GUB DAU Kaliber 63

  • Herstellung: 1953 - 1962
  • Werkmaße:19,25 mm x 12,8 mm
  • Werkhöhe: 3,5 mm
  • Werkaufbau: Brückenwerk mit Platine, Räderwerkbrücke, Federhausbrücke, Anker- und Unruhkloben
  • Aufzug: Kupplungsaufzug 
  • Hemmung: Palettenankerhemmung
  • Unruh: Schraubenunruh/Ringunruh
  • Steine: 15
  • Stoßsicherung: keine
  • Reglage: freier Rückerzeiger
  • Sekunde:keine
  • Stückzahl: ca.400.000 Stück
  • Preis: Werkabgabepreis 116,- Mark; EVP je nach Modell der vergoldeten Ausführung um die 140,- M
  • Besonderheiten: Leicht modifizierte Variante des Kalibers 542 der Urofa. Anfänglich noch mit Schraubenunruh. Auch Triebe, Räder u. Schrauben stammen bei Kal. 63  aus eigener Produktion. Kaliberbezeichnung, Werknummer u. GUB Kennung sind in die Räderwerkbrücke geprägt.

Frühe Werkausführungen wurden noch mit einer Schraubenunruh gefertigt

Werkausführung mit Ringunruh

Glashütter Tradition Fertigung von Präzisionsuhren

 

„Im Jahr 1953 lief die Nullserie der bekannten Damenarmbanduhr Kaliber 63 an; 1954 konnten bereits 5000 Stück Uhren dieses Kalibers gefertigt werden. (im Jahre 1962 wurde diese Produktion aus Gründen einer weiteren Spezialisierung des Betriebes eingestellt. In Anpassung an die Weltmarktbedürfnisse wird jedoch die Produktion der Damenarmbanduhr Kal. 63.4 in diesem Jahr für Exportzwecke wieder aufgenommen.)“

 Quelle: Ing. Schmidtchen, Kammer der Technik, VEB Glashütter Uhrenbetriebe, Fachzeitschrift Uhren & Schmuck Nr.04/1964

Qualitätsprobleme beim Kaliber 63

Einige Fragen zum Kaliber 63, so lautete 1959 der Titel eines bemerkenswert offenen und kritischen Artikels in der Fachzeitschrift „Uhren und Schmuck“ zur Frage der Verbesserung und der Sicherung der Qualität bei dem von den GUB seit 1953 produzierten Damenarmbanduhrkaliber 63. Über die gesamte Zeit war trotzt immer wieder erfolgter konstruktiver und technologischer Verbesserungen keine zufriedenstellenden Ergebnisse zu verzeichnen gewesen. Das hatte zur Folge, dass es zu einer öffentlichen Diskussion kam, über die in der Fachpresse berichtet wurde und in deren Ergebnis von Seiten des herstellenden Betriebes eine nochmalige prinzipielle Überarbeitung des 15-steinigen, 5 ¼ linigen Damenarmbanduhrkalibers angekündigt wurde.

Qualitätsprobleme beim Kaliber 63
Fragen zum Kaliber 63.pdf
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1964 wurde mit dem neuen Kaliber 63.4, ein ebenfalls 15-steiniges 5 ¼ liniges Werk, bei dem die vorgenannten Qualitätsprobleme weitestgehend behoben waren, die 1962 abgebrochene Produktion von Damenuhren auch zu Exportzwecken wieder aufgenommen und bis 1969 weitergeführt.

Glashütte - Fertigung von Präzisionsuhren
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In dem vorstehenden Artikel in der Fachzeitschrift "Uhren und Schmuck" gibt das Mitglied der Kammer der Technik und Ingenieur bei den Glashütter Uhrenbetrieben Schmidtchen einen exakten Überblick über das Fertigungsprogramm der GUB von 1950 bis 1964. Dabei geht er auch auf die Produktion der Kaliber 63 und 63.4 ein.

