A. Lange & Söhne - Feine Uhren aus Sachsen

Reinhard Meis

Band I - 100 Jahre Uhrenindustrie in Glashütte von 1845 Bis 1945

Band II - A. Lange & Söhne Eine Uhrmachedynastie aus Dresden

Im Dezember 2012 sind von dem Autor Reinhard Meis zwei Bände über die Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie und Glashütter Uhren zum Preis von 298,- Euro beim Callwey Verlag erschienen.

Inhalt: Band I

 

• Die Grundlagen für eine Präzisions-Zeitmessung in Dresden

• Die Gründung einer Uhrenindustrie im Erzgebirge im Zuge der Industriellen Revolution in Sachsen

• Die älteren Taschenuhren-Fabrikanten

• Die Gründung der Deutschen Uhrmacher-Schule

• Die Präzision-Pendeluhren-Fabriken

• Die Chronometermacher

• Die jüngeren Taschenuhren-Fabrikanten

• Die Glashütter Uhrenindustrie bekommt Gegenwind

 

Band II

 

• Ferdinand Adolph Lange und seine Wanderjahre

• Bildteil I „Adolph Lange und die ersten Serien“

• A. Lange & Söhne erlangt in zweiter Generation Weltruf

• Bildteil II „A. Lange & Söhne, Glashütte b. Dresden“

• Bildteil III „Eine Auswahl der neuen LANGE-Armbanduhren“

• Patente

 

Rezension

Auf insgesamt 916 Seiten versucht der Autor in zwei Bänden, beginnend mit einem Kapitel über die Grundlagen für eine Präzisionszeitmessung in Dresden, eine Darstellung der Entwicklung der Uhrenindustrie in Glashütte zu geben. Die graphische Aufmachung der beiden Bände ist sehr gut gelungen. Es werden eine große Anzahl von Grafiken, brillianten Farbbildern von seltenen Uhren und Werken, zum Teil historische und auch Detailaufnahmen gezeigt. Leider muss man zumindest teilweise konstatieren, dass die Beschreibungen der Uhren und Werke, soweit sie nicht die der Firma A. Lange und Söhne betreffen, hinsichtlich ihrer zeitlichen Einordnung nicht dem heute vorhandenen Erkenntnisstand entsprechen. Obwohl dem Autor nach seinen eigenen Angaben das Archivmaterial des Glashütter Uhrenmuseums nicht zur Verfügung gestanden hatte, wäre es mit einem entsprechendem Rechercheaufwand durchaus möglich gewesen, das tatsächliche Geschehen exakter nachzuvollziehen, da die in Bibliotheken und auch digital verfügbaren Quellen aus dem beschriebenen Zeitraum die wesentlichen Ereignisse und technologischen Entwicklungen, die mit der Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie im Zusammenhang stehen, recht gut widerspiegeln.

Bei den Angaben zu den neben A. Lange & Söhne im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestehenden Firmen, historischen Abläufen, und Ereignissen sowie den dabei handelnden Personen lässt vor allem der 1. Band erhebliche Mängel und Lücken erkennen. Zum Teil wird auf Quellen verwiesen, deren Angaben nicht verifizierbar und teilweise bereits nachweislich widerlegt sind. Zum Anderen gibt es eine ganze Reihe von Aussagen die ebenfalls nicht mehr dem heutigen Erkenntnisstand entsprechen und für die auch keinerlei Quellenangaben gemacht wurden. Schlussendlich ist nicht auszuschließen, dass sich dem Leser dadurch ein Bild der Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie erschließt, dass zu einem nicht ganz unerheblichen Teil nicht der Realität entspricht.

Unverständlich ist auch, dass der Autor ohne Angabe von Gründen rund 40 Jahre, immerhin 25% der Zeit der mechanischen Uhrenfertigung in Glashütte, ausklammert. Auch wenn diese zweibändige Ausgabe in Teilen Fehleinschätzungen und unzutreffende Darlegungen aus früherer Publikationen über die Glashütter Uhrenindustrie richtig stellt, so ist es dem Leser, nicht zuletzt auch wegen fehlender Quellenangaben, in der Regel nicht möglich die wahrheitsgemäßen Ausführungen von den Unzutreffenden zu unterscheiden.

Aus historischer Sicht und für wissenschaftliche Arbeiten sind diese Bände daher nur begrenzt verwertbar.

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Aktualisiert 25.06.2017

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild mit Video hinterlegt

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