Zwangaarbeit in Glashütte 1940 bis 1945
Bisher bekannte Lager für Kriegsgefangene,
Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen
Quelle: https://arolsen-archives.org/archiv/online-suche/
Der hier nachfolgende Befehl des obersten Chefs der Sowjetischen Militärverwaltung und Oberbefehlshabers der Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland vom 7. Dezember 1945 musste und wurde auch in Glashütte von der Verwaltung in allen Firmen umgesetzt.
Bisher dokumentierte Belege von Glashütter Firmen,
die Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen beschäftigt hatten.
Quelle: https://arolsen-archives.org/archiv/online-suche/
Quelle: https://arolsen-archives.org/archiv/online-suche/
1945/46 - Erhebungen in Bezug auf Ausländische Arbeitskräfte auf der Grundlage des
Befehls Nr.163 der SMAD
Quelle: https://arolsen-archives.org/archiv/online-suche/
Vom 2. Geschäftsführer Hans Lochmann 1946 in Erfüllung des Befehls Nr. 163 der SMAD ausgefüllter Betriebsfragebogen zur Beschäftigung von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen bei der Uhren-Rohwerke-Fabrik Glashütte AG
Bei der Uhren-Rohwerke-Fabrik AG Glashütte waren von 1939 bis 1945 nachweislich insgesamt 380 namentlich bekannte Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen beschäftigt.
Quelle:https://collections.arolsen-archives.org/de/archive/2-1-4-2_4685016-DIV-1
Zweites Beispiel:
A. Lange & Söhne
Aufteilungsplan für die am 05. September 1942 aus der Sowjetunion eingetroffenen Zwangsarbeiter
Für die Firmen
Otto Gössel & Co.
Uhren-Rohwerke-Fabrik AG Glashütte
Glashütter Rechenmaschinen-Fabrik "Archimedes" Reinhold Pöthig, Glashütte i. Sa.
Pilz & Hayard KG. Glashütte
Quelle: https://arolsen-archives.org/archiv/online-suche/
1940
Erstes Kriegsgefangenlager In Glashütte
Quelle:https://gedenkstaettenfoerderung.stiftung-ng.de/fileadmin/dateien/GFN/06__Dokumentation_und_Forschung/Wehrmacht_und_Nationalsozialismus/Keller_Wehrmacht_und_Kriegsgefangene_Jahresbericht_2018.p
Glashütte Kriegsgefangenen-Arbeitskommando Wehrkreia VI (Sachs.) Feldpostbrief vom 07. April 1943
Dieser Feldpostbrief gibt einen Hinweis darauf, dass während des 2. Weltkrieges nicht nur "Zwangsarbeiter", sondern auch Kriegsgefangene in den Glashütter Firmen der Uhrenindustrie arbeiten mussten.
1943 - Die Kriegsproduktion bindet die gesammte Produktionskapazität der Glashütter Uhrenindustrie. Neben dieser Fertigung werden, wie auch schon im 1. Weltkrieg, in immer größerem Umfang Zünder für Bomben hergestellt. Zur Steigerung der Produktionskapazitäten werden Industrieanlagen erweitert und neue Außenstellen, wie z.B. die der UFAG in der Kesselsdorfer Straße 22 in Dresden, eingerichtet. In diesem Zusammenhang kommt es im wachsendem Maße zum Einsatz von Fremdarbeitern zur Zwangsarbeit. Es wiurden eigens dafür Barackenklager errichtet und auch eine Gemeinschaftsküche aufgebaut. (DAF)
Einblick in das „Leben“ der rund 3000 Zwangsarbeiter der Glashütter Uhrenindustrie während des zweiten Weltkrieges
Am 23. Dezember 1943 schreibt der Französische Zwangsarbeiter F. Rebecchi aus dem sogenannten Gemeinschaftslager der Deutschen Arbeitsfront in Glashütte einen sehr aufschlussreichen Brief an seinen Freund in Frankreich. Einen Tag vor der Kriegsweihnacht 1943 und 16 Monate vor Ende des zweiten Weltkrieges ein beachtliches Zeitdokument. Mit der genannten Zahl von 3000 Gefangenen wird hier zum ersten Mal erkennbar, um welche Größenordnung es sich bei dem Lager gehandelt hat. Ca. 500 bis 600 Russen, 200 bis 300 Tschechen, 80 Franzosen und rund 2000 Frauen der unterschiedlichsten Nationalitäten mussten bei mangelhafter Ernährung 12 Stunden unter den härtesten Bedingungen in der weitgehend auf Kriegsproduktion eingestellten Glashütter Uhren- und Feinmechanischen Industrie für den „Endsieg“ schuften. Bei einer Bevölkerungszahl Glashüttes von 3494 im Jahr 1939 [1] eine nicht zu übersehende Größenordnung. Der größte Teil der Zwangsarbeiter dürfte in den Firmen A. Lange & Söhne bei der Fertigung von Einheitschronometern Kal. 100, Marine B-Chronometer Kal. 48 & 48.1 sowie bei UROFA und UFAG bei der Fertigung des Fliegerchronographen Kal. 59 eingesetzt worden sein. Es wurden aber auch in weiteren Firmen in nicht unerheblichen Umfang Zeitzünder für Bomben und Torpedos gefertigt. Ein dunkles und noch viel zu wenig aufgearbeitetes Kapitel Glashütter Geschichte. Aber lesen Sie selbst.
