Diese Kaliber besitzen ein massives Grundwerk mit automatischer Aufzugseinrichtung. Das Räderwerk einschließlich dem Federhaus wird unter einer großen Räderwerkbrücke ( ¾ -Platine) gelagert. Zusätzliche Gestellteile sind eine Minuten- und Ankerbrücke sowie der Unruhkloben.
Das Werk ist ausgestattet mit 26 Funktions- und Lagersteinen, gesondert demontierbarem Federhaus, ein durch 3 Decksteine axial abgestütztes Sperrrad, Zentralsekunde, Bremsfeder außerhalb des Kraftflusses, Ankerhemmung mit poliertem Stahlanker und Stahlankerrad, einer großen Unruh und einer selbst kompensierenden Spirale.
Der automatische Aufzug mit 3 Reduktionsrädern und Wendehebel mit –rad ist unten in der Räderwerkbrücke gelagert. Der Rotor mit Schwermetallring und Trieb bestand anfänglich aus einem 140° Segment und ist mit CuNiMn- Buchse auf dem Rotorlagerbolzen gelagert. Bei Kaliber 06-26 ist das Kalenderwerk bestehend aus Datumring, Datumplatte, Datumrolle und Kalenderrad 1 und 2 zusätzlich unter einer Plastdatumplatte montiert.
Zu Beginn wurden die Werkplatinen zifferblattseitig noch mit einer 2,5 mm breiten Abschrägung, einer zweischenkligen monometallischen Ringunruh und einem Schwermetallrotor von 140° gefertigt.
1968/69 kommt es zu konstruktiven Veränderungen, bei denen die Platine nur noch eine schmale Abkantung hat und eine dreischenklige mono- metallische Ringunruh zum Einsatz kommt. Beim Kaliber 74 findet sich die breite Platinen- abkantung noch Mitte der 1970er Jahre. Zu diesem Zeitpunkt wird die Platine noch einmal dahingehend verändert, dass keinerlei Abkantung mehr erfolgt.
Nach bisherigen Erkenntnissen wurde vermutlich 1972/73 die Größe der beidseitig wirkenden Aufzugsrotoren bei den Spezimaticwerken verändert. Seit Beginn der Fertigung 1965 hatte man 140° Rotoren mit einem Schwermetallsegment (145°) verwendet, mit den anschließend zum Einsatz gekommenen 160° Rotoren wollte man entweder eine prinzipiell größere Schwungmasse zum Einsatz bringen oder, was wahrscheinlicher ist, eine durch Materialsubstitution bei der Verwendung neuer, Devisen sparender Metalllegierungen für die Rotoren auftretenden Masseverlust ausgleichen.
Diese für die jeweilige Fertigungszeit typischen Merkmale der Spezimaticwerke erleichtern das Erkennen von Werken die sich noch in einem Zustand befinden, wie sie serienmässig zu dem auf der Platine eingeprägten Jahr und Quartal gefertigt wurden.
Der jährliche Sortimentskatalog der Branche Uhren der Großhandels-gesellschaft Technik, weist die im jeweiligen Planjahr dem Handel von den 20 verschiedenen Uhrenproduzenten der DDR, für den inländischen Bedarf zu Verfügung stehende Uhrenmodellvarianten aus. Ebenfalls enthalten sind die Uhrenmodelle, die aus den Ländern des RGW eingeführt wurden. Die für den Export vorgesehenen Uhrenmodelle finden in diesem Katalog keine Berücksichtigung. Neben der Artikelnummer, der Artikelbezeichnung mit Beschreibung, Hersteller und Abbildungen, wird auch der jeweilige EVP in MDN ausgewiesen.
Eine Gewähr, dass die gelisteten Uhren auch im ausreichenden Umfang dem Handel zur Verfügung gestellt wurden, war nicht gegeben. Der Abschluss von Exportverträgen, die über die vom Außenhandel der DDR geplanten Größenordnungen hinausging, wurde zu lasten der inländischen Bedarfsabdeckung vorrangig realisiert. Der Redaktionsschluss für den 1968er Katalog war der 01.08.1967.
Im Dezember 2011 wurde dieser Seite von einem Sammlerfeund eine interessante Mitteilung gemacht. Er hatte bei Aushubarbeiten in seinem Garten einen verkrusteten Gegenstand gefunden, der sich nach der Säuberung als eine GUB "Spezimatic" im Taucherdesign entpuppte, die durch ihre "Exhumierung" nach ca. 30 Jahren und den Bewegungen beim Säubern plötzlich Lebenszeichen von sich gab.
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Diese Spezimatic Kaliber 75, deren Fertigungszeit in das 2. Quartal 1976 fällt, weist im Gegensatz zu vergleichbaren Modellen dieser Fertigungsperiode einige bemerkenswerte Besonderheiten auf. Von der Zifferblattsignatur „Limit, INTERNATIONAL, 26 JEWELS, INCABLOC, AUTOMATIC“, die für den Exportauftrag für eine Firma aus Großbritannien verwendet wurde, ist die Uhr nicht als ein Spezimatic Modell zu identifizieren. Obwohl zwei Jahre vor Ende der Fertigung der Spezimaticserie nicht mehr mit neuen Werkmodifikationen zu rechnen war, wurde für diesen speziellen Exportauftrag noch einmal auf die früher verwendete Stoßsicherung zurückgegriffen und wie auf dem Zifferblatt ausgewiesen, die Incabloc Stoßsicherung verwendet. Auch die Prägung des aufgesprengten Edelstahlbodens entspricht mit der Bezeichnung „Goldplaque“ nicht den ansonsten bekannten Mustern. Von einer Vergoldungsstärke von 20 Mikrometer kann hier nicht mehr ausgegangen werden.