GUB Damen-Armbanduhren -  Modellkatalog 1959

Auszug aus dem GUB  - Modellkatalog zur Leipziger Frühjahrsmesse 1960 Damenarmbanduhren von Kal.63

Auszug aus dem Modellkatalog zur Leipziger Frühjahrsmesse 1960
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Modellbeispiele

Im Original erhaltene Glashütter Damenarmbanduhr von 1956

Nur sehr selten findet man heute noch frühe, im Original mit Etui und Garantieschein erhaltene Damenarmbanduhren, die in den 1950er Jahren vom VEB Glashütter Uhrenbetriebe gefertigt wurden. Bei der hier vorgestellten Damenarmbanduhr mit dem 15-steinigen GUB Handaufzugskaliber 63 handelt es sich um ein solches Exemplar.

Am 03. September 1956 wurde die Uhr vom HO Industriewaren Plauen verkauft. Eine weitere Besonderheit ist das vom VEB Sächsische Bijouterie- und Metallwarenfabrik Geringswalde gefertigte, verchromte Messinggehäuse mit gedrücktem Edelstahlboden.  Diese Firma war bis zum Beginn der 1960er Jahre der einzige Armbanduhrgehäuse-hersteller der DDR. Regelmäßig vom Uhrmacher gewartet  und sorgsam behandelt tut sie noch heute, nach mehr als sechs Jahrzehnten, zuverlässig ihren Dienst.

Frühe Damenarmbanduhr GUB Kal. 63

der Glashütter Uhrenbetriebe

mit Werknummer 14.146

Nur noch selten findet man heute Modelle der ersten Damenarmbanduhren des VEB Glashütter Uhrenbetriebe mit dem 15-steinigen Werkkaliber 63 aus der ersten Hälfte der 1950er Jahre. Bei der hier vorgestellten Uhr handelt es sich noch um eine solche, original belassene Damenarmbanduhr. Bemerkenswert ist bei den Werkabmessungen von 19,3 X 12,8 mm bei einer Werkhöhe von 3,5 mm die Verwendung einer Schraubenunruh. Bei dem Kaliber 63 handelt es sich um eine leicht modifizierte Variante des in den 1930er Jahren von der Uhren-Rohwerke-Fabrik Akt. Ges. Glashütte i. Sa. gefertigten Werkkaliber 543. Die Furnituren, wie Walzgold-Gehäuse, Metallzifferblatt und Zeiger wurden von in Westdeutschland, vorwiegend von in Pforzheim ansässigen, Firmen zugekauft.

Originale Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe

Werknummer: 54.702

Erst  acht Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges begann man 1953 im VEB Glashütter Uhrenbetriebe mit der Fertigung des aus dem Glashütter UROFA Kaliber 542 entwickelten Damenarmbanduhrkaliber 63. Da seit 1940 in Glashütte keine zivielen Herren- und Damenarmbanduhren mehr gefertigt wurden, war inzwischen ein riesiger Nachholbedarf entstanden, der unmöglich in kurzer Zeit gedeckt werden konnte. Zu Beginn der Fertigung wurden die Werke noch aufwendig mit geschlitzter Schrauben-Kompensationsunruh gefertigt. Die Modellpalette von Gehäusen und Zifferblättern wurde sehr rasch erweitert. Da die Kapazitäten für größere Stückzahlen aus DDR Fertigung nicht vorhanden waren, musste die Mehrzahl der Furnituren importiert werden. Das Walzgoldgehäuse mit gedrückten Edelstahlboden der hier gezeigten Uhr wurde aus Westdeutschland, von der Pforzheimer Firma  Ernst Wagner OHG, bezogen.

Im Partnerlook - die kleine Schwester der GUB Frackuhr

 Kal. 63 Werknummer: 76.937

 

In den 1960er Jahren tauchen bei den Modellen der GUB vermehrt Herren- und Damenuhren auf, deren Gehäuseform sich zumindest ähneln. Ob das der verstärkten Gleichberechtigung geschuldet war oder einfach einem Modetrend Rechnung getragen wurde, ist wohl nicht mehr zu klären. Die "Gleichheit" beschränkte sich aber im Wesentlichen auf Äußerlichkeiten. Wärend mit der Kalibergruppe 70 eine ganze Palette von Werksvarianten für Herrenuren zur Verfügung stand, hatte man bei der GUB für die Damenuhren nur das Werkkaliber 63 und später das verbesserte Werk 63.4 zur Verfügung. Bei dem GUB Kaliber 63 handelt es sich um das nur unwesentlich modifizierte Damenarmbanduhrkaliber 542, dass von der Uhren Rohwerkefabrik  AG Glashütte Sa. von 1934 bis zur Einstellung ihrer zivilen Armbanduhrfertigung im Jahr 1940 hergestellt wurde.

