GUB Kaliber 60.3 Güteuhr

  • Herstellungsjahr: 1955 - 1961
  • Werkdurchmesser: 12 ½''' = 28 mm
  • Werkhöhe: 5,4 mm
  • Werkaufbau: Platinenwerk mit Grundplatte, Federhausbrücke, Räderwerkbrücke, Ankerkloben, Unruhkloben, Sekundentriebkloben
  • Aufzug: Kupplungsaufzug mit 4-Loch Winkelhebelfeder
  • Hemmung: Palettenankerhemmung
  • Unruh: Monometallische vergoldete Schraubenunruh mit 16 Gewichtsschrauben und Flachspirale
  • Steine: 16 oder 18
  • Stoßsicherung: 16-steinige Ausführung ohne Stoßsicherung, 18-steinige Ausführung mit Incabloc Stoßsicherung
  • Reglage: freier Rückerzeiger
  • Sekunde: Zentralsekunde
  • Stückzahl: ca. 86.000
  • Preis: 191,- bis 285,- M
  • Besonderheiten: Gütezeichen Q, Glashütter Sonnenschliff auf Kron- und Sperrrad,

             16 steinige Ausführung mit Goldchatons

Originalprospekt von 1956 für das Güteuhrkaliber GUB 60.3

Die in den Prospekten gezeigten Modelle ermöglichen es festzustellen, welche Zeigerformen zu welchem Zifferblattdesign und welches Zifferblatt mit welchem Gehäuse von den GUB werkseitig gefertigt worden sind.

Leicht erkennbare Verfälschungen am Gütewerk

Am Original der 16- & 18-steinigen Werkausführung sind neben der obligatorischen vergoldeten Schraubenunruh auch Kron- & Sperrrad grundsätzlich mit dem Glashütter Sonnenschliff dekoriert.

Während die 16 - steinige Werkausführung seit 1953 grundsätzlich mit Goldchatons ausgestattet wurde, verzichtete man bei der ab 1957 bis 1960 gefertigten 18 - steinigen Variante auf die Goldchatons.

GUB Gütewerk Kal 60.3 mit 18 Steinen & gegenüber dem Original verfälschter, weil vernickelter, Schraubenunruh

Modellbeispiele

Das 18-steinige Gütewerk mit Incabloc Stoßsicherung vom Kaliber 60.3 ist in einem seltenen, vergoldeten Gehäuse mit gedrücktem Edelstahldeckel des Pforzheimer Furniturenherstellers Rodi und Wienenberger AG eingeschalt. Edelstahl- und vergoldete Gehäuse dieser Firma wurden, im geringen Umfang, von den VEB Glashütter Uhrenbetrieben in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre für Uhren der Kalibergruppe 60 verwendet. War man vorher schon, bei den vergoldeten Gehäusen, von der Verwendung von „Walzgolddoublé“ ab und zu Plaque Gehäusen übergegangen, wurde zu dieser Zeit auch die relativ starke Vergoldung mit 20 Mikron nicht mehr angewendet, was man an der veränderten Deckelprägung “Goldplated“ erkennen kann. Für die von den GUB verwendeten Gehäuse der Firma Rodi & Wienenberger waren mit  31 mm größere Ziffer-blätter als sonst üblich erforderlich.

GUB Güteuhr Kaliber 60.3 in der 18-steinigen Werkausführung

Dieses Modell der 18-steinigen Güteuhr Kaliber 60.3 der Glashütter Uhrenbetriebe wurde in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre gefertigt. Da der GUB bis Anfang der 1960er Jahre keine in der DDR gefertigten Stoßsicherungen zur Verfügung standen, wurden die in fünf Lagen geprüften Uhren mit aus der Schweiz importierten Incabloc-Stoßsicherungen ausgestattet. Eingeschalt wurde die Uhr, wie alle vergoldeten GUB Uhren der Kalibergruppe 60, mit einem seltenen guillochierten Zifferblatt, vergoldeten Leuchtzeigern, in ein ebenfalls gegen Devisen eigeführtes mit 20 Mikron Plaqué vergoldetes, zweiteiliges Messinggehäuse mit Edelstahlschraubboden. Das damls noch selten vergebene höchste Gütezeichen Q der DDR wurde der gesamten Uhr zuerkannt, obwohl einzelne Werkteile u. a. auch die Nivarox 1 Flachspirale und Furnituren nicht aus der DDR Produktion stammten.

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Literatur:

  • „Die Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie“  Autor Ing. Helmut Klemmer u. Edith Klemmer
  • Fachzeitschrift: Uhren und Schmuck 1/1979 bis 4/1980 
  • Mechanische Armbanduhren aus Glashütte 1950 - 1980; Autor: Werner Heinrich; Callwey Verlag; ISBN 3766717197
  • Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden, Postfach 100444
  • Glashütte Sachsen - 1506 bis 2006 500 Jahre Stadtgeschichte, Autorengemeinschaft
  • Eigenvertrieb Stadtverwaltung Glashütte
  • ISBN: 3-937951-31-8
  • Glashütter Armbanduhren II; Autor: Kurt Herkner; Herkner Verlags GmbH; ISBN 3-924211-06-X
  • Material- und Warenprüfung in der DDR - Anspruch und Wirklichkeit; Verl.Beuth Wissen; Autoren: G. Fuhrmann, H. Jablonski, H.- H. Lehndecke, J. Thiele, L.-P. Wagenführ ISBN 978-3-410-17748-7

Aktualisiert 20.05.2012

Uhrenmuseum Glashütte (mit einem Video hinterlegt)

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