Sondereditionen & Auszeichnungsuhren der Glashütter Uhrenbetriebe VEB

Zur Klärung, was gemeinhin unter diesen so genannten Sondereditionen zu verstehen sein sollte, erscheint es angebracht den Begriff Sonderedition, der ja aus anderen Bereichen wie zum Beispiel aus dem Verlagswesen entlehnt wurde, im Hinblick auf diese Uhren der GUB zu definieren. Aus dem lateinischen stammend, bezeichnet er eine eingeschränkte, konkret limitierte Ausgabe einer Serie mit besonderen Merkmalen gegenüber der größeren Standardausgabe.

 

Im konkreten Falle sind Uhren der GUB gemeint, die von Seiten des Herstellers gegenüber der jeweiligen Standardserie Besonderheiten aufweisen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich im Einzelnen um Ausstattungen des Uhrwerkes, Oberflächenveredelungen, Sonderzifferblätter, besondere Gehäuse oder eine Kombination dieser Merkmale handelt.


Zu trennen davon sind jedoch GUB Uhren, die von Institutionen oder Betrieben der DDR aus der normalen Serienproduktion heraus zu Auszeichnungszwecken erworben und im Nachhinein mit den verschiedensten auf den Anlass bezogenen Gravuren oder Prägungen des Gehäusebodens versehen wurden.

 

Streng davon zu trennen sind auch Werkausführungen die von der Entwicklungsabteilung im Musterbau in Größenordnungen um 20 Exemplare versuchsweise mit diversen Sonderausstattungen gefertigt wurden. Auch so genannte Nullserien, wenn sie überhaupt verifizierbar sind, stellen keine Sondereditionen dar.

 

Bei Einzelstücke die nicht dem Werkstandard der einzelnen Kaliber (siehe Ersatzteile-Verzeichnis) entsprechen und mit veränderten, meist höherwertigen Ausstattungsmerkmalen wie z.B. Feinregulierung, gepressten bzw. geschraubten Chatons, zusätzlichen Lager- oder Decksteinen, oder entsprechenden Oberflächen-veredelungen von Werken bzw. Gehäusen versehen sein können, handelt es sich in der Regel um Prüfungsarbeiten für die Gesellen- oder Meisterprüfung (siehe Bild) angefertigt worden sind. Ohne einen entsprechenden Beleg mit der Beschreibung der Prüfaufgabe, kann es sich aber durchaus auch um eine, für den Sammler wertlose Bastelarbeiten handeln.

 

Bereits in den 1950er Jahren gab es bei verschiedenen Kalibern Editionen, die man aus heutiger Sicht in die Rubrik Sondereditionen einordnen könnte.

So existieren z.B. beim Kaliber GUB 28.1 1437 Uhren in 14-karätigen Goldgehäusen, deren Werk- und Gehäusenummern in Verkaufsbüchern erfasst sind.

In der Kalibergruppe 60 existiert eine nicht genau bekannte, kleine Anzahl von signierten und unsignierten, fein mit Streifenschliff auf Brücken und Kloben dekorierten Werken, wo bisher weder der Zweck noch der Anlass der Produktion bekannt ist, die man per Definition durchaus auch zu den Sondereditionen zählen könnte.

Auch die lediglich für einen Exportauftrag mit zwei zusätzlichen Decksteinen versehene Edition des Kaliber GUB 68.4 zählt dazu, da es sich bei dieser einmaligen Auflage streng genommen nicht um ein neues Kaliber im eigentlichen Sinne, sondern eher um eine Modifikation des Kalibers GUB 68.1 handelt.

 

Eine 18-steinige Modifikation des Kaliber 62.2 kann es im Musterbau gegeben haben. Eine Serienfertigung oder Sonderedition kann aber ausgeschlossen werden. Solange aber diverse Artefakte mit und ohne Streifenschliff, mit und ohne Chatons, aber bisher ohne verifizierbare Belege dazu, bekannt sind, kann eine klare Zuordnung der einzelnen Artefakte nicht erfolgen, weil auch reine Bastelarbeiten nicht auszuschließen sind.