Frühe Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe

Kaliber 63 Werknummer: 85.053

Die hier vorgestellte Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe wurde in der Mitte der 1950er Jahre mit dem GUB Wekkaliber 63 in ein aufwendiges, aus dem NSW importiertes Walzgoldgehäuse mit gedrücktem Edelstahlboden eingeschalt. Das stark an das Werkkaliber 542 der UROFA angelehnte Ankerwerk wurde noch mit einer Schraubenunruh, 15 Rubinen und mit dem Gütezeichen 1 gefertigt. Die Schmucketuis wurden im Fertigungszeitraum des Kalibers vom VEB Möbel- und Etuifabrik Eisenberg Thüringen bezogen.

Frühe Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe

Kaliber 63 Werknummer: 107.860

1953 begann der VEB Glashütter Uhrenbetriebe die Fertigung von mechanischen Damenarmbanduhren Kaliber 63 mit Handaufzug. Das 15-steinige Werk wurde anfangs noch mit einer Schraubenunruh, aber ohne Stoßsicherung gefertigt. Da in der DDR Anfang der 1950er-Jahre noch keine ausreichende Fertigungskapazität vorhanden war, wurden Armbanduhr-gehäuse mehrheitlich aus Westdeutschland importiert. So auch bei dem hier gezeigten Modell, welches von der Firma Wagner Pforzheim stammt. Die Konstruktion des Werkes beruht weitestgehend auf dem in den 1930er-Jahren von der Uhren-Rohwerke-Fabrik Akt. Ges. Glashütte entwickelten und bis 1939 gefertigten Werkkaliber 542.

Frühe Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe

Kaliber 63 Werknummer: 109.720

Das hier vorgestellte Damenarmbanduhrmodell wurde in der ersten Hälfte der 1950er-Jahre vom VEB Glashütter Uhrenbetriebe gefertigt. Bei dem 15-steinigen Handaufzugswerk handelt es sich um das GUB Kaliber 63, was aus dem in den 1930er-Jahren gefertigten Damenarmbanduhrkaliber 542 der Uhren-Rohwerkefabrik Akt. Ges. Glashütte hervorgegangen ist. Bis weit in die 1960er-Jahre hatten die Damenarmbanduhren der GUB noch keine Stoßsicherung. Das Werk der hier gezeigten Uhr mit der Werknummer 109.720 wurde noch mit einer Schraubenunruh gefertigt. Beachtlich ist die große Vielfalt an Gehäusemodellen und Zifferblattvarianten, die nachhaltig mit dem Werkkaliber 63 und 63.4 damals auf dem Markt gebracht wurden.

Frühes Damenarmbanduhrmodell Kaliber 63 des

VEB Glashütter Uhrenbetriebe, Werknummer: 109.860

Das hier gezeigte, im Original erhaltene, Damenarmbanduhrmodell  wurde in den ersten Jahren des Bestehens des VEB Glashütter Uhrenbetriebe, um 1955, gefertigt. Ausgestattet wurde das 15-steinige, mechanische Handaufzugswerk mit  dem 1953 neu entwickelten GUB Kaliber 63. Erkennbar ist das auch, an der anfänglich noch verwendeten Schraubenunruh. Dass dieses Werkkaliber heute, nach über 60 Jahren, noch immer zuverlässig seinen Dienst versieht, zeugt einmal von der guten Pflege und den regelmäßigen Revisionsintervallen beim Uhrmacher, aber auch von der Nachhaltigkeit der Fertigung der Glashütter Uhrenbetriebe. Da zur Zeit der Fertigung dieser Uhr noch keine eigene Geäusefertigung für diese Modelle zur Verfügung stand, wurde das Walzgold-Gehäuse mit gedrückten Edelstahlboden von der westdeutschen Firma Ernst Wagner aus Pforzheim zugekauft.

