GUB Kaliber 60.1 und frühe Werke 601

  • Herstellungsjahr: 1955 - 1962
  • Werkdurchmesser: 12 ½''' = 28 mm
  • Werkhöhe: 5,4 mm
  • Werkaufbau: Platinenwerk mit Grundplatte, Federhausbrücke, Räderwerkbrücke, Ankerkloben, Unruhkloben, Sekundentriebkloben
  • Aufzug: Kupplungsaufzug mit 4-Loch Winkelhebelfeder
  • Hemmung: Palettenankerhemmung
  • Unruh: Monometallische Schraubenunruh mit 16 Gewichtsschrauben und Flachspirale (gegen Ende der Fertigungsperiode mit Ringunruh)
  • Steine: 16
  • Stoßsicherung: Incabloc, wenige ohne
  • Reglage: freier Rückerzeiger
  • Sekunde: Zentralsekunde
  • Stückzahl: ca. 198.000
  • Preis: 126,- bis 154,- M
  • Besonderheiten: Übertragungsrad für Zentralsekunde, wenige Werke ohne Stoßsicherung

Die Uhren des GUB Kalibers 60.1 mit Zentralsekunde sind in der Regel mit einer  Incabloc Stoßsicherung ausgestattet. Nur eine geringe Anzahl, früher Werke um 1954, wurden ohne Stoßsicherung ausgeliefert. Vor allen in den ersten Jahren den GUB standen nicht  für alle Modelle die aus der Schweiz  zu importierenden Incabloc Stoßsicherungen im im ausreichendem Maße zur Verfügung. So musste immer wieder operativ entschieden werden, welche Modelle der Kalibergruppe mit diesen Stoßsicherungen ausgestattet werden sollten. Eine eigene, patentierte Stoßsicherung kam erst bei der Kalibergruppe 70 zum Einsatz.

Das hier gezeigte, gut erhaltene Werk des Kalibers 60.1 ohne Stoßsicherung weist einige Besonderheiten auf, die es als ein sehr frühes Werk vom Kaliber 60.1 ausweisen. Dabei handelt es sich im Einzelnen darum, dass Werkteile noch versilbertes wurden, der Rückerzeiger, zumindest zu Beginn der Serie noch gerade ist, die Bremsfeder verdeckt ist, das GUB Logo noch auf die Räderwerkbrücke geprägt wurde und die Kaliberpägung (ohne Punkt) sich noch an der Stelle der Räderwerkbrücke befindet, wo sie beim Kaliber 60 eingeprägt wurde. Es ist sogar denkbar, dass es sich hier um Werke aus einer "Null-Serie" handelt.

links frühe und rechts spätere Werkausführung
links frühe und rechts spätere Werkausführung

Neben dem Werk mit der Räderwerkprägung GUB 601 – 00128“ sind derzeit weitere vier Werke ohne Stoßsicherung mit den Prägungen GUB 601 – 00151, 601 – 00153, 601 – 00220 und 00500 auf der Räderwerkbrücke bekannt. Diese vier letztgenannten Werke weisen gegenüber dem erstgenannten Werk einen Unterschied auf. Die Rücker sind bei diesen Werken, wie auch bei allen späteren Werkausführungen mit Incabloc Stoßsicherung gekröpft. Damit wurde auch der Ansteckpunkt der Flachspiral veränderte. Die dafür notwendigen technischen Zeichnungen wurden von der GUB im Jahr 1954 angefertigt.

Die Ringunruh beim linken Werk ist auf einen späteren Austausch zurückzuführen.
Die Ringunruh beim linken Werk ist auf einen späteren Austausch zurückzuführen.

