "6" gibt es gleich mehrere, allerdings bis jetzt nicht belegte Theorien. Von einer alten Kalibersystematik über eine ausgeschlagene Nummeriermaschine, der Fertigung in der Lehrwerkstatt, bis hin zu Mangel an Stoßsicherungen reichen die publizierten Vermutungen für diesen Sachverhalt. Bei der letzten Vermutung müssten allerdings der Logik folgend alle Formwerke Kaliber 62.2 eine Incaboc-Stoßsicherung haben, was bei weitem nicht der Fall ist.
Die Auffassung, dass die Kennung 662.2 lediglich einer betrieblichen Nummernsystematik der GUB aus den frühen 1950er Jahren geschuldet ist, die vor der eigentlichen Kaliberbezeichnung 66.2 eine zusätzliche "6" voranstellte, ist wohl noch die tragfähigste Vermutung. Das ist zwar kein Beweis, aber im Zusammenhang mit dem GUB Modellkatalog aus genau dieser Zeit, bei dem alle GUB Werkkaliber eine diesbezügliche Kennzeichnung hatten, zumindest ein starkes Indiz, was es erst einmal beweiskräftig zu bestätigen oder zu widerlegen gilt.
Empirische Beobachtungen lassen die Vermutung zu, dass zumindest in den letzten Jahren kein mit 662.2 gekennzeichnetes Werk nachgewiesen wurde, das in 1950er Jahren von Seiten des Herstellers mit einer Stoßsicherung ausgestattet worden war. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass es sich bei den mit 662.2 gekennzeichneten Werken um die Modelle handelt, die 1956 unmittelbar nach der Umstellung der Produktion von Kaliber 62, mit der von der Werkseite her montierten Sekundenradbrücke, aber noch ohne Stoßsicherung gefertigt worden sind.
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Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.