Damenarmbanduhr  des VEB Glashütter Uhrenbetriebe

Kaliber 63 Werknummer: 146697

In einer reichen Modellvielfalt wurden beginnend mit der Nullserie im Jahr 1953 bis 1962 vom VEB Glashütter Uhrenbetriebe ca. 400.00 Damenarmbanduhren mit dem GUB Werkkaliber 63 gefertigt. Die Werke dieses Kalibers haben obligatorisch eine fortlaufende Werknummer. Von dem 15-steinigen Kaliber 63 wurden anfänglich ca. 250.000 Stück noch mit einer Schraubenunruh ausgestattet. Die Werknummer des hier vorgestellten Modells ist 146.697. Das Werk wurde vermutlich im Jahr 1957 vollendet. Dieses Werkkaliber verfügte damals noch nicht über eine Stoßsicherung. Der obere Teil des Gehäuses der hier vorgestellten Uhr besteht aus Walzgolddoublé. Die Stärke der Vergoldung beträgt 20 Mikron und hat ein Feingehalt von 585/1000. Der gedrückte Boden besteht aus rostfreiem Edelstahl. Das Gehäuse ist nicht wasserdicht.

 Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe

aus den frühen 1950er Jahren Kaliber 63 Werknummer 164105

Die hier vorgestellte mechanische Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) wurde in der ersten Hälfte der 1950er Jahre gefertigt. Bei dem Uhrwerk mit der Werknummer 164105 handelt es sich um das 15-steinige Handaufzugswerk vom Kaliber 63, welches damals das einzige Damenarmbanduhrwerk der GUB war. Eingeschalt ist die Uhr in ein der damaligen Mode entsprechendes, recht aufwendig gefertigtes, 14 Karat vergoldetes Messinggehäuse mit gedrücktem Edelstahlboden. Hersteller war der VEB Sächsische Bijouterie- und Metallwarenfabrik Geringswalde. Diese Firma war damals der einzige Uhrgehäusehersteller der DDR. Da mit der begrenzten Fertigungskapazität der Bedarf der DDR an Uhrgehäusen nicht annähernd gedeckt werden konnte, musste die Mehrzahl der Herren- und Damenarmbanduhrgehäuse bis 1961 aus Westdeutschland importiert werden. Kennzeichen der heute nur noch selten zu findenden Gehäuse aus Geringswalde ist der geprägte stilisierte Tannenbaum auf dem Gehäuseboden.

VEB Glashütter Uhrenbetriebe - frühe Damenarmbanduhr

Kaliber 63 Werknummer: 166.505

Nur noch sehr selten findet man eine Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe aus den ersten Jahren der GUB. Bei der hier vorgestellten Damenarmbanduhr mit dem 1953 - eineinhalb Jahre nach Gründung der GUB - neu aufgelegten Damenarmbanduhrkaliber 63 handelt es sich um eine solche. Man erkennt die ersten Werke des GUB Kaliber 63 daran, dass sie noch mit einer Schraubenunruh gefertigt wurden. Da damals in der DDR keine Fertigung von Damenarmbanduhrgehäusen existierte, mussten diese aus Westdeutschland zugekauft werden. Das Walzgoldgehäuse mit gedrückten Edelstahlboden der hier vorgestellten Uhr wurde von der Pforzheimer Firma  Rodi & Wienenberger gefertigt.

VEB Glashütter Uhrenbetriebe - Damenarmbanduhr

Kaliber 63 Werknummer: 172.920

Nur noch selten findet man heute Modelle der ersten Damenarmbanduhren des VEB Glashütter Uhrenbetriebe mit dem 15-steinigen Werkkaliber 63 aus der zweiten Hälfte der 1950er Jahre. Bei der hier vorgestellten Uhr handelt es sich noch um eine solche, original belassene Damenarmbanduhr mit Metallband. Bemerkenswert ist bei den Werkabmessungen von 19,3 X 12,8 mm bei einer Werkhöhe von 3,5 mm die Verwendung einer Schraubenunruh. Bei dem Kaliber 63 handelt es sich um eine leicht modifizierte Variante des in den 1930er Jahren von der Uhren-Rohwerke-Fabrik Akt. Ges. Glashütte i. Sa. gefertigten Werkkaliber 543. Die Furnituren wie Walzgold-Gehäuse, Metallzifferblatt und Zeiger wurden von in Westdeutschland, vorwiegend von in Pforzheim ansässigen, Firmen zugekauft.

