Zweigniederlassung                                          der Uhrenfabrik Akt. Ges. Glashütte

Verschiedene Quellen geben Hinweise, dass mit Beginn der Kriegsfertigung des Flieger-chronographen Kaliber 59 und der Aufnahme der Fertigung von Zeitzündern die Produktions-kapazitäten der UFAG und der  UROFA in Glashütte nicht mehr ausreichten und auswärts verschiedene Zweigniederlassung der UFAG eingerichtet wurden.

UFAG Zweigniederlassung Dresden, Kesselsdorfer Straße 22

Zu Beginn des Jahres 1942 suchte der Betriebsführer der UFAG Dr. Kurtz wegen der Erweiterung der Kriegsproduktion nach neuen Gewerberäumen. Mit Datum vom 10. Februar 1942 wurden der UFAG in Dresden-Löbtau, Kesselsdorfer Straße 22, ebensolche mit einer Fläche von 300 m² im ersten Stock eines Geschäftshauses angeboten.[1] Am 17. März 1942 beantragte Dr. Kurtz „für unseren wehrwirtschaftlich wichtigen Betrieb“ beim Dresdner Oberbürgermeister einen Mietvertrag und gleichzeitig die Genehmigung für erforderliche Umbauten.[2]

[3] Bauzeichnung von 1942
[3] Bauzeichnung von 1942

Planmäßig waren die Arbeitsräume für eine Gefolgschaft von 20 Mann mit einer Erweiterungsoption auf 40 Mann ausgelegt. 1944 wurden dann „durch die Erfordernisse, die durch das Rüstungsprogramm Speer einer ständigen Erweiterung unterzogen sind“ 120 Arbeitskräfte einschließlich Fremdarbeiter in der Kesselsdorfer Str. 22 beschäftigt.[4]

Da die für die Umbauten erforderlichen Baumaterialien der Bewirtschaftung unterlagen, waren ein Reihe von Sondergenehmigungen erforderlich.

Im April 1942 wurde Dr. Kurtz in Berlin im Reichsluftfahrtministerium vorstellig und erwirkte zum 14. April die erforderlichen Kontingentfreigaben.[5] [6] Die Umbaumaßnahmen wurden im Auftrag von Dr. Kurtz von dem zuerst bei der UFAG und nach 1945 auch noch in der Dr. Kurtz Uhrenfabrik Memmelsdorf und Ganderkesee beschäftigten Herrn Pohlan beaufsichtigt.[7] Nach Fertigstellung der UFAG –Niederlassung in der Kesselsdorfer Straße 22 wurden auch dort Rohwerke der UROFA vom Kaliber 59 zu dem "Tutima" Fliegerchronographen Kaliber 59 remontiert. Bei einem Bombenangriff am 16. Januar 1945 wurde die Niederlassung komplett zerstört. Herr Wustlich von der UFAG meldete am 17.01.1945 2 Tote, 8 Vermisste, 10 Schwerverletzte, 24 Leichtverletzte. Wegen 6 Personen wurde noch ermittelt.[8]

Zweigwerk in Frankreich

Im Entwurf eines Schreibens der UFAG an das Baupolizeiamt beim Dresdner Oberbürgermeister  von Juni 1944 wurde auf ein Zweigwerk der UFAG in Frankreich hingewiesen. Indizien aus anderen Quellen lassen vermuten, dass es sich dabei um eine Fabrik in Besançon handeln könnte.

Literatur:

 [1] Schreiben Baumeister Rudolf Feste Dresden A1, Marschallstr. 8

     vom  10. 02.1942; Sächsisches Staatsarchiv Dresden

[2] Schreiben Dr. Kurtz vom 17.03.1942 an OB Dresden,

     Sächsisches Staatsarchiv Dresden

[3] Sächsisches Staatsarchiv Dresden

[4] Schreiben der UFAG an das Baupolizeiamt Dresden Sommer 1944,

     Sächsisches Staatsarchiv Dresden

[5] Aktennotiz der Grundstücksabteilung der Girozentrale Sachsen

     vom 15.04 1942, Sächsisches Staatsarchiv Dresden

[6] Schreiben von Dr. Kurtz an das Reichs-Luftfahrt-Ministerium Roh-

     stoffstelle des Planungsstabes Berlin W8 Puttkamer Str.16/18 

     vom 21.05.1942; , Sächsisches Staatsarchiv Dresden

[7] Aktennotiz der Grundstücksabteilung der Girozentrale Sachsen

     vom 15.04 1942, Sächsisches Staatsarchiv Dresden

[8] Aktennotitz der Girozentrale Sachsen vom 26.Januar.1945

Aktualisiert 19.11.2017

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
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