Uhren- und Telegraphen - Fournituren - Fabrik

G. Weicholdt's Nachfolger Ludwig Trapp, Glashütte (Sachsen)

Gegründet 1859

Quelle: Deutsche Uhrmacher-Zeitung Nr. 9 v. 1. Mai 1896 S.189
Quelle: Deutsche Uhrmacher-Zeitung Nr. 9 v. 1. Mai 1896 S.189
Quelle: Leipziger Uhrmacher-Zeitung 1909
Quelle: Leipziger Uhrmacher-Zeitung 1909

Umgangssprachliche Firmenbezeichnung:

Ludwig Trapp ( G. Weichholdt's Nachf.)

Nach dem Tod von seinem Schwiegervater Gottlieb Weichholdt am 15. Juni 1892 führt Ludwig Trapp die alteingesessene Glashütter Firma für Triebfabrikation, bei der er ab 1889 Teilhaber war allein weiter.

Gottlieb Weicholdt hatte sein Handwerk in der Firma seines Bruders Friedrich Weichholdt nach Abschluss seiner ersten Ausbildung zum Schuhmacher erlernt. Friedrich Weichold war einer der ersten Lehrlinge, die in der Firma "Adolph Lange & Cie" in Glashütte ausgebildet wurden und die mit der Gründung ihrer eigenen Firmen den Grundstock des Glashütter Verlagssystems bildeten. Die Firma Friedrich Weicholdt bestand ab 1848 und war auf die Fertigung von Gängen und Trieben spezialisiert.

1893 - Die erst Werbeanzeige der neu ausgerichteten Firma

Auszeichnungen

1894

1897

Werbeanzeigen

Im Jahr 1900 bewarb die Firma erstmals einen fein ausgestatteten Katalog ihrer Produkte mit vielen Abbildungen. Der Katalog enthielt auch eine Beilage mit ausführlichen Triebtabellen, die dem Katalog bleibenden Wert verleihen sollten. Der Katalog wurde an Interessenten Kosten- und Portofrei versand.

1901 Telefonanschluss

Ludwig Trapp entwickelte die Triebfabrik seines verstorbenen Schwiegervaters in den Jahren nach der Übername durch eine kontinuierliche Erweiterung des Produktionsprofils entscheidend weiter.

1902, zehn Jahre nach der Übername, fertigte die Firma u.a.

Ein Firmenportät von 1902
Fa.Ludwig Trapp 1902.pdf
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1909

50 Jahre Firmengeschichte
Trapp 50 Jahre LUZ Nr.11v.1.Juni 1909 S.
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Weitere Aktivitäten des Firmeninhabers Ludwig Trapp

Präzisionspendeluhr der Firma Ludwig Trapp
Präzisionspendeluhr der Firma Ludwig Trapp

Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer höheren gestellten Anforderungen hinsichtlich der Präzision ihrer Arbeit an die Uhrmacher machte es in immer stärkerem Maße erforderlich, dass der Uhrmacher auch eine Präzisionspendeluhr als Zeitnormal in seinem Geschäft haben sollte. In den vergangenen Jahrzehnten konnten sich in der Regel nur relativ wenige, begüterte Uhrmacher diesen Luxus leisten. Es war also durchaus ein wachsender Markt für preiswertere, aber nicht minder gute Präzisionspendeluhren vorhanden. Diesem Umstand trug auch die seit 1859 bestehende Glashütter Firma "Ludwig Trapp Weicholds Nachfolger" Rechnung. Die hervorragende maschinelle Ausstattung und entsprechend geschultes Personal machte es möglich, gute, dem Glashütter Standard entsprechende Präzisionspendeluhren günstiger als die Konkurrenz anbieten zu können. Die Uhren wurden mit Riefler-Pendel erster und zweiter Qualität ausgestattet. Für sämtliche Teile wurde bestes Material verwendet, was mit besonderer Sorgfalt vollendet wurde. Gangrad und Anker waren vergoldet. Die versilberten Messingzifferblätter hatten einen Durchmesser von 265 mm. Stunden und Minuten waren darauf exzentrisch angeordnet. Auf unnötigen Luxus wurde bewusst verzichtet, um einen möglicht niedrigen Preis realisieren zu können. Trotzt erweiterter Mechanisierung konnte eine Präzisionspendeluhr kein Massenprodukt werden und so hielten sich die aufgelegten Serien mit bis zu 10 Stück auch in engen Grenzen. Vertrieben wurden die PPU’s der Firma Trapp von der Leipziger Firma "Etzold & Popitz".