VEB Glashütter Uhrenbetriebe - Damen-Spangenuhr

Kaliber 63 Werknummer: 174.838

Eine der Modeerscheinungen der 1960er-Jahre waren die Damen-Spangenuhren. Auch der VEB Glashütter Uhrenbetriebe fertigte verschiedene Modelle in mit 20 Mikrometer Plaqué vergoldeten Gehäusen. Bei der hier vorgestellten Uhr handelt es sich um ein frühes Modell zu Beginn der 1960er-Jahre, welches noch mit dem 15-steinigen GUB Werkkaliber 63 ausgestattet wurde. Gegenüber früheren Werken hatte das verwendetet Werk keine Schrauben- sondern schon eine monometallische Ringunruh, wie sie später auch bei dem Werkkaliber 63.4 üblich war. Beide Werkkaliber waren nicht Wasserdicht und wurden noch ohne Stoßsicherung gefertigt.Sie waren entsprechend empfindlich.

Im Original erhaltene GUB Damenarmbanduhr von 1958

Kaliber 63 Werknummer: 196.719

Mit der Dokumentation dieser Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe mit dem Werkkaliber 63 und den dazugehörigem Garantieschein ist ein verifizierbare Beleg erbracht, dass es sich bei den auf der Räderwerkbrücke befindlichen Nummernprägung tatsächlich um eine Werknummer und nicht, wie verschiedentlich publiziert, um reine "Zählnummern" handelt. Diese Uhr mit der Werknummer 63-19-5 und der Gehäusenummer 94654 wurde am 16. Oktober 1958 von der HO Industriewaren Uhren und Schmuck, Stalinallee 283, Berlin für 220,83 Mark verkauft. Das entsprach in etwa der Hälfte des damaligen monatlichen Durchschnittslohns.

VEB Glashütter Uhrenbetriebe

Damenarmbanduhrmodell G 1012 Z 743

Kaliber 63  Werknummer: 209.669

Die hier vorgestellte, zu Beginn der 1950er Jahre bei dem VEB Glashütter Uhrenbetriebe gefertigte Damenarmbanduhr Kaliber 63 war keine Neuentwicklung, sondern beruhte auf dem vor 1940 von der Uhren Rohwerkefabrik Akt. Ges. Glashütte Sa. gefertigte UROFA Kaliber 542. Da zu dem frühen Zeitraum in der DDR noch keine eigene Gehäuse-, Zifferblatt- und Zeigerfertigung für diese Damenarmbanduhren existierte, mussten diese Furnituren eingeführt werden. Das 20 Mikron Walzgolddoublegehäuse mit Edelstahlboden dieser Uhr stammt von der Pforzheimer Firma Kollmar & Jourdan. Da die Fertigung dieses Werkkalibers vor numehr bereits 53 Jahren eingestellt wurde, gibt es heute nicht mehr allzuviele dieser Uhren in einem sammelwürdeigem Zustand.

Im Original erhaltene GUB Damenarmbanduhr

Kaliber 63 Werknummer: 221.149

Bei der hier vorgestellten, im Original erhaltenen Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbtriebe handelt es sich um ein Modell aus der zweiten Hälfte der 1950er Jahre. Eingeschalt wurde die Uhr in ein importiertes Walzgold-Double Gehäusemodell mit Edelstahldruckboden der Westdeutschen Firma Kollmar & Jourdan AG Pforzheim. Als mechanisches Handaufzugswerk wurde das 15-steinige GUB-Damenarmbanuhrwerk vom Kaliber 63 verwendet. Komplett in einem guten Erhaltungszustand, mit original Etui und dem Gantieschein der GUB findet man diese Uhren heute nur noch recht selten.

Mechanische Damenarmbanduhr des

VEB Glashütter Uhrenbetriebe

Kaliber 63 Werknummer: 237.928

Nur noch selten findet man heute Modelle der ersten Damenarmbanduhren des VEB Glashütter Uhrenbetriebe mit dem 15-steinigen Werkkaliber 63 aus der ersten Hälfte der 1950er Jahre. Bei der hier vorgestellten Uhr handelt es sich noch um eine solche, original belassene Damenarmbanduhr. Bemerkenswert ist bei den Werkabmessungen von 19,3 X 12,8 mm bei einer Werkhöhe von 3,5 mm die Verwendung einer Schraubenunruh. Bei dem Kaliber 63 handelt es sich um eine leicht modifizierte Variante des in den 1930er Jahren von der Uhren-Rohwerke-Fabrik Akt. Ges. Glashütte i. Sa. gefertigten Werkkaliber 542. In bemerkenswerter Vielfalt der Modellpalette wurden die Furnituren, wie Gehäuse, Metallzifferblätter und Zeiger, in der Regel in Westdeutschland, vorwiegend von in Pforzheim ansässigen, Firmen zugekauft.

