Einige Fragen zum Kaliber 63, so lautete 1959 der Titel eines bemerkenswert offenen und kritischen Artikels in der Fachzeitschrift „Uhren und Schmuck“ zur Frage der Verbesserung und der Sicherung der Qualität bei dem von den GUB seit 1953 produzierten Damenarmbanduhrkaliber 63. Über die gesamte Zeit war trotzt immer wieder erfolgter konstruktiver und technologischer Verbesserungen keine zufriedenstellenden Ergebnisse zu verzeichnen gewesen. Das hatte zur Folge, dass es zu einer öffentlichen Diskussion kam, über die in der Fachpresse berichtet wurde und in deren Ergebnis von Seiten des herstellenden Betriebes eine nochmalige prinzipielle Überarbeitung des 15-steinigen, 5 ¼ linigen Damenarmbanduhrkalibers angekündigt wurde.
1964 wurde mit dem neuen Kaliber 63.4, ein ebenfalls 15-steiniges 5 ¼ liniges Werk, bei dem die vorgenannten Qualitätsprobleme weitestgehend behoben waren, die 1962 abgebrochene Produktion von Damenuhren auch zu Exportzwecken wieder aufgenommen und bis 1969 weitergeführt.
In dem vorstehenden Artikel in der Fachzeitschrift "Uhren und Schmuck" gibt das Mitglied der Kammer der Technik und Ingenieur bei den Glashütter Uhrenbetrieben Schmidtchen einen exakten Überblick über das Fertigungsprogramm der GUB von 1950 bis 1964. Dabei geht er auch auf die Produktion der Kaliber 63 und 63.4 ein.
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Dieses Damenarmbanduhrkaliber mit dem 5 ¼ linigen Formwerk Kaliber 63 wurde 1953 von der GUB in die Produktionspalette aufgenommen. Bereits in den Jahren 1934 bis zur Einstellung der Damenuhrproduktion 1940, die wegen der Umstellung der Uhrenfertigung auf die Kriegsproduktion erfolgte, wurde dieses Werk in hoher Stückzahl von der Uhren-Rohwerke-Fabrik Glashütte AG als Kaliber 542 hergestellt.
Die Konstruktion des Kaliber 542 war allerdings keine Glashütter Erfindung, denn sie basierte ebenso wie die des Urofa Raumnutzwerkes Kaliber 58 auf schon Ende der 1920er Jahre von der Schweizer Firma Geb. Thommen Waldenburg entwickelte und erfolgreich produzierte Formwerke.
Anfänglich wurde das GUB Kaliber 63 in verschiedene vergoldete Gehäuse Pforzheimer Hersteller eingeschalt. Später übernahm die Zwickauer Edelschmiede die Gehäusefertigung und signierte sie mit "ZE". Im geringen Umfang wurden auch 585er Goldgehäuse verwendet. Ein Echtheitsnachweis ist auch für die GUB Damenuhren nur im Zusammenhang mit den im Garantieschein gemachten Angaben der Werk- und Gehäusenummer möglich. Teilweise wurden im Garantieschein neben dem Kaliber nur die letzten beiden Zahlen der Werknummer eingetragen.
Mehr zur Geschichte der Raumnutzwerke finden Sie >> hier <<
Auch das Kaliber 542, das in leicht modifizierter Form als Kaliber 63 von den GUB gefertigt wurde, war keine Glashütter Erfindung. Es wurde aus patentrechtlichen Gründen, in leicht modfizierter Form, von dem ebenfalls 5 ¼ -linigem Formwerk der Firma Geb. Thommen aus dem Schweizerischen Waldenburg im Wesentlichen unverändert übernommen.
Die Originalausstattung des Herstellers sieht, zumindest anfänglich, beim Kaliber 63 eine Schraubenunruh vor. Ob und wann, wie gelegentlich in der Literatur beschrieben und in den Modellbeispielen gezeigt, monometallische Ringunruhen zum Einsatz gekommen sind, ist Gegenstand weiterer Recherchen.
Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.