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Dieses im Original gut erhaltene Spezimaticmodell mit dem Werkkaliber 75 und gedrücktem Edelstahlboden des VEB Glashütter Uhrenbetriebe aus dem Jahr 1976 ist in ein mit einem veränderten Verfahren der Oberflächenbehandlung hergestellten Gehäuse eingeschalt worden. Hatten die von den GUB verwendeten vergoldeten Messinggehäuse in der Regel eine 14 Karat Plaquevergoldungsstärke von 20 Mikron, die auch in der Regel auf den Edelstahlböden ausgewiesen wurde, kommt bei diesem Gehäuse ein goldfarbener Materialauftrag mit dem Dünnschichtverfahren PVD zum Einsatz, welches durch seine geringe Auftragsstärke von 0,5 bis 0,10 Mikron, trotzt größerer Härte, zu einem relativ raschen Abrieb durch den Gebrauch führt. Das Werk befindet sich mit der planen, nicht mehr abgekanteten Platine, dem 160° Rotor und der dreischenkligen monometallischen Ringunruh in seiner letzten Ausbaustufe.
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Dieses, im 4.Quartal 1970 gefertigte Modell einer Spezimatic hat neben der seltenen Zifferblattausführung eine weitere Besonderheit. Das Plaqué vergoldete Messinggehäuse mit Edelstahlschraubboden hat keine Angabe der Vergoldungsstärke. Daran erkennt man die Spezimaticgehäuse, die nicht aus der DDR Produktion des VEB Uhrenwerke Weimar stammen. Die in Weimar gefertigten Gehäuse hatten grundsätzlich eine Plaqué Vergoldung mit 20 Micron 585er Gold. Diese Angaben befinden sich auf dem Edelstahlboden. Ein weiteres Erkennungsmerkmal von Importierten Gehäusen ist der Schraubboden. Die Weimarer Gehäuse hatten nur Böden, die aufgerückt wurden. Die in importierte Gehäuse eingeschalten Spezimatic Modelle waren für den Export vorgesehen und kamen nur im Ausnahmefall in der DDR in den Handel. Die Angaben zum Quartal und Jahr der Fertigung des Werkes (704 für 1970/4.Quartal) befinden sich neben der Kaliberangabe (75), auf der Platine des Werkes.
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Dieses seltene Spezimaticmodell 06-26-24-20 (Kaliber75) mit einem mit Sonnenschliff versehenen versilberten Zifferblatt, verchromten Stabindizes, Zeigern und einem importierten Edelstahlgehäuse gehört sicherlich mit dem zeitlos schönen Designs zu den Highlights der Spezimatickollektion der GUB.
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Das Werk dieses im Original erhaltenen Modells einer Spezimatic im 585er Goldgehäuse wurde bereits wenige Monate nach der Markteinführung, nämlich im 2. Quartal 1966, von den VEB Glashütter Uhrenbetrieben gefertigt. Das ist daran erkennbar, dass außer an der auf der Platine befindlichen Prägung des Kalibers, in dem Falle 75, bei den Spezimaticwerken weitere 3 Zahlen eingeprägt wurden, von denen die ersten beiden Zahlen das Jahr und die dritte das jeweilige Quartal der Fertigung benennen. So ist es möglich auch noch 30 Jahre nach der Einstellung der Spezimaticfertigung, die Uhren mit diesen Werken zeitlich einzuordnen. Sehr frühe Spezimaticwerke kann man auch noch daran erkennen, dass sie nur mit einem zweischenkligen Unruhreif, wie das auch bei dem gezeigten Werk der Fall ist, ausgestattet wurden. Spezimaticmodelle im massiven Goldgehäuse wurden von den VEB Glashütter Uhrenbetrieben nur in einem sehr geringen Umfang im Verhältnis zur Gesamtfertigung von ca. 1,8 Millionen Armbanduhren mit Spezimaticwerken gefertigt und stellen ein beliebtes Sammelobjekt dar.
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Dieses original belassene Exportmodell „Dynamatic“ der Glashütter Uhrenbetriebe mit dem 26-steinigen, mit GUB-Stoßsicherung ausgestatteten Automatikwerk Kaliber 75 Spezimatic mit Datum-Schnellschaltung wurde im 4. Quartal 1977 gefertigt und nach Großbritannien exportiert. Interessant ist bei dieser Werkausführung, dass hier wieder der bereits zu Beginn der 1970er Jahre in der Folge von Materialsubstitution nicht mehr verwendete zweiteilige 140° Rotor mit Schwermetall Schwungmasse zum Einsatz kommt. Ansonsten sind bei diesem Exportmodell keinerlei spezielle Veränderungen am Werkkaliber erkennbar. Der gedrückte Edelstahlboden hat die für Exportmodelle der Glashütter Uhrenbetriebe typische Prägung der Ziffernfolge 41, deren weitergehende Bedeutung bisher noch nicht bekannt ist. Bei Exportaufträgen in Länder mit frei konvertierbarer Währung wurden von den Außenhandelsorganen der DDR oft Vertragsbedingungen akzeptiert, die dem Hersteller zu Ausstattungsmodifikationen zwangen, die sich negativ auf das Betriebsergebnis auswirkten.
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Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.