Diese Kaliber besitzen ein massives Grundwerk mit automatischer Aufzugseinrichtung. Das Räderwerk einschließlich dem Federhaus wird unter einer großen Räderwerkbrücke ( ¾ -Platine) gelagert. Zusätzliche Gestellteile sind eine Minuten- und Ankerbrücke sowie der Unruhkloben.
Das Werk ist ausgestattet mit 26 Funktions- und Lagersteinen, gesondert demontierbarem Federhaus, ein durch 3 Decksteine axial abgestütztes Sperrrad, Zentralsekunde, Bremsfeder außerhalb des Kraftflusses, Ankerhemmung mit poliertem Stahlanker und Stahlankerrad, einer großen Unruh und einer selbst kompensierenden Spirale.
Der automatische Aufzug mit 3 Reduktionsrädern und Wendehebel mit –rad ist unten in der Räderwerkbrücke gelagert. Der Rotor mit Schwermetallring und Trieb besteht aus einem 145° Segment und ist mit CuNiMn- Buchse auf dem Rotorlagerbolzen gelagert. Bei Kaliber 06-26 ist das Kalenderwerk bestehend aus Datumring, Datumplatte, Datumrolle und Kalenderrad 1 und 2 zusätzlich unter einer Plastdatumplatte montiert.
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Der jährliche Sortimentskatalog der Branche Uhren der Großhandels-gesellschaft Technik, weist die im jeweiligen Planjahr dem Handel von den 20 verschiedenen Uhrenproduzenten der DDR, für den inländischen Bedarf zu Verfügung stehende Uhrenmodellvarianten aus. Ebenfalls enthalten sind die Uhrenmodelle, die aus den Ländern des RGW eingeführt wurden. Die für den Export vorgesehenen Uhrenmodelle finden in diesem Katalog keine Berücksichtigung. Neben der Artikelnummer, der Artikelbezeichnung mit Beschreibung, Hersteller und Abbildungen, wird auch der jeweilige EVP in MDN ausgewiesen.
Eine Gewähr, dass die gelisteten Uhren auch im ausreichenden Umfang dem Handel zur Verfügung gestellt wurden, war nicht gegeben. Der Abschluss von Exportverträgen, die über die vom Außenhandel der DDR geplanten Größenordnungen hinausging, wurde zu lasten der inländischen Bedarfsabdeckung vorrangig realisiert. Der Redaktionsschluss für den 1968er Katalog war der 01.08.1967.
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Dieses original erhaltene Modell einer Herrenuhr der Glashütter Uhrenbetriebe ohne Datumsanzeige, in einem Goldgehäuse mit einem Feingoldgehalt von 585/1000, einem Durchmesser von 34 mm und einem ebenfalls massiv goldenen, aufgedrückten Boden, wurde im dritten Quartal des Jahres 1968 gefertigt. Die entsprechende herstellerseitige Prägung befindet sich neben der Kaliberangabe auf der Werkplatine. Die Spezimaticwerken Kal. 74 - neue Kaliberbezeichnung ab 1970 (06-25) - und Kal. 75 (06-26), die in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre in diese Goldgehäuse eingeschalt wurden, sind Werke der Serienproduktion, die weder in der Ausstattung noch in der Finissage Besonderheiten aufweisen.
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Dieses Spezimaticmodell mit dem Werkkaliber 74 (06-25), ohne Datumsanzeige, des VEB Glashütter Uhrenbetriebe weist eine Besonderheit auf. Die dafür in der Serienproduktion verwendete Platine mit der Kaliberprägung 74 und der Prägung des Herstellungszeitraumes, 3. Quartal 1969, hat zifferblattseitig die Ausfräsungen für das Kalenderwerk, die ansonsten nur bei den Platinen des Kaliber 75 (06-26) vorhanden sind. Der Grund für eine derartige, nicht der Regel entsprechende Verfahrensweise der Verwendung von Rohplatinen des Kaliber 75 für das Kaliber 74 ist bisher nicht belegt, könnte sich aber möglicherweise durch einen Engpass in der Verfügbarkeit von Werkplatinen des Kaliber 74 erklären. Eine kurzfristige erhöhte Nachfrage für Spezimaticmodelle ohne Datumsanzeige, durch die staatlichen Handelsorgane der DDR, die planwirtschaftlich nicht absehbar und daher eigentlich nicht möglich war, wäre mit einem solchen „Kunstgriff“ doch noch realisierbar gewesen. Da die Preise aber von staatlicher Seite festgeschrieben waren, würde sich ein damit verbundener erhöhter Produktions- und Kostenaufwand negativ auf das planwirtschaftlich vorgegebene Betriebsergebnis auswirken, was den Ausnahmecharakter für eine solche Verfahrensweise erklären würde.
Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.