Der gute Ruf der Schule reichte schon vor 1900 bis ans andere Ende der Welt. So besuchte zum Beispiel der am 17.03.1882 in Santiago geborene Herr Alfred Dreyse aus Chile von 1902 bis 1904 erfolgreich die Deutsche Uhrmacherschule in Glashütte.
Als seine Schülerarbeiten sind heute noch am Deutschen Uhrenmuseum Glashütte unter der Nummer 1.495 eine Anker-Taschenuhr mit Bügelaufzug, mit Nummer 1.466 ein Mikrometertaster und unter der Nummer 1.567 ein astatisches Nadelpaar nachweisbar.
Auch die von ihm an der Deutschen Uhrmacherschule in Glashütte gefertigte Ankertaschenuhr ist nach über einem Jahrhundert und zwei Weltkriegen erhalten geblieben und ist heute noch ein Zeitzeugnis von dem hohen Stand der Wissensvermittlung an dieser weltbekannten Ausbildungsstätte für Uhrmacher.
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Der 1897 geborene Paul Rau aus Banja Luka (Bosnien) absolvierte die Deutsche Uhrmacherschule unmittelbarvor und zu Beginn des 1.Weltkrieges in den Jahren 1913 bis 1915. Neben dem gezeigten Mikrometer fertigte erauch noch ein Ankermodell mit der Nummer 2638.
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Vorgestellt wird hier ein vom späteren Sinziger Uhrmachermeister Karl Hoffmann 1923/24 an der Deutschen Uhrmacherschule gefertigtes Meisterstück eines Ankerhemmungsmodelles mit der Schulnummer 3075.
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Karl Hoffmann wurde am 20.07.1905 in Sinzig am Rhein geboren und absolvierte in der schwierigen Inflationszeit 1921 bis 1924 die Glashütter Meisterschule, an der viele bedeutende Uhrmacher wie Alfred Helwig, der zeitgleich an einer seiner Erfindungen, dem fliegenden Tourbillon arbeitete, lehrten.
1922 trat er der heute noch aktiven Schülervereinigung Saxonia bei, der er auch noch 1938 angehörte, wie ein Mitgliederverzeichnis belegt. Während seiner Ausbildung fertigte Karl Hoffmann noch weitere interesante Arbeiten an.
Ein Mikrometer mit der Schulnummer 3100, ein astatisches Nadelpaar und eine Lepine Anker Taschenuhr Kaliber 43, beides mit der Schulnummer 3124
In den 1930er Jahren führte Karl Hoffmann ein Geschäft am Markt 80 in Sinzig. Auch nach dem 2. Weltkrieg konnte der Uhrmachermeister Karl Hoffmann noch einmal mit einem Uhren-, Schmuck- und Porzellangeschäft an exponierter Stelle im damals modernsten Gebäude von Sinzig am Markt 15/17 und einer Filiale in Bonn /Bad Godesberg in der Nähe der Amerikanischen Botschaft geschäftliche Erfolge verzeichnen.
Der Berliner Uhrmachermeister Holger Blumensath erläutert die Funktionsweise und die Zweckbestimmung des Geräte.
Diese Arbeit wurde von einem namentlich noch nicht bekannten Schüler gefertigt. Der gedrechselte Fuß stammt noch aus der Werkstatt des Glashütter Kunsttischlers Arthur Guricke, der für viele Schülergenerationen der Uhrmacheschule die für ihre Modelle erfoderlichen Untergestelle gefertigt hat.
Hans Apel war bis 1926 Schüler an der Deutschen Uhrmacherschule.
