Der Uhrmacher Hermann Goertz wurde am 2. April 1862 in Montauerweide im heutigen Polen geboren.
Er wuchs bei Verwandten in Berdjansk in der Ukraine auf. Er erlernte zuerst den Beruf des Stellmachers und danach den eines Uhrmachers. Bis zum Ende des 1. Weltkrieges arbeitet er zuerst in Odessa und später in Charkow. Mit seinen Ersparnissen siedelte er zum Jahreswechsel 1918/1919 nach Deutschland um und arbeitete in Glashütte an der Deutschen Uhrmacherschule bis 1925 weiter an seiner etwa 1892 begonnenen Astronomischen Uhr, der später nach ihm benannten Goertz-Kunstuhr.
Dieses Kunstwerk zeigt außer der mitteleuropäischen Zeit auch Tage, Wochen, Monate und das Jahr an. Ablesen kann man auch Auf- und Untergang von Sonne und Mond über Mondzeiten, Stenbilder und Tierkreiszeichen.
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Nach mehreren vergeblichen Verkaufsversuchen, erwarb der sächsische Staat 1928 die Uhr für 15.000 Reichsmark und zahlte Hermann Goertz bis zu seinem Tod im Jahre 1944 eine jährliche Rente von 2.000 Reichsmark. Bis zu seiner schweren Erkrankung 1934 arbeitet er noch für die Firma A. Lange & Söhne in Glashütte an etwa einem Dutzend Präzisionspendeluhren, die er jedoch nicht mehr alle fertig stellen konnte. Die von ihm konstruierten Glocken- und Klauen-Schwerkrafthemmungen konnte er aber noch mit diesen Uhren erproben.
1955 wurde die im Foyer der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte aufgestellte Kunstuhr von Studienrat Alfred Helwig und Heinz Sauerwald restauriert und weiter verbessert.
Darüber berichtet Alfred Helwig in einem zweiteiligen Artikel in der Fachzeitschrift Feinmechanik und Optik Heft 2 u. 3/1956
Wenn sie sich dazu ausfühlich informieren möchten, dann klicken sie bitte das PDF- Dokument an.
1984 wurde die Uhr erneut überholt und ausführlich dokumentiert. Diesmal wurden die umfangreichen Arbeiten von Jürgen Fritsch und Karl Friebel, der als Lehrer an der Deutschen Uhrmacherschule die Uhr betreute, ausgeführt.
Nachdem sich die Goertz-Uhr zwischenzeitlich in den Räumen der Firma Lange befunden hatte, kann sie nach der Neueröffnung des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte im Mai 2008 wieder am alten Standort bewundert werden.
Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen entsprechend ergänzt.