 

Die Fertigung einer Modifikation des Damenarmbanduhrkalibers 63 als Güteuhr „Kaliber 63.2“ mit Chatons durch die GUB war schon allein wegen technischer Mängel des Kalibers unrealistisch. Es existieren auch keinerlei offizielle betriebliche, oder anderweitig verifizierbare Belege für eine solche Fertigung. Gleichwohl existieren vereinzelte, nachträglich, nicht durch die GUB in diese Richtung bearbeitete Werke. 

Sondereditionen mit GUB Kleintaschenuhren Kaliber 78 & 79

Ab 1964 wurden mit den neu auf den Markt gekommenen Kleintaschenuhren Vom Kaliber 78 & 79 zu verschiedene Anlässen Sondereditionen mit auf den Anlass bezogenen Bodenprägungen aufgelegt. Bisher sind leider zu keiner der Sondereditionen, verifizierbare Auflagezahlen bekannt. Die Zukunft wird zeigen, ob sich bei den dazu durchgeführten Recherchen, eventuell doch noch genauere Angaben ermitteln lassen.

Kleintaschenuhr Kal.78  Sonderedition zum 15. Jahrestag der DDR 1964

Kleintaschenuhr Kal.79 - Sonderedition zur 800 - Jahrfeier Leipzig 1965

GUB Kleintaschenuhr Kaliber 79 mit Sonderprägung 7. SED Parteitag

GUB Kleintaschenuhr Kaliber 78 mit Sonderprägung des DDR Rundfunk

GUB Frackuhr Kal. 78 - Sonderedition zum 20. Jahrestag der DDR 1969

Ab Mitte der 1960er und in den 1970er Jahren wuden mit den in verschiedenen Goldgehäusen eingeschalten Spezimatik Werken der Kaliber GUB 74 und GUB 75 verschiedene Sondereditionen gefertigt, deren genaue Anzahl bisher genau so wenig bekannt ist, wie die Zahl ihrer Variationen.

Auch das „Goldfuchs" oder "Rotfuchs“ genannte Kaliber 06-66, die vergoldete Ausführung des Spezimatik Werkes Kaliber 75, ist mit ihrer geringen Auflage aus dem 1. Quartal 1977 den Sondereditionen zuzurechnen.

 

Ebenfalls zu den Sondereditionen zu zählen sind die zu einem besonderen Anlass von Institutionen des Staates, der Parteien oder gesellschaftlichen Organisationen zu Auszeichnungszwecken bei den GUB mit einer festgelegten Auflage in Auftrag gegebenen und komplett von den GUB gefertigten Uhren.

Dazu zählen z.B. die Spezimatic Uhren für die Erbauer des „Palastes der Republik“ 1975, zum 20. Jahrestag der NVA (Nationale Volksarmee) 1976, "30 Jahre DBD" (Demokratische Bauernpartei Deutschlands) 1978 und die Uhren zu verschiedenen Parteitagen der SED, für die aber grundsätzlich keine speziellen Werkausführungen verwendet wurden. Bei diesen Aufträgen war in der Regel, außer der Auflagenhöhe, auch die Gehäuseform, die Gestaltung des Zifferblattes und damit in Zusammenhang stehend teilweise auch eine spezielle Bodenprägung vorgegeben.

GUB Spezimatic - limitierte Sonderedition "Palast der Republik"

Anlässlich der Feierlichkeiten zur Fertigstellung des Palastes der Republik im Jahr 1975 wurde dem am Bau beteiligten männlichen Personenkreis diese mit dem neuen PVD Verfahren vergoldete Herrenarmbanduhr mit einer auf den Anlass bezogenen Widmung auf dem Edelstahlboden als Anerkennung für die erbrachten Leistungen in einer Schmuckschatulle überreicht. Die beteiligten Frauen erhielten ein Damenuhr aus Ruhla, die aber mit dem DAU-Werkkaliber 09-20 des VEB Glashütter Uhrenbetriebe ausgestattet wurde.

Außer der Widmung auf dem gedrückten Boden, entstammen alle Teile der Uhr, so auch das Automatikkaliber Kaliber 75 (06-26) Spezimatic, aus der serienmäßigen Fertigung.