GUB HAU Kaliber 60.1 ohne Stoßsicherung aus einer Luftbildkamera

Das hier vorgestellte Einschubteil für die Kamerauhr GUB Kaliber 60.1 mit indirekter Zentralsekunde, aber noch ohne Stoßsicherung ist derzeit noch das einzige Indiz für die Existenz einer Luftbildkamera mit Echtzeiteinspiegelung. Die Fertigung stammt aus der Mitte der 1950er Jahre der DDR. Bekannt ist, dass bereits die UFAG Glashütte in den Jahren des zweiten Weltkrieges eine solche Uhr mit dem Raumnutzwerk UROFA Kaliber 58 für die Luftwaffe gefertigt hatte. GUB Werke von Kaliber 60.1 ohne Stoßsicherung wurden nur zu Begin der Fertigung in einer Kleinserie gefertigt. Die Werke der Großserie Kal. 60.1 wurde mit einer importierten Incabloc-Stoßsicherung ausgestattet. Uhren der Werkausführung ohne Stoßsicherung stellen deshalb eine Rarität dar. Da die Lufthoheit in den 1950er Jahren, in der Hochzeit des "kalten Krieges", der GSSD vorbehalten war, kann vermutet werden, dass die Luftbildkammera mit dieser Uhr im Gebrauch der Sowjettruppen war. Recherchen beim Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden verliefen leider ergebnislos. Hinweise auf die Existenz und den Einsatz dieser Kamera wären deshalb für eine Dokumentation sehr willkommen.

In Klassik Uhren Nr. 6-2006 wurde zu Luftbildkameras mit Echtzeit- einspiegelung nachfolgender ausführlicher Bericht veröffentlicht.

Uhren in Luftwaffen-Kameras
Dr. Colin Hall & Jochen König Klassik Uh
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Modellbeispiel GUB 601-00500 im verchromten 3-teiligen Messinggehäuse

Modellbeispiele von Uhren des Kaliber 60.1 in verschiedenen Gehäusen

Die vergoldeten Gehäuse dieses Kalibers wurden grundsätzlich aus der Bundesrepublick Deutschland und Frankreich eingeführt.

Gleiches gilt für die wenigen Edelstahlgehäuse, die von 1956 bis 1960 von der Pforzheimer Firma Rodi & Wienenberger bezogen wurden.

Verchromte Gehäuse kamen bei diesem Kaliber, nach bisheriger Kenntniss, wenn überhaupt nur selten zum Einsatz..

Stoßgesicherte GUB Herrenarmbanduhr Kaliber 60.1

Diese im Original erhaltene Herrenarmbanduhr des VEB Glashütter Uhrenbertriebe aus der zweiten Hälfte der 1950er Jahre stammt aus dem Fundus des langjährigen Betriebsdirektors der GUB,  Siegfried Bellmann. Das mit einer importierten Incabloc-Stoßsicherung und indirekter Zentralsekunde ausgestattete Werkkaliber 60.1 aus der Kalibergruppe 60, ist in einem aus Frankreich ebenfalls importierten Messinggehäuse mit einer 14-karätigen Goldplaqueauflage galvanisch beschichtet. Der Edelstahlboden wird mit einem Edelstahlschraubring fixiert.. Da in den 1950er Jahren in der DDR keine Gehäuse mit Schraubboden produziert wurden, stammen die vergoldeten Gehäuse der GUB Uhren ausnamslos aus der BRD oder Frankreich. An dem guten Erhaltungszustand kann man sehr schön die ebenen Flächen, scharfen Kanten und Winkel bei den Ansätzen des Gehäuses erkennen. Leider werden zu oft bei Gehäuserestaurierungen diese Kanten, Winkel und Fächen durch unsachgemäße Behandlung zerstört. Damit ist dann die Originalität des Gehäuses und damit auch die der gesamten Uhr nicht mehr gegeben. Für den Sammler, der sich eine an der Originalität orientierte Sammlung aufbauen will, sind diese Uhren wertlos.

Weitere Zifferblattvarianten des Kalibers 60.1

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Aktualisiert 15.08.2017

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild mit Video hinterlegt

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