Die Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie 1845 bis 1980

 

Das in mehr als 60 Jahren gesammelte Wissen und die Erfahrung Helmut Klemmers in der Glashütter Uhrenindustrie fließen nach 1970 (Vom Reitstock zur automatischen Straße; Autor: Helmut Klemmer ; Fachzeitschrift: Uhren und Schmuck 11/1970) noch einmal 1979 und 1980 in einer Art Vermächtnis in einen ausführlichen Fortsetzungsbeitrag über die Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie von 1845 bis 1980 ein.

Die Downloads der Artikel von Helmut Klemmer sind bzw. werden weiter unten, am Ende des Beitrges, eingestellt.

Helmut Klemmer (* 1902, † 1985)

Biographisches

1916 begann er an der Deutschen Uhrmacherschule Glashütte eine Ausbildung zum Werkzeugmacher, die er 1920 erfolgreich beendete. Bis zum Konkurs der Deutschen Präzisions-Uhren Fabrik e.G.m.b.H. war er als Konstrukteur und technischer Zeichner bei der DPUG beschäftigt. 

Mit der Gründung der UFAG und UROFA 1926 durch die sächsische Girozentrale mit Dr. Kurtz als angestellten Geschäftsführer, der vom Zentralverband der Deutschen Uhrmacher e.V.  als 2. Syndikus schon am Konkursverfahren der Deutschen Präzisionsuhrenfabrik Glashütte e.G.m.b.H (DPUG) beteiligt war, war Helmut Klemmer bis 1930  bei der UFAG als Gangsetzer und Remonteur tätig.1930 wechselte Helmut Klemmer zur UROFA, wo er bereits 1934 Betriebsassistent wurde.

 

Nach der 1937 erfolgten Ablösung des Betriebsführers der UROFA Robert Henzi, wurde er dessen Nachfolger und war in dieser Funktion unter Dr. Kurtz, bis zum Kriegsende im Mai 1945 tätig.

Schon 1945 unternahm auch er große Anstrengungen, trotzt der Zerstörungen und der kompletten Demontage der UFAG und UROFA, in Glashütte wieder eine Uhrenproduktion aufbauen zu können.

Da die UFAG und UROFA faktisch aufgehört hatte zu existieren, kam es im Dezember 1946 auf der Grundlage einer Genehmigung der sowjetischen Besatzungsmacht zur Gründung eines neuen Betriebes der jetzt sowohl Rohwerke, als auch Uhren zu produzieren hatte.

Mit dieser Neugründung, der Produktionsgemeinschaft „Precis Glashütte“ und das im Wesentlichen durch Helmut Klemmer entwickelte Armbanduhrkaliber 61 war der Neuanfang sozusagen „in Gang gesetzt“.

Mit Gründung der GUB im Juli 1951, in der u.a. auch die Firmen Precis und Mechanik Lange & Söhne VEB aufgingen, wurde Helmut Klemmer Leiter der Technik der GUB. Mit seinem neuen Armbanduhrkaliber 60, aus dem binnen Kurzem unter seiner Leitung eine ganze standardisierte Kalibergruppe entwickelt und ein Jahrzehnt erfogreich produziert wurde, hatte er einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der GUB geleistet. 

Teil 1 Helmut Klemmer zur Geschichte der Glashütter Uhrenindustrie
Vom Reitstock zur automatischen Straße v
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Teil 2 Helmut Klemmer zur Geschichte der Glashütter Uhrenindustrie
Helmut Klemmer vom Reitstock zur automa
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Anmerkungen zu der Artikelserie

Sicherlich dem hohen Alter und den eingeschränkten Möglichkeiten in der Publikationspraxis der DDR geschuldet, stößt man bei Aussagen von Helmut Klemmer, die er nicht durch zeitgeschichtliche Dokumente belegt hat, hin und wieder auf Widersprüche, die jetzt erst anhand von heute in Archiven zugänglichen Dokumenten und Belegen und verschiedenen anderen Quellen deutlich werden. Die neuen Erkenntnisse belegen einen zum Teil anderen Sachverhalt, als von ihm in der Fachzeitschrift dargestellt wurde.

Auch bei einem Vergleich inhaltlicher Aussagen beider Beiträge gibt es Widersprüche, die sich erst heute durch entsprechende Recherchen aufklären ließen bzw. noch zu klären wären.

Dessen ungeachtet bleiben beide Beiträge ausgezeichnete historische Zeitdokumente und eine unverzichtbare Quelle für die komplexe Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie.

Literatur

  • Lexikon der Deutschen Uhrenindustrie 1850 - 1980 : Firmenadressen, Fertigungsprogramm, Firmenzeichen, Markennamen, Firmengeschichten; Autor: Hans Heinrich Schmid; Herausgeber: Förderkreis Lebendiges Uhrenindustriemuseum e.V.; ISBN 3927987913

  • Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden, Postfach 100444

  • Vom Reitstock zur automatischen Straße; Autor: Helmut Klemmer ; Fachzeitschrift: Uhren und Schmuck 11/1970 S. 341-342

  • Mechanische Armbanduhren aus Glashütte 1950 - 1980; Autor: Werner Heinrich; Callwey Verlag; ISBN 3766717197

  • Glashütter Armbanduhren II; Autor: Kurt Herkner; Herkner Verlags GmbH; ISBN 3-924211-06-X

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Aktualisiert 28.05.2017

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild mit Video hinterlegt

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