Zur Abschlußfeier 1926 erhielt er für seine gezeigten Leistungen eine Auszeichnung. Daz
heisst es im Bericht der Deutschen Uhrmacher-Zeitung über die Abschlussfeier
…. „In seiner an die Unterrichtsproben sich anschließenden Ansprache gab Oberstudiendirektor Dr. Giebel eine übersichtliche Darstellung des Schulbetriebes und behandelte die im verflossenen Schuljahre erzielten Erfolge, die es ermöglicht haben, eine Reihe Auszeichnungen an tüchtige Schüler zu verleihen. Eine Anerkennungsurkunde aus der Großmann-Stiftung für hervorragende Leistungen in der Präzisionsuhrmacherei sowie eine Buchprämie der ,.Urania" erhielt der Schüler Hans Apel.“
Taschenuhr im Silbergehäuse mit fliegend gelagerten Tourbillon. Gefertigt 1927 an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte als Meisterstück von Hans Apel 1905*- 1958†
Seit 1931 fand an der Deutschen Seewarte Hamburg , zusätzlich zu den seit 1877 durchgeführten Konkurrenzprüfungen für See-Chronometer, an der sich ab 1886, mit der Firma A. Lange & Söhne auch Glashütter Firmen beteiligen, eine Wettbewerbprüfung für Präzisions-Taschenuhren statt. Diese Prüfungen bezogen vornehmlich auf hochwertige Uhren für wissenschaftliche Zwecke und für den Gebrauch in der Nautik und Luftfahrt erstrecken (Sonderklasse und I. Klasse) und in beschränktem Umfange auf Uhren für allgemeinen Gebrauch (II. Klasse). Diese letzteren sollten durch ein Mindestmaß individueller Behandlung noch als Präzisionsuhren angesprochen werden können.
An der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte wurde schon seit einer ganzen Reihe von Jahren die Herstellung besonders feiner und oft auch eigenartig konstruierter Taschenuhren gepflegt. Gewissermaßen zu einer besonderen Spezialität der Schule sind die von Studienrat Alfred Helwig entwickelten Drehgang-Uhren (Tourbillon) geworden. Eine dieser Uhren, die als Gemeinschaftsarbeit von Alfred Helwig und seinen Schülern angefertigt wurde, hatte bei der 3. Seewarten- Prüfung 1933, zusammen mit einer 2. Glashütter Präzisionstaschenuhr, einem Chronometer-Tourbillon, das in den Besitz des Bayerischen Staates übergegangen ist (Bayerisches National-Museum), den Preis der Sonderklasse bekommen.
Bei der ersten Uhr handelte es sich um ein Anker-Tourbillon vereinfachter Bauart.
Die Uhr wurde als 52er Deckuhr, offen, ausgeführt und mit Auf- und Abzeiger versehen, wie es für diese Uhren vorgeschrieben war. Sie befand sich in einem einfachen silbernen Gehäuse.
Durch die infolge der Konstruktionsweise ermöglichte besonders große Unruh wurde ein außerordentlich gleichmäßiger Gang erreicht. Besonders unterstützt wurde dies noch durch die Anordnung von zwei sehr großen Federhäusern, die parallel geschaltet sind. Die verhältnismäßig dünnen Federn erlaubten bei vollem Aufzug 9 Umgänge, von denen aber nur 4 benutzt werden. Beide Federhäuser wirkten auf das Minutentrieb, welches 12 Zähne hatte. Die Anordnung war so getroffen worden, daß die Zähne beider Federhäuser nacheinander zum Eingriff kamen, woraus sich eine außerordentlich gleichmäßige Kraftübertragung ergabt. Es hatte etwa die Wirkung, als wenn ein Minutentrieb mit 24 Zähnen verwendet würde.
Nach der Preisverleihung in der Sonderklasse, durch die Deutsche Seewarte Hamburg, wurde an der Uhrmacherschule gemeinsam mit Lehrern und Schülern beraten, was mit dieser Uhr, die ja hauptsächlich für wissenschaftliche Zwecke und für den Gebrauch in der Nautik und Luftfahrt, konstruiert worden war, zu geschehen hatte.
Erbauer und Schulleitung kamen überein, sie dem Deutschen Reichskanzler Adolf Hitler, allerdings nicht als Privateigentum, sondern als Dienstuhr für die Reichskanzlei und mit der Bitte, sie bei wichtigen Veranstaltungen, wie es z. B. bei Zeppelin-Weltflügen oder auch Arktisflügen , als Leihgabe für die Beobachtungen zur Verfügung zu stellen. Angeregt wurde auch, sie unter Umständen bei wichtigen wissenschaftlichen Unternehmungen befreundeter Länder, ebenfalls als Leihgabe zur Verfügung zu stellen.
Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliege, entsprechend ergänzt.