Herstellerzuordnung Glashütter Taschenuhren

Da immer mal wieder recht interessante Glashütter Taschenuhren und Werke in Auktionen und auf den elektronischen Märkten auftauchen, die auf dem Zifferblatt und der ¾ Platine keine, beziehungsweise eine Signatur und Werknummer aufweisen, die nicht unmittelbar einen Aufschluss über den Hersteller geben, soll mit diesem Beitrag einmal der Frage nachgegangen werden, welche Möglichkeiten einer sachgerechten Zuordnung dieser Objekte zu einem bestimmten Hersteller anhand spezieller Merkmale ansonsten noch gegeben sind.

 

Als erstes sollen Uhren betrachtet werden, die nach der vollen Ausprägung des Glashütter Taschenuhrkalibers mit ¾ Platine und Glashütter Ankergang Mitte der 1860er Jahre bis etwa Mitte der 1870er Jahre gefertigt wurden. In dieser Zeit wurden Taschenuhren von den Firmen A. Lange & Cie. (ab 1868 A. Lange & Söhne), Julius Assmann, Moritz Grossmann und Adolf Schneider gefertigt. Das von Adolph Lange initiierte Glashütter Verlagssystem war nach einer zwanzigjährigen Entwicklungszeit inzwischen voll etabliert. Ein gemeinsamer Rohwerkepool mit einem einheitlichen Nummernsystem für alle Uhrenfabriken hatte so etwa zwischen den Werknummern 3000 und 3500 um das Jahr 1865 aufgehört zu existierten. Die einzelnen Firmen verfolgten danach in immer stärkerem Maße bei ihrer Fertigung eigenständige Strategien in Entwicklung und Vollendung mit eigenem Nummerierungssystem. Anhand der Verwendung der verschiedenen Kronenaufzug- und Zeigerstellvarianten soll das hier einmal beispielhaft dargestellt werden.

 

Herstellerzuordnung von Glashütter Taschenuhren und Werken der 1860er und 1870er Jahre
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Zeigerstellung und eine der Werksignaturen der Firma Moritz Grossmann
Zeigerstellung und eine der Werksignaturen der Firma Moritz Grossmann

Literatur:

  • Prof. H. Dittrich; Der Beginn einer Tradition S. 22-26; Sandstein Verlag Dresden 2009
  • Prof. H. Dittrich u. R. Reichel; Frühe Glashütter Uhren Teil 2; Klassik Uhren 6/2004 S.34
  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst Nr. 08 & 09 v. 19. April & 1. Mai 1876 S. 73-74 & 85
  • Moritz Großmann; 1869 Abhandlung über die Konstruktion einer einfachen, aber mechanisch vollkommenen Uhr, Selbstverlag des Autors 1880 S. 72- 95
  • United States Patent Office; Adolph Lange of Glashütte, Saxony. Letters Patent No.89667; dated May 4, 1869; Improvement in Device for Setting the Hands of Watches
  • Prof. H. Dittrich u. R. Reichel; Frühe Glashütter Uhren Teil 2; Klassik Uhren 6/2004 S.31-32
  • Moritz Großmann; 1869 Abhandlung über die Konstruktion einer einfachen, aber mechanisch vollkommenen Uhr, Selbstverlag des Autors 1880 S. 79
  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst Nr. 01 v. 04. Jan. 1879 S. 07
  • Prof. H. Dittrich u. R. Reichel; Frühe Glashütter Uhren Teil 2; Klassik Uhren 6/2004 S.34
  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung Nr. 11 v. 02. Juni 1877 S. 70
  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst Nr.15 v. 09. April 1881 S. 119
  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst Nr. 22 v. 29. Mai 1880 S. 178-179

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Aktualisiert 21.10.2017

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild mit Video hinterlegt

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