Nachdem sich bereits 1880, zwei Jahr nach der Gründung der Lehranstalt, eine Vereinigung von Schülern der DUS gebildet hatte, die aber keinen Bestand hatte, erwirkte 1895 eine neue Schülergeneration von der Schulleitung die Geneh- migung zur Bildung einer neuen Schülerverbindung. Seit dem 31. Mai 1902 wird von der Vereinigung der Name "Saxonia" geführt.
Die 1. Schülervereinigung "Graham"
Fünfzig Jahre nachdem sich mit dem Namen „Graham“ eine erste Schülervereinigung an der Deutschen Uhrmacherschule gebildet hatte, werden 1930 im Heft 39 drei noch lebende, ehemalige Mitglieder dieser Verbindung aus dem Jahr 1880 namentlich aufgeführt. Es handelte sich um die damaligen Schüler Otto Schmidt, Lescow und Haschka. Auch der bisher unbekannte Grund dafür, dass diese Vereinigung nur kurze Zeit Bestand hatte, wurde benannt. Von Otto Schmidt wurde in dem gleichen Saxonia Heft angeregt, das Gründungsdatum der Schülervereinigung „Saxonia“ auf den 25. Juni 1880 zurück zu datieren. Dieser Gedanke fand offensichtlich keine Mehrheit.
Im ersten Bericht für die alten Herren der Schülervereinigung „Saxonia“ an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte, der im Oktober 1904 erschien, wurden in einem ausführlichen Artikel die wichtigsten Eckdaten der ersten Jahre der 1895 gegründeten Vereinigung,veröffentlicht. Dadurch und durch weitere, nachfolgende Veröffentlichungen ist es heute noch möglich einen recht guten Überblick über die Geschichte der Vereinigung und der Uhrmacherschule zu geben.
Nach jahrelangen Bemühungen bekommt die Saxonia 1910 ihre Vereinsfahne.
Acht Jahre nachdem 1902 der Wusch nach einer eigenen Vereinsfahne zum ersten Mal geäußert wurde, konnte das Vorhaben dank einer Spende des Vorsitzenden des Deutschen Uhrmacher-Bundes, Herrn Carl Marfels die er anlässlich der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Dienstjubiläums des Direktors der DUS Prof. Strasser, überreichte, realisiert werden.
1914 - der 3. und letzte Alt - Herrentag der Saxonen im Frieden
Wenige Wochen später waren die Ersten bereits nicht mehr am Leben, wobei das Schicksal des Alfred Behrle, der bereits fünf Wochen nach Beginn des ersten Weltkrieges am 7. September 1914 in Frankreich fiel, besonders erschütternd ist, wie im nachfolgenden Auszug aus dem Bericht an die Alten Herren des S.V. "Saxonia" von 1916 hervorgeht.
Der gespendete Gedenkstein der Schülervereinigung „Saxonia“ an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte i. Sa. für ihre im ersten Weltkrieg gefallenen Kameraden wurde am 04. September 1920 anlässlich des 25-jährigen Saxonenjubiläums und 5. Alte-Herren-Tag feierlich im Garten hinter der Uhrmacherschule eingeweiht. Der damals auf einem Sockel stehende, ca. 1,8 Meter hohe Gedenkstein besteht aus bayrischem Muschelkalkstein und wurde von der Dresdener Architektenfirma Rose & Röhle bildhauerisch bearbeitet. Er trägt auf der Vorderseite das Wappen der „Saxonia“ und die Inschrift „Die Schülervereinigung „Saxonia“ ihren gefallenen Helden 1914-1918“.
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Freundschaftsvertrag zwischen der Glashütter Uhrmacherverbindung „Urania“ und dem „Alte Herren Verband der Schülervereinigung „Saxonia“ an der Deutschen Uhrmacherschule zu Glashütte i. S."
Nach jahrzehntelanger gegenseitiger Querelen und Ignoranz, die darin gipfelten, dass kein Mitglied des einen Vereins, Mitglied im Anderen werden konnte, hatten sich die Glashütter Uhrmacherverbindung „Urania“ und der „Alte Herren Verband der Schülervereinigung „Saxonia“ an der Deutschen Uhrmacherschule zu Glashütte i. S." in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre langsam aufeinander zu bewegt. Das dürfte im Wesentlichen auch auf die enge Verbindung und guten Beziehungen zwischen Dr. Giebel, dem Direktor der Uhrmacherschule, und Hugo Müller, dem langjährigen Vorsitzenden der URANIA und technischen Direktor der Deutschen Präzisionsuhrenfabrik e. G.m.b.H Glashütte (1918-1925), zurückzuführen sein. Letzten Anstoß hat vermutlich 1929 die Gründung einer eigenen Jugendgruppe bei der URANIA gegeben, deren Mitglieder sich im Wesentlichen aus den Schülern der Uhrmacherschule rekrutierten.
1936 - Das Ende der Schülervereinigung „Saxonia“
Auf einer außerordentlichen und erweiterten Vorstandssitzung am 27. Juni 1936 wurde entsprechend eines Erlasses des Stellvertreters des Führers Adolf Hitler, Rudolf Heß, vom Dezember 1935 die im 41. Jahr bestehende Schülervereinigung „Saxonia“ durch den Vorsitzenden des Alt-Herren- Verbandes PG Erich Merz mit einstimmigen Beschluss aufgelöst.
Aus den Mitteln der „Saxonia“ ging eine Spende an die H.-J. in Glashütte und aus den Mitteln des Alt-Herren-Verbandes eine Spende an die Uhrmacherschule.
1936
27. Juni 1936 die Gründung des
„Bundes ehemaliger Schüler der Deutschen Uhrmacherschule“
Der Bund übernimmt alle Mitglieder des früheren Alt- Herren-Verbandes, sowie dessen Vermögen und Verbindlichkeiten.
1940
Nach der Gründung der Meisterschule des Uhrmacherhandwerks in Glashütte erfolgte auch eine Umbenennung und Umgestaltung des Bundes ehemaliger Schüler der Uhrmacherschule zu Glashütte. Der Bund wurde mit Unterstützung von Reichsinnungsmeister PG Flügel mit neuer Aufgabenstellung von der Meisterschule übernommen.
Die neue Bezeichnung lautete:
„Bund ehemaliger Schüler der Meisterschule des Uhrmacherhandwerks, vorm. Deutsche Uhrmacherschule, Glashütte (Sa.)"
Eines der aktivsten Mitglieder der „Alten Herren“ der Schülervereinigung Saxonia, Leo Jürs, der am 14. April 1883 in Wien geboren wurde, verstirbt am 24. Oktober 1942. Seit seiner Ausbildung an der Deutschen Uhrmacherschule 1902 bis 1905 hatte er in den folgenden drei Jahrzehnten kaum eine offizielle Veranstaltung bzw. ein Treffen der „Alten Herren“ versäumt und aktiv zu deren Gelingen beigetragen. Seine enge Verbundenheit mit Glashütte dokumentiert sich auch dadurch, dass er die lange Anreise aus seiner Heimatstadt Wien nie gescheut hatte. In kaum einen Bericht über einen von der Uhrmacherschaft aus Glashütte initiierten Spendenaufruf fehlt der Name Jürs. Seine Spendenbereitschaft suchte seines Gleichen.
Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.