UFAG Taschenuhrmodell mit Werkkaliber 40 Typ 4

in den Werkausführungen Typ 4.1 und 4.2

Vermutlich in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre wird von der UROFA für die UFAG noch ein Taschenuhrwerk konstruiert, das sich weitgehend an das 1921 von der Deutschen Präzisons-Uhrenfabrik Glashütte e.G.m.b.H. entwickelte Werk für die Deutsche Präzisionsuhr Original Glashütte anleht und doch entscheidende konstruktive Unterschiede aufweist.  Dieser Neuentwicklung, die mit der Seriennummer 400.000 beginnt, dürfte in der Zeit des "Siegeszuges" der Armbanduhr allerdings keine große Zukunft beschieden gewesen sein. Da bisher nur eine sehr geringe Anzahl von Uhren mit diesem Kaliber nachgewiesen sind, ist davon auszugehen, dass es sich mangels Nachfrage nicht um eine größere Auflage gehandelt haben kann.

Werkseite einer TU Savonette, Kaliber 40 Typ 4.2
Werkseite einer TU Savonette, Kaliber 40 Typ 4.2

Werkbschreibung

Das 17¾-linige Werk mit einer von Hugo Müller weiter entwickelten Glashütter Ankerhemmung und 16 Funktionssteinen wurde in Neusilber ausgeführt und mit einem breiten Streifenschliff sowie einer Gravur unter der bimetallischen Kompensationsunruh fein vollendet. Der Minutenradstein wurde mit einem 3-fach verschraubten Chaton versehen. Bei der 2/3 Platine wurde an eine alte von 1860-1863 in Glashütte bei Glashütter Uhren verwendete Form angelehnt. Ein separater Ankerradkloben der Deutschen Präzisonsuhr "Original Glashütte", der halbungleich-schenklige Müller-Anker mit offenen Paletten, sowie einer Nickelstahl-Messing-Kompensationsunruh mit Regulierschrauben und eine Breguetspirale bilden die Hemmungspartie. Eine Rücker-Feinregulierung ist allerdings nicht vorhanden. Gegenüber den herkömmlich in der „Deutschen Präzisionsuhr Original Glashütte“ verwendeten Aufzügen wurde bei diesem Kaliber auf eine andere Konstruktion zurückgegriffen bzw. ein neuer Aufzug, ähnlich dem bei OMEGA verwendeten, entwickelt. Diese Frage ließ sich bisher noch nicht klären und ist Gegenstand weiterer Recherchen. Gleiches trifft für eine neue Form der verwendeten Sperrradklinke zu.

Produktionsumfang:

Aufgrund der wenigen bisher nachweisbaren Taschenuhren mit diesem außergewöhnlichen Werk kann man bei einem empirischen Vergleich mit der nachweisbaren Anzahl an Taschenuhren anderer Glashütter Hersteller aus einem vergleichbaren Zeitraum der 1930er Jahre vermuten, dass diese Taschenuhren nur in einer niedrigen Stückzahl von der UFAG gefertigt worden sind.

 

Bisher dokumentierte Werknummern:

400041

410037

410041

410074

410078

 

Eine Aussage, wie der Anteil vergoldeter Werke im Verhältnis zu den anspruchsvolleren Neusilberwerken war, kann derzeit nicht getroffen werden.

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Aktualisiert 21.05.2013

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild mit Video hinterlegt

Google Übersetzer

Ankergang
Ankergang

Besucherzähler

Counter