Präsent für die männlichen Delegierten des IX. Parteitages der SED

Die Delegierten und ein Teil der Gäste des IX. Parteitages der SED, der vom 18.- 22.Mai 1976 in Berlin stattfand, erhielten als Präsent u.a. eine Armbanduhr. Für die Hälfte der ca. 5000 Delegieten und Gäste war das Präsent ein Spezimatic-Modell Kaliber 75 im Sondergehäuse und einem speziell für diesen Anlass in auftraggegebenen Zifferblattaufdruck. Eine besondere Werkausführung war nicht vorgesehen. Ein baugleiches Modell ohne den speziellen Zifferlattaufdruck unterschied sich auch dadurch, dass die Innenseite des im PVD-Verfahren goldfarben beschichteten Edelstahlarmbandes nicht beschichtet war. Der Edelstahlboden hatte keine auf den Anlass bezogene Prägung bzw. Gravur, wie es ansonsten bei Uhren, die für Auszeichnungszwecke verwendet wurden, in der Regel üblich war.

Auflistung der nach vorgenannter Definition bisher bekannten Sondereditionen der VEB Glashütter Uhrenbetriebe

Kaliber Besonderheiten
Kaliber GUB 28.1 1437 Uhren im Goldgehäuse (14 Karat)
Kaliber GUB 60
Brücken und Kloben mit Genfer Streifenschliff
Kaliber GUB 62.2
18 Steine
Kaliber GUB 68.4
Automatikwerk mit 25 Steinen
Kaliber GUB 74
in verschiedenen Goldgehäusen
Kaliber GUB 75
in verschiedenen Goldgehäusen
Kaliber GUB 06-66
in verschiedenen Edelstahlgehäusen
Kaliber GUB 75 Bodenprägung Palast der Republik extra Zifferblatt
Kaliber GUB 75 Zifferblatt IX. Parteitag der SED Bodenprägung
Kaliber GUB 75 Geprägtes Sonderzifferblatt 20 Jahre NVA
Kaliber GUB 75 Zifferblatt 30. Jahrestag der DBD
Kaliber GUB 1-30 Quarzwerk
zum 12. Parteitag der SED,der 1989 nicht mehr stattfand

Uhren der Serienproduktion der Glashütter Uhrenbetriebe, die zu Auszeichnungszwecken verwendet wurden.

 

Schon bevor in den 1970er & 1980er Jahren die Auszeichnungen, auch in Form von Uhrenpräsenten, massenhaften Charakter annahmen, gab es bereits im engeren Rahmen, so zum Beispiel für langjährige Betriebszugehörigkeit oder besondere Leistungen verdienter Mitarbeiter, Ehrungen und Auszeichnungen, die mit Uhrenpräsenten besonderer Ausführungen verbunden waren.

Das waren dann allerdings in der Regel Uhren, die per Definition zu den Sondereditionen zu zählen sind, wie z. B. eine 18-steinige Ausführung der 62.2 für Helmut Klemmer oder Uhren für 10-jährige Betriebszugehörigkeit zu den GUB.

 

Einen völlig anderen Charakter haben dann mit Beginn der 1970er Jahre aber die Uhren, die aus der laufenden Serienproduktion stammten oder zum Teil sogar aus bereits in den Handelsorganisationen befindlichen Uhrenkontingenten „abgezweigt“ wurden, um sie aus den unterschiedlichsten Anlässen heraus für Auszeichnungszwecke mit Bodenprägungen oder Gravuren zu versehen.

Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Institutionen des Staatsapparates, der SED, der Blockparteien oder der gesellschaftlichen Massenorganisationen handelte.

 

GUB Spezimatic Uhr der Serienfertigung, die zu Auszeichnungszwecken eine Bodenprägung erhielt und mit einer dem Anlass entspechenden Urkunde in einer Schmuckschatulle mit Medaille verliehen wurde.

Da die GUB oftmals weder die Art der Bodengestaltung noch den Umfang der Emission kannten und auch keinen Einfluss darauf hatten, wäre es schlichtweg irreführend dabei von Sondereditionen der GUB zu sprechen.

Auch bei den Ausführungen, wo die GUB z. B. von staatlicher Seite oder auch von Seiten der zuständigen Abteilung des Zentralkommite der SED immer wiederkehrende Aufträge erhielt, deren Umfang davon abhängig war, wie viele Präsente an Uhren aus der Serienproduktion im Jahr u.a. zu Auszeichnungszwecken verteilt werden sollten, sollte man nicht von Sondereditionen im herkömmlichen Sinne sprechen.

