GUB DAU Kaliber 09 - 20

  • Herstellung: 1972 - 1991
  • Abmessungen: 13 X 15,15 mm Tonnenform (5 ½''')
  • Bauhöhe: 3,5 mm
  • Ganggenauigkeit: nach TGL 20 002
  • Schwingsystem schraubenlose Unruh 6,5 mm Dm, Spirale Nivarox 2, 21600 Halbschwingungen /h
  • Hemmung: Palettenankerhemmung
  • Gangreserve:38 h
  • Tiebfeder: selbstschmierend, bruchsicher
  • Aufzug: Kupplungsaufzug
  • Steine 17 Funktionssteine
  • Stoßsicherung: mit eigenem Patent und Incabloc
Ersatzteilverzeichnis Kal. 08-20 u. 09-20
Beschreibung der Werke und Teile in Deutsch, Englisch u. Französisch
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Modellbeispiele

Goldene DAU für persönliche Auszeichnungen druch Erich Honecker

Dieses 14-karätige Glashütter Damenarmbanduhrmodell war von der Protokollabteilung des ZK der SED auschließlich zur persönlichen Verwendung durch den Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, aus Mitteln des Repräsentationsfonds über die Kombinatsleitung des Uhrenkombinates Ruhla beim VEB Glashütter Uhrenbetriebe in einer kleinen Stückzahl in Auftrag gegeben worden. Die Uhr ist mit dem Glashütter DAU Kaliber 09-20 ausgestattet. Allerdings nicht mit der GUB-Stoßsicherung, sondern einer Schweizer Incabloc. Bemerkenswert ist, dass man das Goldgehäuse durch die Punzierung mit der stilisierten Deutschen Reichskrone eindeutig als eines aus Westdeutschland stammendes identifizieren konnte. Bei allen in der DDR nach 1953 gefertigten goldenen Uhren war diese 1886 eingeführte Punzierung abgeschafft worden. Bei Verleihung an Personen aus dem Ausland dürfte das eine zu vernachlässigende Größe gewesen sein, aber bei einer Auszeichnung von DDR Bürgerinnen für besondere Leistungen beim Aufbau des Sozialismus mit einer Uhr deren Gehäuse und Armband vom "Klassenfeind" stammt, das hat schon was.

Einziger von der DDR Uhrenindustrie gefertigter Armbanduhrwecker

Aufgrund bereits 1956 und 1957 öffentlich geäußerten Kritik und einer daraus in den 1960er Jahren resultierenden Forderung aus den Reihen der Partei und Staatsführung der DDR wurde der Uhrenindustrie der DDR von den zentralen Planungsorganen die Aufgabe gestellt, auch einen Armbanduhrwecker, wie er in der Bundesrepublik Deutschland schon seit geraumer Zeit im Handel war, zu entwickeln. Mit dieser Aufgabe wurde der VEB Glashütter Uhrenbetriebe betraut. Da kein entsprechendes Herren- armbanduhrwerk zu Verfügung stand, griffen die Entwicklungsingenieure der GUB auf das mechanische Damenarmbanduhrwerk Kaliber 09-20, welches ohne Sekundenanzeige war, zurück. Die Energie für den Summton lieferte eine kleine Armbanduhrbatterie. 1967 wurde die GUB in das neu gebildete Uhrenkombinat Ruhla integriert und unterstand der Kombinatsleitung des Leitbetriebes in Ruhla. Nach Erfüllung der Entwicklungsaufgabe des Armbanduhrwecker zu Beginn der 1970er Jahre entstand bei der GUB noch eine Kleinserie von wenigen hundert Exemplaren mit Gehäusenummer und der Bodenprägung, bevor die Serienproduktion durch die Kombinatsleitung zum Leitbetrieb nach Ruhla verlagert wurde. Die Zifferblätter wurden danach mit Ruhla signiert und die Bodenprägung entfiel.

GUB Herrenarmbanduhr mit DAU-Werkaliber 09-20 ohne Sekunde

Die hier vorgestellte 17-steinige Herrenarmbanduhr im Edelstahlgehäuse ohne Sekundenanzeige stammt aus dem Nachlass einer Musterkollektion des 2011 verstorbeben Betriebsdirektors Siegfried Bellmann und wurde nicht in die Serienfertigung überführt. Die verwendete, importierte Inkabloc-Stoßsicherung lässt auf eine Exportabsicht schließen. Nach der Einstellung der Produktion der mechanischen Herrenarmbanduhren der Kalibergruppe 11 Mitte der 1980er Jahre standen keine GUB Herrenarmbanduhren  mit mechanischem Werk mehr zur Verfügung. Da aber weiterhin eine entsprechende Nachfrage bestand, entschloss man sich, in zugekaufte Herrenarmbanduhrgehäuse das weiterhin in der Produktion befindliche Damenarmbanduhrwerk vom Kaliber 09-20  einzusetzen. Ein wesentlicher Nachteil war dabei allerdings, dass die Werke über keine Sekundenanzeige verfügten. Sie sind insofern von einem Sammler leicht zu erkennen. Diese Mediumgröße (35 X 35 mm) wird derzeit aber häufig als Damenarmbanduhr getragen.

Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe - Kaliber 09-20

Die hier gezeigte Damenarmbanduhr im vergoldeten Gehäuse mit dem 5 ½ linigen mechanischen Handaufzugwerk Kal. 09-20 mit aufgesprengten Edelstalboden hat die Gehäuseform ihres „großen Bruders“, der mechanischen Herrenarmbanduhr Spezimatic mit Automatikaufzug. Das 17-steinige Werk mit Palettenankerhemmung, importierter Nivarox 2 Spirale, 21600 Halbschwingungen/h und einer Gangreserve von 38 Stunden wurde von den VEB Glashütter Uhrenbetriebe fast zwei Jahrzehnte gefertigt und weltweit exportiert. Als Stoßsicherung kam neben der Eigenentwicklung der GUB aus den 1960er Jahren auch die aus der Schweiz importierte Incabloc-Stoßsicherung zum Einsatz. Ausländische Uhrenfabriken haben diese Werke unter den verschiedensten Markennamen in ihre Uhrenmodelle eingeschalt.

GUB Anhängerschmuckuhr mit mechanischem Uhrwerk Kaliber 09-20

Bei der hier gezeigten Schmuckuhr, die in Form einer offenen Taschenuhr als Anhänger an einer Kette getragen wurde, handelt es sich um ein Original der Damenuhrkollektion des VEB Uhrenwerk Glashütte im Uhrenkombinat Ruhla aus den 1970er Jahren. Das goldfarbene Metallgehäuse mit gedrücktem Boden hat einen Durchmesser von 25 mm und eine Höhe von 10 mm. Bei dem Werk der Uhr handelt es sich um das stoßgesicherte, 17-steinige mechanische GUB Damenarmband- uhrkaliber 09-20 ohne Sekundenanzeige, welches von 1972 bis in die 1990er Jahre hinein in Glashütte gefertigt und in den 1980 Jahren auch in Herrenarmbanduhren zur Anwendung kam. Das 5 ½ linige Werk hat eine Bauhöhe von 6,5 mm und wurde mit Kupplungsaufzug, Palettenankerhemmung, schraubenloser Unruh und Nivarox Spiralfeder gefertigt. Die Gangreserve beträgt 38 Stunden.

Vergoldete Glashütter Damenarmbanduhr Kal. 09-20 aus dem Jahr 1988

Bei dem hier gezeigten 17-steinigen Damenarmbanduhrmodell aus dem VEB Uhrenwerk Glashütte im VEB Kombinat Mikroelektronik Erfurt handelt es sich um eine für den Export vorgesehen Ausführung, welche aber nicht in den Export gelangte sondern im Juli 1888 in Potsdam Babelsberg in einer Kontaktringfiliale der HO verkauft wurde. Die befindet sich in einem guten Originalzustand mit Etui und den dazugehörigem Garantieschein. Die Uhr wurde in der höchsten Qualitätsstufe der DDR  mit dem Gütezeichen „Q“ gefertigt. Die Uhr ist mit dem GUB Kaliber 09-20 ausgestattet, welches in der zweiten Hälfte der 1980 er Jahre das einzige mechanische Armbanduhrwerk war, welches in Glashütte noch gefertigt wurde. Interessant ist bei dem Werk die letzte Ausführung der Glashütter Stoßsicherung für den Deckstein der Unruh.

Goldene Damenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbetriebe

Die hier gezeigte 17-steinige Damenarmbanduhr im massiven Goldgehäuse mit einem Feingehalt von 585/1000 wurde im Dezember 1975 von dem VEB Glashütter Uhrenbetriebe mit dem Damenarmbanduhrkaliber 09-20  und dem Gütezeichen "Q" gefertigt. Interessant ist, dass hier nicht die Glashütter Stoßsicherung, sondern eine importierte Incabloc Stoßsicherung verwendet wurde. Das Goldgehäuse sowie das ebenfalls massiv goldene Armband wurde im VEB Zwickauer Edelschmiede gefertigt, wie man an der im Druckboden eingeprägten Punze "ZE" erkennen kann. Auch bei diesen Damenarmbanduhren wurde mit einem EVP von 1580,00 Mark die zuviel im Umlauf befindliche, aber nicht frei konvertierbare Währung Mark der DDR "abgeschöpft". Bei einem monatlichen brutto Durchschnittsverdienst von rund 750,- Mark schon ein recht stolzer Anschaffungspreis, den sich nicht jeder leisten konnte.