Werbeanzeige aus dem Jahr 1909
Werbeanzeige aus dem Jahr 1909

1909 - Feierlichkeiten zum 50. Firmenjubiläum

Nachweise erfinderischer Tätigkeit

1909

1912

Das neue Nickelstahl-Kompensationspendel der Firma Ludwig Trapp von 1912
L. Trapp - neues Pendel 1912.pdf
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Kritische Betachtung des Nickestal-Kompensationspendel der Firma Trapp
Kritik am Trapp-Pendel 1912.pdf
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Nochmals das neue Nickelstahl-Pendel
Fa.Trapp zur Pendelkritik 1912.jpg.pdf
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AJU 1913
AJU 1913

1913

Präzisionspendeluhr  Fa. L. Trapp in der funktelegraphischen Empfangsstation des Zentral-verbandes der Deutschen Uhrmacherinnungen und -vereine eV, Halle a. d. S., für den Empang des Zeitsignals von Norddeich. Mit einer 120m langen Antenne konnte man die Zeitsignale noch aus 800 bis 1000 km zum sekundengenauen Einstellen der Päzisionspendeluhr dratlos mittels eines Empfangsapparates (Telefon) mit Kopfhörern empfangen. Der Antennenmast war allerdings 12 Meter hoch und stand die entsprechenden 120 m von der Empangsstation mit der Uhr entfernt.

1916

1921

1922 Firmenverkauf und Umwandlung der Eigentumsform

 Neue Firmenbezeichnung:

"Glashütter Feinmechanische Werkstätten G.m.b.H. Glashütte i. Sa."

Die Bildmarke der G.m.b.H.
Die Bildmarke der G.m.b.H.

1923 - eine erneute und dieses mal die letzte Veränderung in der Firmengeschichte

Die 1918 gegründete und seit Beginn der 1920er Jahre extrem stark expadierende  "Deutsche Präzisions-Uhrenfabrik Glashütte in Sachs. e. G. m. b. H." ("Präzision" o. auch "DPUG" genannt), kauft die "Glashütter Feinmechanischen Werkstätten G.m.b.H. auf und integriert sie in das, vom Generaldirektor Muschan aufgebaute Firmenkonglomerat der Präzision.

Der Redaktionsschluss der Nr. 50  der Fachzeitung muss wohl vor dem 07.12.1926 gelegen haben, denn zu diesem Datum  waren von der Girozentrale Sachsen, bereits die Uhrenfabrik Glashütte und die Uhren- Rohwerke-Fabrik Glashütte als Aktiengesellschaften gegründet worden. Es dürfte also davon auszugehen sein, dass das was von der ehemals Trappschen Firma an mobilen Inventar, noch übrig und für die beiden neuen Aktiengesellschaften verwertbar war, denselbigen durch die Girozentrale zugeschlagen wurde. Anders verhält es sich mit den Grundstücken und Gebäuden, die im Besitz der Girokasse Sachsen verlieben.

Damit endet 1926 die fast sechs Jahrzehte wärende Firmengeschichte der  von Gottlieb Weichholdt 1859 gegründeten und von seinem Schwiegersohn Ludwig Trapp fortgeführten  ehemaligen Glashütter Triebfabrik.

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen entsprechend ergänzt.

Literatur:

  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst vom 15. Aug. 1892        S. 295-296
  • Bericht des Aufsichtrates der Deutschen Uhrmacherschule über das Schuljahr 1892/93; Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst Nr. 23 v. 01. Dez. 1893 S. 466
  • 5. Beilage des "Allgemeinen Journals der Uhrmacherkunst" v.1. Nov. 1897 Nr. 21
  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst vom 1. Sept. 1902 S.198
  • 5. Beilage des "Allgemeinen Journals der Uhrmacherkunst" v. 15. August. 1909 Nr. 16
  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst v. 15. Sept. 1909 Nr.18 S.296
  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst v. 15. Sept. 1912  Nr. 18 S.300
  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst v. 1. Jan.1913 Nr. 1 Anzeigen
  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst v. 15. Jan.1916 Nr. 2 S. 20
  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst v. 8. Dez. 1921 Nr. 25 S. 490
  • Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst v. 18. Mai 1922 Nr. 14 S. 218
  • Die Uhrmacherkunst v. 10. Dez. 1926 Nr. 50 S. 968
  • A.H.-Verband "Saxonia"; Bericht für die Alten Herren der S.-V."Saxonia" an der Deutschen Uhrmacherschule zu Glashütte i. S.; Nr.31 Dezember 1926 S.36
  • Diebeners Uhrmacherkalender 1929 S.142
  • „Die Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie“ Autor Ing. Helmut Klemmer u. Edith Klemmer Fachzeitschrift: Uhren und Schmuck 1/1979 bis 4/1980
  • Lexikon der Deutschen Uhrenindustrie 1850 - 1980 Teil II: Firmenbeschreibungen S.432 ; Autor: Hans Heinrich Schmid; Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Chronometrie e. V.; ISBN 978-3-941539-99-0
  • Glashütte Sachsen - 1506 bis 2006 500 Jahre Stadtgeschichte, Autorengemeinschaft Eigenvertrieb Stadtverwaltung Glashütte ISBN: 3-937951-31-8

Aktualisiert 21.10.2017

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild mit Video hinterlegt

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