Kaliber 10-30

  • Werkdurchmesser: 25,6 mm
  • Werkhöhe: 4,2 mm
  • Steine: 22
  • Stoßsicherung: Incabloc
  • Hemmung: Palettenankerhemmung, Flachspirale Nivarox 1, Exzenterfeineinstellung
  • Aufzug: Automatik mit kugelgelagerter Schwermetallrotor (einseitiger Rotoraufzug)
  • Halbschwingungen: 28.800/h
  • Gangreserve: 42 Stunden
  • reguliert auf -5 bis +15 Sekunden/Tag
  • Zeigerwellenabstand zum Glas 0,3 mm
  • Werkabstand zum Gehäuseboden 0,3 mm
  • Anzeige: Tag, Stunde, Minute, Zentralsekunde(Sekundenstopp bei Zeigerstellung)
  • Datumanzeige - Schnellkorrektur, Sprungschaltung
  • Bemerkungen: Dreiviertelplatine, Streifenschliff, Aufzugsräder mit Glashütter Sonnenschliff. Die Werke wurden in 3 Lagen reguliert. Ausführungen mit und ohne vergoldeten Werkteilen. Das Werkbesteht aus 83 Einzelteilen

Gefertigt wurde das Werk mit Glashütter ¾ Platine, Glashütter Sonnenschliff auf dem Reduktionsrad, polierten Schrauben, vergoldeter Platine und Genfer Streifenschliff.

Seitlicher Einblick in das Werk
Seitlicher Einblick in das Werk

Die Gestellteile des Werkes, Rädersowie verschiedene Drehteile sind ais Platinenmessing. Wellen, Triebe, Hebel und gestanzte Teile aus Schwedenstahl. Aus der Schweiz zugekauft wurden Hemmungateile, Incablocstoßsicherungen, Lagersteine, Spiralen und Zugfedern mit Schleppzaum. Alle anderen Werkteile wuren von GUB Gefertigt.

Das Gewicht des Werkes beträgt 10g. Das Gewicht des kugelgelagerten (7 Kugeln) Schwermetallrotors beträgt 1g.

10-30 - Werkseitige Ansicht ohne Automatikaufbau
10-30 - Werkseitige Ansicht ohne Automatikaufbau

Bedeutung der Ziffernfolge auf der Werkplatine unter der Unruh

Bei den unter dem Unruhreif eingeprägten dreistelligen Nummern handelt es sich bei der ersten Zahl um das Quartal und bei den beiden letzten Ziffern um das Jahr der Herstellung des Werkes. Nummerierungen der Uhren und Zertifikate hat es nur für eine limitierte Sonderedition in 750er Goldgehäusen gegeben. Bei den weniger veredelten Werken handelt es sich um solche Werke, die aus Teilen remontiert worden sind, bei denen die Qulität nicht dem entsprach, dass sie eine fehlerfreie, feine Finissage gestattet hätten. Die Remontage dieser sogenannten 2. Qualität verursachte aber einen zu großen Kostenaufwand und wurde deshalb frühzeitig eingestellt, sodass nur eine begrenzte Anzahl dieser Werke existiert. Eingeschalt wurden diese Werke vorwiegend in solche Gehäuse, die über keinen Glasboden verfügten, wie zum Beispiel teilweise in die Titanmodelle im Fliegeruhrendesign.

Vor der Zifferblattsignatur "Glashütte original  Spezimat" oder Automatik, wurde auch "Glashütte  Spezimat" verwendet. Diese frühe Signatur dürfte der Zeit geschuldet sein, als die GUB GmbH  aufgrund der von der Berliner Treuhandanstalt geplanten 1. Privatisierung, 1993 für wenige Monate zum Französischen Konzern "France Ebauches" gehörte.

Kopfbogen 1.1.1993
Kopfbogen 1.1.1993

10-30er Kollektion 1993 mit Preistabelle

10-30er Kollektion 1994 mit Preistabelle

Das Spitzenprodukt des Glashütter Uhrenbetriebes GmbH

Weitere Modellbeispiele

Automatikkaliber 10-30 Werkseite
Automatikkaliber 10-30 Werkseite

Fliegeruhrmodell des Glashütter Uhrenbetriebes GmbH (1990-1994)

Bei der gezeigten Uhr handelt es sich um ein Modell im Stil einer Fliegeruhr mit dem neu entwickelten Auomatikwerk Kaliber 10-30, die in einem Titangehäuse eingeschalt wurde. Der Preis betrug 550,- DM.

In der neuen Rechtsform der GmbH konnte nach 1990 mit Mitteln der Treuhandanstalt Berlin ein bereits in den letzten Jahren der DDR von den GUB begonnenes Projekt eines neuen, modernen, mechanischen Automatikwerkes 1992 vollendet werden. 1993 und 1994 wurde das Werk in eine Palette verschiedener Gehäuse und Zifferblattvarianten eingeschalt. Die Preise für die einzelnen Modelle bewegten sich in einer Spanne von 495,- bis 8.090,- DM für eine limitierte Goldedition. Zum Teil waren die Modelle mit einem Saphierglasboden ausgestattet, was den Blick auf das fein vollendete Werk freigab.

Weitere Informationen zu den Glashütter Uhrenbetrieb GmbH in der Zeit 1990 bis 1994 finden Sie >> hier <<.

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Literatur:

  • Armbanduhren Spezial. Glashütte Original: Manufaktur. Mechanik Meisterwerke von Gerhard Claußen, Martin Häußermann, Bernd Schaarschmidt, und Peter Braun von Heel ISBN 3898805727
  • Lexikon der Deutschen Uhrenindustrie 1850 - 1980 : Firmenadressen, Fertigungsprogramm, Firmenzeichen, Markennamen, Firmengeschichten; Autor: Hans Heinrich Schmid; Herausgeber: Förderkreis Lebendiges Uhrenindustriemuseum e.V.; ISBN 3927987913
  • Uhren Magazin 6/1994 S.24-40; ISSN0938-4413
  • Uhren Magazin 9/1996 S.29-43; ISSN0938-4413
  • manager magazin vom16.04.2002
  • Glashütte Sachsen - 1506 bis 2006 500 Jahre Stadtgeschichte, Autorengemeinschaft Eigenvertrieb Stadtverwaltung Glashütte ISBN: 3-937951-31-8
  • DER SPIEGEL 22/1994

Aktualisiert 21.10.2017

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild mit Video hinterlegt

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