Die Goertz- Kunstuhr in Glashütte

Hermann Goertz  1862 -1944
Hermann Goertz 1862 -1944

Der Uhrmacher Hermann Goertz wurde am 2. April 1862 in Montauerweide im heutigen Polen geboren.

Er wuchs bei Verwandten in Berdjansk in der Ukraine auf. Er erlernte zuerst den Beruf des Stellmachers und danach den eines Uhrmachers. Bis zum Ende des 1. Weltkrieges arbeitet er zuerst in Odessa und später in Charkow. Mit seinen Ersparnissen siedelte er zum Jahreswechsel 1918/1919 nach Deutschland um und arbeitete in Glashütte an der Deutschen Uhrmacherschule bis 1925 weiter an seiner etwa 1892 begonnenen Astronomischen Uhr, der später nach ihm benannten Goertz-Kunstuhr. 

 

Dieses Kunstwerk zeigt außer der mitteleuropäischen Zeit auch Tage, Wochen, Monate und das Jahr an. Ablesen kann man auch Auf- und Untergang von Sonne und Mond über Mondzeiten, Stenbilder und Tierkreiszeichen.

Am 2. April 1942 beging Hermann Goertz in einem Altersheim in Aue, in dem er seit 1937 lebte, seinen 80. Geburtstag.

Quelle: Die Uhrmacherkunst Nr. 6 v. 20. März 1942 S. 65
Quelle: Die Uhrmacherkunst Nr. 6 v. 20. März 1942 S. 65
Grabstätte  von Hermann Goertz auf dem Glashütter Friedhof
Grabstätte von Hermann Goertz auf dem Glashütter Friedhof
Eine der ersten Veröffentlichungen zur Goertzschen Kunstuhr erscheint in Nr. 44 der Ausgabe der Uhrmacher-Woche von 1925 in der Gewerbelehrer Alfred Koch in Glashütte i. Sa. die Goertzsche Kunstuhr und ihren Erbauer in dem Beitrag
„Ein Meisterwerk der deutschen Uhrmachekunst, die Goertzsche Kunstuhr in der Deutschen Uhrmacherschule zu Glashütte“ vorstellt.
In Nr. 49 der gleichen Publikation von 1925 wird der Beitrag mit den vermutlich ersten veröffentlichten Bildern der Kunstuhr und einem erklärenden Textbeitrag ergänzt.
Ein Meisterwerk der deutschen Uhrmacherk
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Nach mehreren vergeblichen Verkaufsversuchen, erwarb der sächsische Staat 1928 die Uhr für 15.000 Reichsmark und zahlte Hermann Goertz bis zu seinem Tod im Jahre 1944 eine jährliche Rente von 2.000 Reichsmark. Bis zu seiner schweren Erkrankung 1934 arbeitet er noch für die Firma A. Lange & Söhne in Glashütte an etwa einem Dutzend Präzisionspendeluhren, die er jedoch nicht mehr alle fertig stellen konnte. Die von ihm konstruierten Glocken- und Klauen-Schwerkrafthemmungen konnte er aber noch mit diesen Uhren erproben.

1955 wurde die im Foyer der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte aufgestellte Kunstuhr von Studienrat Alfred Helwig und Heinz Sauerwald restauriert und weiter verbessert.

Darüber berichtet Alfred Helwig  in einem zweiteiligen Artikel in der Fachzeitschrift Feinmechanik und Optik Heft 2 u. 3/1956

Wenn sie sich dazu ausfühlich informieren möchten, dann klicken sie bitte das PDF- Dokument an.

Überholung und Verbesserung der Goertz- Kunstuhr in Glashütte von Alfred Helwig
Kunstuhr.pdf
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1984 wurde die Uhr erneut überholt und ausführlich dokumentiert. Diesmal wurden die umfangreichen Arbeiten von Jürgen Fritsch und Karl Friebel, der als Lehrer an der Deutschen Uhrmacherschule die Uhr betreute, ausgeführt.

Quelle: Karl Friebel mit freundlicher Genehmigung
Quelle: Karl Friebel mit freundlicher Genehmigung

Nachdem sich die Goertz-Uhr zwischenzeitlich in den Räumen der Firma Lange befunden hatte, kann sie nach der Neueröffnung des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte im Mai 2008 wieder am alten Standort bewundert werden.

Aus dem Leben von Hermann Goertz
von Alfred Hellwig 1938.pdf
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Schwerkrafthemmungen

Hermann Goertz und seine Schwerkrafthemmungen
Uhrmacherkunst 1938.pdf
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Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen entsprechend ergänzt.

Literatur:

  • Überholung und Verbesserung der Goertz- Kunstuhr in Glashütte Autor Alfred Helwig, Fachzeitschrift Feinmechanikund Optik Heft 2 & 3 /1956
  • Die Glashütter Kunstuhr von Hermann Goertz Autoren Fritsch u.Friebel VEB Verlag Technik Berlin, Fachzeitschrift Uhren und Schmuck, 1985, S.122/123
  • Ein Rundgang Durch die Stadt Glashütte, Militzke Verlag 1993, ISBN 3-86189-043-7
  • Die Uhrmache-Woche 44/1925 S.810
  • Die Uhrmacher-Woche 49/1925 S.908

Aktualisiert 15.08.2017

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild mit Video hinterlegt

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