Frühe Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe

 Kalliber 63 Werknummer 250.243

Bei der hier vorgestellten Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe handelt es sich um ein Modell Kaliber 63 aus den 1950er Jahren, das von den Glashütter Uhrenbetrieben auf der Basis des Armbanduhrkaliber 542 der Uhren-Rohwerke-Fabrik Akt. Ges. Glashütte aus den 1930er Jahren modifiziert wurde. Die Furnituren, wie Gehäuse, Zifferblatt und Zeiger, wurden aus Westdeutschland importiert. Bei dem mit 14 Karat und 20 Mikron Walzgoldgehäuse ist das ebenfalls vergoldete Metallarmband fest mit dem Gehäuse verbunden. Der gedrückte Boden besteht aus rostfreiem Edelstahl. Gefertigt wurde das Gehäuse von der Pforzheimer Firma Rodi & Wienenberger, deren Firmensignet in den Boden eingeprägt ist.

VEB Glashütter Uhrenbetriebe Damenarmbanduhr 

1950er Jahre

Kaliber 63 Werknummer: 266.703

Dieses 15-steinige Damenarmbanduhrmodell des VEB Glashütter Uhrenbetriebe wurde in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre gefertigt. Bei dieser Ausführung des Werkkaliber 63 wurde auf die in den ersten Jahren der Fertigung des Werkkaliber 63  verwendete Schraubenunruh verzichtet. Das Walzgoldgehäuse mit einem gedrückten Edelstahlboden wurde von den GUB von der Westdeutschen Firma Rodi & Wienenberger aus Pforzheim bezogen. Bei der Fertigung dieser späten Werkausführung traten erhebliche Qualitätsprobleme auf, die dann zur Einstellung der Fertigung führten.

VEB Glashütter Uhrenbetriebe Damenarmbanduhr von 1960

Kaliber 63 Werknummer: 354.756

Im Original mit Etui und Garantieunterlagen erhaltene Handaufzugs Damenarmbanduhr mit dem GUB Kaliber 63. Als ausgangs der 1950er-Jahre bei Damenarmbanduhren Spangengehäuse in Mode kamen und in der DDR keine solche gefertigt wurden, importierte die DDR in geringer Stückzahl ein mit 20 Mikron Plaqué vergoldetes Modell mit Edelstahlboden und Klappscharnier von der westdeutschen Firma Rodi & Wienenberger aus Pforzheim. Da nach dem 13. August 1961 die Importbeziehungen nach Westdeutschland erheblich eingeschränkt waren und keine weiteren Lieferungen solcher Gehäuse erfolgte, dürften heute nur noch wenige solcher Armbanduhren im Originals erhalten geblieben sein. Mit 215,00 Mark waren diese Modelle die immerhin fast 50 % eines durchschnittlichen Monatseinkommens kosteten, die teuersten Damenarmbanduhren in vergoldeten Gehäuse.

GUB Damenarmbanduhrmodell im Originalzustand mit Etui

Kaliber 63 Werknummer: 375.056

 

Dieses Damenarmbanduhrkaliber mit dem 5 ¼ linigen Formwerk Kaliber 63 wurde 1953 von der GUB in die Produktionspalette aufgenommen. Bereits in den Jahren 1934 bis zur Einstellung der Damenuhrproduktion 1940, die wegen der Umstellung der Uhrenfertigung auf die Kriegsproduktion erfolgte, wurde dieses Werk in hoher Stückzahl von der Uhren-Rohwerke-Fabrik Glashütte AG als Kaliber 542 hergestellt.

Die Konstruktion des Kaliber 542 war allerdings keine Glashütter Erfindung, denn sie basierte ebenso wie die des Urofa Raumnutzwerkes Kaliber 58 auf schon Ende der 1920er Jahre von der Schweizer Firma Geb. Thommen Waldenburg entwickelte und erfolgreich produzierte Formwerke.

