UROFA Kaliber 51

  • Herstellung: 1928 - 1929
  • Werkdurchmesser: 8 ¾ '''  19,4 mm
  • Werkhöhe: 3,40 mm
  • Werkaufbau: Brückenwerk mit Federhaus u. Räderwerkbrücke
  • Aufzug:Kupplungsaufzug
  • Hemmung:Zylinderhemmung mit Zylinderrad, Flachspirale und Unruhkloben
  • Steine: Normalwerk 10, aber auch 8, 6, 4,  o. nur noch 2 Steine für die Lagerung der Unruhzapfen.
  • Stoßsicherung:keine
  • Reglage: freier Rückerzeiger
  • Sekunde: keine
  • Stückzahl: ca. 15.000
  • Besonderheiten: Das Unruhlager in der Platine ist in der Höhe variabel. [1]

Erstes von der UROFA entwickelte Rohwerk

Kaliber 51 ist ein Massives Werk bestehend aus dem Zylinderkloben, dem oberen Unruhkloben dem unteren Unruhkloben, der Federhaus- und Räderwerkbrücke, unter der Minutenrad, Kleinbodenrad und das Sekundenrad gelagert sind. Der untere Unruhkloben ist in einer Ausfräsung der Werkplatte mit einer Schraube und zwei Füßen, mit dieser verbunden und trägt den Unruhkloben. Diese Anordnung ermöglichte die Einstellung der Eingriffstiefe zwischen Zylinder und Zylinderrad.

 

Werkbeschreibung:

Eine neue Technologie mit der die Austauschbarkeit der Gestellteile erreicht wurde, stellte bei der UROFA das Nachschaben der gebohrten Fuß- und Schraubenlöcher dar.

Neu war ebenfalls die im maschinellen Prägeverfahren erzeugte präzise und gleichmäßige Kantenbrechung der Oberseite der Brücken und Kloben. Auch die Zapfen wurden mit diesem Verfahren an die Aufzugteile angedrückt.

 

Bei der Urofa selbst gefertigt wurden die Teile für das Werkgestell, den Aufzug, die Zeigerstellung und das Federhaus. Alle übrigen Teile wurden aus der Schweiz importiert, wegen der erforderlichen Passarbeit, aber nur von der Ufag montiert.

 

Eine fertige Uhr mit vergoldetem Gehäuse und Lederband, 9,60 Mark.

Zu geringeren Preisen wurden auch Uhren mit 8,6, 4, oder gar nur 2 Lagersteinen hergestellt. Ein Rohwerk kostete 3,50 Mark. [1]

Werkvergleich der ersten in Deutschen industriell gefertigten  Armbanduhrwerke mit Zylinderhemmung.

Dank umfangreicher Recherchen zur Entstehungsgeschichte der ersten Zylinderwerke für Damenarmbanduhren in der ersten Deutschen Uhren-Rohwerke-Fabrik AG UROFA in Glashütte, die nur unter Mithilfe von interessierten Uhrensammlern und Uhrmachern möglich waren, können hier diese Werke dokumentiert und gezeigt werden.

Dabei muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass es sich bei dem in dem Fachbuch "Glashütter Armbanduhren" von Kurt Herkner auf Seite 88 abgebildete Zylinderwerk nicht wie dort beschrieben um ein Werkkaliber 51, sondern um das Werkkaliber 56 handelt. Das schwarz/weiß Bild zeigt dieses Werk.

Werkseitig kann man die Unterschiede bei dem Kaliber 51 & 51 n.G. zu dem Kaliber 56 eindeutig an der Form des Unruhklobens und dem Abstand zwischen Unruhkloben und Federhausbrücke erkennen. Letzterer ist bei Kaliber 56 deutlich größer.

Modellbeispiel

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Literatur

  • „Die Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie“ Autor Ing. Helmut Klemmer u. Edith Klemmer; Fachzeitschrift: Uhren und Schmuck Nr. 1/1980 Teil 7 S. 24-27 u. Nr. 2/1980 Teil 8 S. 58-61
  • Glashütter Armbanduhren II; Autor: Kurt Herkner; Herkner Verlags GmbH; ISBN 3-924211-06-X

  • Uhrwerke und Armbanduhren der Urofa und Ufag Glashütte/Sa.; Autor: Werner Heinrich; Fachzeitschrift: Klassik Uhren 6/2008 S. 38-44

  • Lexikon der Deutschen Uhrenindustrie 1850 - 1980 : Firmenadressen, Fertigungsprogramm, Firmenzeichen, Markennamen, Firmengeschichten; Autor: Hans Heinrich Schmid; Herausgeber: Förderkreis Lebendiges Uhrenindustriemuseum e.V.; ISBN 3927987913
  • [1] Die Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie Teil 7; Autoren: Ing. Helmut Klemmer, Edit Klemmer; Fachzeitschrift: Uhren und Schmuck 1/1980 S. 27

Aktualisiert 25.06.2017

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild mit Video hinterlegt

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