Goldene Damenringuhren des VEB Glashütter Uhrenbetriebe

mit dem Damenarmbanduhrkaliber 09-20

In den 1970er Jahren wurden Modelle mit Kaliber 09-20 auch als Ringuhr in verschiedenen Varianten auf den markt gebracht. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind Modelle mit und ohne aufklappbaren Aufbau in Ring-Rohlinge der Westdeutschen Firma Rodi & Wienenberger, mit einem Feingehalt von 585/1000, verbaut worden. Als Schmuckaufbau sind Varianten mit Schmuckstein, Zuchtperle und Münze bekannt.

Die 1970er Jahre - viele Uhren - in allen 1 Werk - GUB Kaliber 09-20

Messeprospekt für den Export von Damenarmbanduhren Kaliber 09-20

1980

Export unter "falschem" Namen

Das Kaliber 09-20 wurde  in relativ großen Stückzahlen exportiert.

Damenuhren wurden dann in verschiedenen Ländern unter den verschiedensten Handelsmarken auf den Markt gebracht.

Unter anderem die Marken:

  • Ankra
  • InTex
  • JOBO
  • Majestic
  • Meisteranker
  • Preziosa

 

GUB Herrenuhr mit dem Damenarmbanduhrkaliber 09-20

Dieses GUB Modell einer Herrenarmbanduhr mit dem 17-steinigen mechanischen Handaufzugwerk Kal. 09-20 für Damenarmbanduhren zeigt einen der Versuche der DDR Uhrenindustrie die mit der  Einstellung der Produktion von mechanischen Herren-Automatikuhren Mitte der 1980er Jahre entstandene Bedarfslücke wenigstens teilweise zu schließen. Das flache, verchromte, quadratische Messingehäuse hat eine Höhe von 8 mm und eine Kantenlänge von 30 mm.

Die Bandanstoßbreite beträgt 18 mm. Das mit aufgedruckten, schwarzen Strichindizes versehene Zifferblatt ist versilbert. Von einer Auswahl verschiedener Modellvarianten ist nur ein bestimmter Teil schlussendlich auch in die Serienproduktion überführt worden. Ob das für dieses Modell aus dem Besitz des verstorbenen ehemaligen Betriebsdirektors der GUB, Siegfried Bellmann, zutrifft, ist nicht belegt. Erkennbar sind diese Herrenarmbanduhrenmodelle immer an der nicht vorhandenen Sekundenanzeige.

GUB Herrenarmbanduhr mit Damenarmbanduhrkaliber 09-20

Die hier gezeigte Armbanduhr stammt aus dem Fundus des ehemaligen Betriebsdirektors Siegfried Bellmann, des VEB Uhrenwerk Glashütte im VEB Kombinat Mikroelektronik „Karl Marx“ Erfurt (KME), wie die offizielle Betriebsbezeichnung der GUB ab 1978 lautete. Diese Uhren mit dem 17-steinigen, stoßgesicherten Damenarmbanduhrwerk Kaliber 09-20 ohne Sekundenanzeige kamen in den 1980er Jahren auf den Markt. Sie sollten die Lücke schließen, die durch die ersatzlose Einstellung der Modellreihe des Herrenarmbanduhrkalibers 11-26 und 11-27 mit automatischem Aufzug auf dem Markt der mechanischen Herrenarmbanduhren entstanden war. Ob dieses Modell aus der Serienproduktion stammt oder ob es sich um ein Muster-Modell von der Leipziger Messe handelt, ist bisher nicht bekannt.

Damenarmbanduhr der Glashütter Uhrenbetriebe im Goldgehäuse

Die hier  vorgestelle Damenarmbanduhr der GUB wurde in ein Goldgehäuse mit integriertem goldenen Armband und Sicherungskette des VEB Zwickauer Edelschmiede eingeschalt. Der Feingehalt  beträgt 333/1000. Bei dem verwendeten 17-steinigen, mechanischen Damenarmbanduhrwerk mit GUB-Stoßsicherung und Handaufzug handelt es sich um das Kaliber 09-20. Gefertigt wurde das  robuste mechanische Werk in sehr hoher, in die Millionen gehenden Stückzahlen fast zwei Jahrzehnte bis 1991. Ein Teil der Fertigung wurde in den Kombinatsbetrieb des Uhrenkombinates Ruhla nach Sebach in Thüringen ausgelagert. Im nicht unerheblichen  Umfang wurde das Werk und die Damenuhren  auch in das sozialistische Ausland und ins NSW exportiert.

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Aktualisiert 25.02.2017

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild mit Video hinterlegt

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