Anfänglich wurde das GUB Kaliber 63 in verschiedene vergoldete Gehäuse Pforzheimer Hersteller eingeschalt. Später übernahm die Zwickauer Edelschmiede die Gehäusefertigung und signierte sie mit "ZE". Im geringen Umfang wurden auch 585er Goldgehäuse verwendet. Ein Echtheitsnachweis ist auch für die GUB Damenuhren nur im Zusammenhang mit den im Garantieschein gemachten Angaben der Werk- und Gehäusenummer möglich. Teilweise wurden im Garantieschein neben dem Kaliber nur die letzten beiden Zahlen der Werknummer eingetragen.

 

Mehr zur Geschichte der Raumnutzwerke finden Sie >> hier <<

VEB Glashütter Uhrenbetriebe Damenarmbanduhr

Kaliber 63 Werknummer: 384.826

Sehr gut im Original erhaltene Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe. Die zu Beginn der 1960er-Jahre mit dem Gütezeichen 1 gefertigte Uhr wurde in ein 20 Mikron Walzgoldgehäuse mit gedrücktem Edelstahlboden der westdeutschen Firma Kollmar und Jourdan aus Pforzheim eingeschalt. Bei dem Uhrwerk handelt es sich um das GUB Formwerk Kaliber 63 mit den Abmessungen 2,8 x 9,25 mm (5 1/4'''). Ausgestattet ist das Werk mit 15 synthetischen Rubinen - Kupplungsaufzug - bruchsicherer Spiralzugfeder - selbstkompensierender Unruh -  Nivarox Spirale - Ankerhemmung mit  poliertem Stahlanker und  Stahlankerrad. Die Laufzeit des Werkes beträgt 32 Stunden.

Original belassene GUB Damenarmbanduhr aus dem Jahr 1960

Ein Beispiel für Nachhaltigkeit sind die Damenuhren des VEB Glashütter Uhrenbetriebe aus den 1950 und 1960er Jahren. Die GUB Werkkaliber 63 und 63.4 wurden in einer großen Vielfalt von künstlerich gestalteten, verchromten, vergoldeten und goldenen Damenarmbanduhrgehäusen eingeschalt. Durch die Austauschbarkeit der einzelnen Werkteile konnte eine kosten- und ressourcensparende Bereitstellung von  Ersatzteillen gewährleistet werden. Da die Gehäusefertigung in der DDR nur in geringem Umfang im VEB Sächsische Bijouterie- und Metallwarenfabrik Geringswalde erfolgte, musste die große Mehrheit der vielfältigen Gehäusevarianten bis in die 1960er Jahre hinein aus Westdeutschland eingeführt werden. Das Gehäuse wurde von der Pforzheimer Firma Kollmar & Jourdan geliefert. Bei der hier gezeigten noch im Original mit Etui, Garantieschein und originalem Armband erhaltenen Damenarmbanduhr aus dem Jahr 1960 handelt es sich um ein solches Modell mit der Katalogkennung G 799 (für Gehäuse) Z 744 (für Zifferblatt).

Anmerkung:

Auch das Kaliber 542, das in leicht modifizierter Form als Kaliber 63 von den GUB gefertigt wurde, war keine Glashütter Erfindung. Es wurde aus patentrechtlichen Gründen, in leicht modfizierter Form, von dem ebenfalls 5 ¼   -linigem Formwerk der Firma Geb. Thommen aus dem Schweizerischen Waldenburg im Wesentlichen unverändert übernommen.

 

Die Originalausstattung des Herstellers sieht, zumindest anfänglich, beim Kaliber 63 eine Schraubenunruh vor. Ob und wann, wie gelegentlich in der Literatur beschrieben und in den Modellbeispielen gezeigt, monometallische Ringunruhen zum Einsatz gekommen sind, ist Gegenstand weiterer Recherchen.

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Literatur:

  • Glashütter Tradition - Fertigung von Präzisionsuhren, Autor: Ing. Schmidtchen, Fachzeitschrift: Uhren und Schmuck 1/1964 S.99
  • „Die Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie“  Autor Ing. Helmut Klemmer u. Edith Klemmer Fachzeitschrift: Uhren und Schmuck 1/1979 bis 4/1980
  • Glashütter Armbanduhren II; Autor: Kurt Herkner; Herkner Verlags GmbH; ISBN 3-924211-06-X
  • Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden, Postfach 100444

Aktualisiert 08.06.2023

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
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