Beispiele hierfür sind die GUB Spezimatik 75 und Spezichron 11-27 mit der Bodengravur „Ehrengeschenk des ZK der SED“ und „Für 30 jährige Dienstzeit in den Organen des Ministeriums des Inneren“ und "Zum 20. Jahrestag der Kampfgruppen - ZK der SED".

Die Auszeichnungsuhr zum 20. Jahrestag der Kampfgruppen der SED

20 Jahre nach der Gründung der Kampfgruppen der Arbeiterklasse in der DDR im Jahr 1973 wurden verdiente Kämpfer unter anderem mit dieser Glashütter Herrenarmbanduhr Spezimatic vom Kaliber 75 ausgezeichnet. Als Auszeichnungsuhr weist sie sich eindeutig durch ihre Bodenprägung

"ZUM 20. JAHRESTAG DER KAMPFGRUPPEN - ZK DER SED"

aus. Eine Modellvariante mit diesem Gehäuse und Zifferblatt wurde aber auch als normale Serienuhr ohne Bodenprägung in den 1970er Jahren von den VEB Glashütter Uhrenbetrieben gefertigt. Organisiert waren die "Kämpfer" (meist Reservisten der NVA) in der Regel in Betriebskampfgruppen, die der  Kreis- bzw. der Bezirksleitung der SED, in letzter Instanz aber dem Zentralkommite der SED, unterstanden.

Auch eine entsprechend dazugehörige, mehr oder weniger geschmackvoll gestaltete Schmuckschatulle und eine Urkunde mit Mappe unterstreichen eher den wirklichen Sachverhalt, nämlich den einer Ehrung, der eine Uhr als Präsent beigefügt war, als dass es sich hierbei um eine spezielle Modellausführung einer Glashütter Uhr mit einer limitierten Auflage handelt, was die wesentlichen Merkmale einer Sonderedition sind.

NVA Auszeichnungsuhr "Navimatic" mit GUB Spezimatickaliber 75 (06-26)

Nach Zeitzeugenaussagen wurde die mit dem GUB Automatikkaliber 75 ausgestattete Herrenarmbanduhr Navimatik 1974 von der NVA in einer Stückzahl von 4000 für Auszeichnungszwecke bestellt und geliefert. In den Folgejahren wurden bis zum Auslaufen der Produktion der Spezimaticwerke 1978 wiederholt Kleinstserien in der Größenordnung von ca. 200 bis 300 dieser Uhren nachgeordert. Darüber, ob diese Uhren außer zu dem angegebenen Zweck bei der NVA auch noch als Militär- bzw. Dienstuhren Verwendung fanden, wurden gegenüber den GUB naturgemäß von der NVA keinerlei Angaben gemacht. Auch für eine oft zitierte Verwendung als Militär-/Dienstuhr des DDR Kampfschwimmerkommando KSK-18 sind bisher keinerlei verifizierbare Belege bekannt. Da sie nur im begrenzten Umfang „wasserdicht“ ist, ist sie auch keine Taucheruhr, von der man erst ab einer Wasserdichtigkeit von 20 bar sprechen kann. Bei dem Gehäuse handelt es sich um ein verchromtes 4-teiliges Messinggehäuse mit drehbarem Stellring, welches auf der Frontseite hoch poliert wurde. Das Gehäuse besteht aus Gehäusemittelteil, Staubschutzkappe, Edelstahlschraubboden und einem Edelstahlband mit einer Bandanstoßbreite von 20 mm, welches aus Westdeutschland eingeführt wurde. Das Zifferblatt wird durch ein gespritztes Kunststoffglas mit Armierungsring geschützt. Der schwarze Zifferblattgrund hat erhabene, aufgesetzte, silberfarbene Stundenbalken mit rot lackierten Flächen. Die vernickelten Balkenzeiger sind mit Leuchtfarbe unterlegt. Die Gehäusehöhe beträgt 13,5 mm und der Durchmesser beträgt ohne Krone gemessen 38 x 46 mm.