[1] Heimatstadt Glashütte S.55, Eigenverlag der Stadt 1939

Katarina Puńko, von 1943 bis zum 08. Mai 1945 Sowjetische Zwangsarbeiterin in Glashütte. Katarina Puńko kam aus dem Dorf Zagrebele im Bezirk Sosnitca und der Region Tschernigow in der heutigen Ukraine. Drei lange Jahre in der eigentlich schönsten Zeit einer jungen Frau, musste Sie eingepfercht in dem Baraken- lager der DAF bei der Glashütter Firma A. Lange & Söhne Zwangsarbeit verrichten. Eine Entschuldigung, geschweige denn eine Entschädigung für das erlittene Unrecht hat es bis heute von keiner Seite gegeben. Es ist auch für Glashütte nie zu spät sich zu diesem Teil der Geschichte des Ortes und seiner Industrie zu bekennen und entsprechend zu handeln. Die Angehörigen würden gern mehr über das Schicksal von Katarina während der Zeit ihrer Zwangsarbeit erfahren. Wer noch heute etwas zur Aufklärung beitragen kann und möchte, kann sich vertauensvoll an den Autor dieser Webseite wenden.
Das Bild zeigt vier der rund 1800 bis 2000 Zwangsarbeiterinnen der Glashütter Uhren- und Feinmechanischen Industrie, die aus den verschiedensten von der Deutschen Wehrmacht besetzten Ländern Europas zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden. Sie waren in einem großen Barackenlager, welches am Ortsausgang für die Zwangsarbeiter und Zwangs-arbeiterinnen errichtet worden war, untergebracht. Von diesem Lager musste täglich in Kolonnen unter anderem an der Firma Paul Stübner vorbei zur 12-stündigen Arbeit in die Glashütter Uhrenfabriken und auch in die Feinmechanischen Werkstätten marschiert werden. Zeitzeugen des Lagers zufolge ist eine dieser jungen Frauen noch vor Ende des Krieges verstorben und nicht auf dem Glashütter Fiedhof, sondern namenlos in der Nähe der Fabrik begraben worden.
Feldpostbrief des Unteroffiziers Paul Pinkert vom 7. April 1943 Kriegsgefangenen-Arbeitskomando IV Glashütte (Sachs.) Dresdener Straße
1944
Der Zwangsarbeiter bei der Uhren-Rohwerke-Fabrik AG Glashütte P. Chabrol schieb diesen, im original erhaltenen Brief am 15. Januar 1944 an seine Eltern in Frankreich.
Diese Postkarte aus dem Glashütter Zwangsarbeiterlager der Deutschen Arbeitsfront wurde exakt 11 Monate vor Ende des zweiten Weltkrieges in der Glashütter Post für den Versand nach Lyon Frankreich abgestempelt. Das rote Dienstsiegel "Geprüft - Oberkomando der Wehrmacht" belegt einmal die militärische Bewachung des Zwangsarbeiterlagers und die Zensur des Inhalts der Post, die aus dem Lager herausging.
Zwangsarbeiterpost aus dem DAF-Lager Glashütte vom 25.07.1944
Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.