Da für Adolf Lange die Ablesbarkeit der kleinen, laufenden Sekunde für bestimmte, sehr wahrscheinlich wissenschaftliche Zwecke keine befriedigende Lösung darstellte, hatte er bereits Mitte der 1860er Jahre einen Mechanismus für eine "springende Sekunde" entwickelt. Mit diesem System sind aber nur wenige Werke gefertigt worden.
Die „Seconde morte" von Ferdinand Adolf Lange wurde erstmalig als Meisterstück von Emil Lange ausgeführt. Richard Lange verbesserte sie später durch die direkte Übertragung der springenden Sekunde nach der Mitte.
Der Name "tote Sekunde" oder im Französischen „Seconde-Morte“ rührt daher, weil der Zeiger von einem zum anderen Sekundenschritt in Ruhestellung verbleibt.
1877, rund 100 Jahre nachdem Jean-Moise Pouzait erstmals den Mechanismus der „Seconde-Morte“ entwickelt hatte, ließen sich A. LANGE & SÖHNE in GLASHÜTTE (Sachsen) ein Sekundenwerk mit springendem Zeiger in der von Richard Lange weiterentwickelter Form mit nur einem Federhaus als Reichspatent Nr. 182 am 3. August 1877 patentieren.
In der Patentschrift heißt es dazu:
„Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein neues Secundenwerk (Seconde morte), welches sich sowohl durch wesentliche Vereinfachung der Einrichtung an sich, als auch der Anordnung derselben im ganzen Uhrwerk von den bekannten Mechanismen dieser Art vorteilhaft unterscheidet.
Auf dem oben starken Zapfen a des sogegenannten Kleinbodentriebes sitzt das große Rad b lose; dasselbe wird durch einen am oberen Ende des Zapfens a aufgeriebenen Stahlpunzen c gehalten. Mit letzterem ist ein kleines, mit Sperrzähnen versehenes Goldrädchen d fest verbunden, welches sich gleichzeitig mit dem Kleinbodentrieb umdreht.
Die Verbindung des gewöhnlichen Uhrwerks mit dem Secundenwerk wird durch zwei auf dem genannten Rad b aufgeschraubte Federn e1, e2 hergestellt, und zwar dadurch, daß sich die in den Endstücken der Federn gefaßten Edelsteine f1, f2 zwischen die Zähne des Goldrädchens d legen. Das große Rad b steht in Eingriff mit einem durch den Minutentrieb hindurch gehenden 12er Trieb g, desgleichen das auf der Axe des letzteren sitzende Rad h mit einem kleineren 7er Trieb i ferner greift das mit letzterem verbundene Rad h in den 6er Trieb l, welches in jeder Secunde eine volle Umdrehung macht.
Um das Springen des vom Mittelpunkte des Zifferblattes ausgehenden Secundenzeigers genau von einem Secundenstrich auf den nächstfolgenden zu erreichen, ist mit dem zuletzt erwähnten 6er Trieb l ein kleiner Hebel m verbunden, dessen eines Ende in einen auf der Axe n des sogenannten Gangrades befindlichen Stern o von sechs Zähnen angreift. Der Stern hält den Hebel m und damit den Trieb l bezw. das Secundenrad vorübergehend fest, läßt den Hebel erst nach Verlauf einer Secunde frei, worauf dieser eine Umdrehung vollführt, um sich alsdann mit seinem langen Ende an den nächsten Zahn des Sternes zu legen, nach Ablauf der folgenden Secunde eine neue volle Umdrehung zu machen u. s. w.
Im Falle des Anhaltens des Secundenwerkes durch den Hebel r, der sich mit einem Stift gegen den Hebel m legt, stehen die erwähnten Getriebe bezw. Räder unter der Brücke q sowie das Rad b still, und die Federn e fallen mit den Steinen f1 und f2 abwechselnd von den Sperrzähnen des Goldrädchens d ab.
Die Axen der zum Secundenwerk gehörenden Räder i, k, l, m, o sind einerseits in der sogenannten Platine p, andererseits in der auf letzterer aufgeschraubten Brücke q gelagert; dasselbe gilt vom obersten Teil der Axe der Räder g und h.
Die Vorzüge dieser beschriebenen Secundenwerk-Einrichtung beruhen:
1. in der verhältnilsmäßig sehr einfachen Construction, indem das ganze Uhrwerk nur ein einziges Federhans F besitzt;
2. darin, daß bei einer erfolgten Ausrückung des Secundenwerkes, wobei also die Zähne des Goldrädchens d unter den Steinen f der Federn abwechselnd wegspringen, die in der Uhr wirkende, nützliche Kraft weder erhöht, noch vermindert, und dadurch der gleichmäßige Gang der Uhr keinesfalls gestört wird;
3. in der durch diese Construction bedingten vollständigen Beseitigung der lästigen, sogenannten Zeigerluft (d. h. des todten Ganges der Zeiger; indem hier der Minutenzeiger direct mit dem sogenannten Großbodentrieb in Verbindung steht, eine Räder-Übersetzung also garnicht noch wendig wird;
4.a) in der Möglichkeit, die Einrichtung auf jedem Uhrwerk mit Dreiviertel-Platin leicht anbringen zu können;
b) in der Erleichterung der Herausnahme des Secundenwerkes, ohne die Uhr zerlegen zu müssen, sowie event. der Möglichkeit einer gänzlichen Beseitigung des Secundenwerkes, ohne daß dadurch das Aussehen der Uhr geschädigt wird.
Patent- Ansprüche:
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Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen entsprechend ergänzt.