Auszeichnungsuhr „Spezimatic“ des FDGB Bundesvorstandes der DDR

In den 1970er Jahren hatte auch der FDGB-Bundesvorstand, der seinen Sitz damals in Berlin-Mitte, Engeldamm 70, Michaelkirchplatz 1/2, unmittelbar an der Berliner Mauer hatte, den Trend, Glashütter Armbanduhren als Representationsgeschenke und zu Auszeichnugszwecken zu verwenden von anderen DDR Massenorganisationen und Blockparteien aufgegriffen und den Edelstahlschraubboden des hier vorgestellten Serienmodells einer Herrenarmbanduhr "Spezimatic" Kaliber 75 mit einer entsprechenden Widmung prägen lassen. In welchem Umfang und über welchen Zeitraum das geschah ist nicht bekannt. Da es aber Uhren mit gleicher Prägung auch vom Kaliber 11-27 aus der ersten Hälfte der 1980er Jahre gibt, kann davon ausgegangen werden, dass es nicht nur eine Auflage gab. Auf Grund der Prägung „Bundesvorstand des FDGB“ ist davon auszugehen, dass über die Vergabe auch in diesem höchsten Gremium des FDGB bzw. vom Vorsitzenden entschieden wurde.

 

GUB  Auszeichnungsuhr des FDGB Bundesvorstandes der DDR

Neben der SED, den Blockparteien, dem Staatsapparat und den bewaffneten Organen der DDR hatten auch die gesellschaftlichen Organisationen wie der FDGB die Möglichkeit Uhren als Repräsentationsgeschenk, Auszeichnung für besondere Leistungen bzw. langjährige Tätigkeit zu vergeben. In der Regel wurden, wie auch bei der hier vorgestellten vergoldeten GUB Damenarmbanduhr aus den 1970er Jahren, Modelle aus der Serienproduktion verwendet. Je nach Anlass wurde der Edelstahlboden mit einer entsprechenden Prägung versehen. Da die hier vorgestellte Uhr des FDGB Bundesvorstandes der DDR keine anlassbezogene Prägung hat, dürfte sie in der Regel als Repräsentationsgeschenk verwendet worden sein. Auch die Werke dieser Auszeichnungsuhren stammen aus der Serienproduktion und weisen keinerlei Besonderheiten auf. Bei dem Werk dieser Uhr handelt es sich um das GUB Damenarmbanduhrwerk vom Kaliber 09-20.

GUB Auszeichnungsuhr für das Ministerium des Inneren der DDR

Für langjährige Tätigkeit in den Organen des Ministerium des Innern der DDR wurden unter Anderem auch Glashütter Uhren verwendet. Bei der hier vorgestellten vergoldeten Damenarmbanduhr handelt es sich um eine solche mit der entsprechenden Bodenprägung "Für 30-jährige Dienstzeit in den Organen des MINISTERIUM DES INNERN" versehene Auszeichnungsuhr. Erwähnenswert ist dabei, dass es sich nicht um besondere Ausstattungsformen gehandelt hat, sondern um Modelle aus der laufenden Produktion, für die auch keine besonderen Werke verwendet wurden. In dem Falle handelt es sich um das millionenfach gefertigte GUB Damenarmbanduhrwerk Kaliber 09-20. Die Anforderung an Stückzahl und Modelle wurde von der zuständigen Stelle des Ministeriums des Innerren über den Verwaltungsweg  jährlich neu an  das VEB Uhrenkombinat Ruhla, Uhrenwerk Glashütte, ab 1978 über das  Kombinat Mikroelektronik Erfurt übermittelt und war gegebenenfalls zusätzlich zur Staatsplanvorgabe zu realisieren. Es handelt sich bei solchen Auszeichnungsuhren also nicht um Sondereditionen der GUB.

Die hier gezeigten Beispiele können nur eine Auswahl des wesentlich breiteren Sortiments an speziellen Bodenprägungen oder Gravuren darstellen.

Aus den vorgenannten Gründen ist mangels einer entsprechenden Dokumentation ein vollständiger Überblick bisher nicht möglich.

Gegen das Sammeln solcher Uhren gibt es natürlich nichts einzuwenden. Es sollte aber nicht unter dem Begriff „Sonderedition“ geschehen.

Mit „Sondereditionen“ im für Uhrenhersteller und Sammler üblichen Sinne haben diese Uhren der Serienproduktion nichts gemein.

Zu einer Auswahl von Werken & Modellen für die bislang keine verifizierbaren Originalitätsbelege bekannt sind kommen Sie >> hier <<

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen entsprechend ergänzt.

Aktualisiert 25.07.2017

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild mit Video hinterlegt

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