Feinmechanische Fabrik Otto Gössel & Co. 1918 - 1934

Firma Gössel & Aasland 1934 bis 1946

VEB Feintechnik Glashütte 1946 bis 1948

1951 Integration in den neu gegründeten

          VEB Mechanik Glashütter Uhrenbetriebe (GUB)

Eine erste Erwähnung von Otto Gössel als Fabrikant, findet sich im Dezember 1918.  [1] Am 9. November 1918 anlässlich der Gründungsversammlung der Deutschen Präzisions-Uhrenfabrik e. G. m. b. H Glashütt  i/Sa., fand er ein weiteres mal Erwähnung, wo er neben Bürgermeister Opitz und Uhrmacher Hugo Müller in den Vorstand der neu gegründeten Genossenschaft gewählt wird.

1920 findet sich am 27. März  sich die derzeit erste Erwähnung der Firma Gössel & Co.. Als Anteilseigner wurden genannt der Mechaniker Gössel und der Mechaniker Aasland. [2]

1921 - Otto Gössel (SPD) wir in den Stadtrat von Glashütte gewählt.

             Eine  Wiederwahl erfolgt 1924.

1922 findet sich im "Saxonia" Bericht zu Otto Gössel folgende Mitteilung:

 

Ende April 1928 wird zu den Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 50 jährigen Bestehen der Deutschen Uhrmacherschule in Glashütte eine Industrie-Ausstellung in Glashütte durchgeführt, zu der auch die "Feinmechanische Fabrik Otto Gössel & Co." (Inh. Otto Gössel und Thoralf Aasland) ihre Präzisionsartikel aus Dreherei und Fräserei zeigt.

 

Der genaue Zeitpunkt der Firmengründung bedarf noch der Recherche.

 

Firma Gössel & Aasland 1934 - 1945

Die Fabrik für feinmechanische und photographische Artikel ging im Jahr 1934 aus der Feinmechanische Fabrik Otto Gössel & Co hervor. Ob und inwieweit der Konkurs von Otto Gössel im Jahr 1929 damit in Zusammenhang, steht bedarf noch weiterer Recherchen. [3]

 

  • 1934 - "Handelsgerichtliche Eintragungen. 

           Firma Gössel & Aasland , Fabrik feinmechanischer und   

           photographischer Artikel, Glashütte i. Sa. Gesellschafter:

           Mechanikermeister Otto William Gössel und Uhrmacher

           Thoralf Bernhard Aasland."

Offensichtlich hat hier eine Neuausrichtung und Umstrukturierung der Firma stattgefunden, deren Hintergründe noch zu recherchieren sind.

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Glashütter Schiffsuhr mit schlingersicherem 8-Tage Federzugwerk

1948 taucht eine von der Firma „Mechanik Feintechnik Glashütte/Sa. VEB“ gefertigte Schiffsuhr mit einem 8-Tage Werk auf, welches unmöglich erst nach Kriegsende 1945 entwickelt worden sein konnte. Das mit den Insignien des dritten Reiches versehene Zifferblatt der hier gezeigten Uhr liefert mit dem vorgenanntem Werk den Beweis, dass es, wie vermutet eine Fertigung bereits vor 1945 gegeben hat. Das mechanische, schlingersichere 8-Tage Federzugwerk mit einem Werkdurchmesser von 108 mm, einer Bauhöhe von 40 mm, Schweizer Ankerhemmung und antimagnetischer Flachspirale ist in der Basisausführung mit 11 Steinen ausgestattet. Die Genauigkeit beträgt ± 1 min./Tag und lässt sich über einen Schieber auf der Zifferblattseite regulieren. Die Glashütter Firma „Feinmechanische Fabrik Otto Gössel & Co.", 1934 in „Gössel & Aasland“ umbenannt, wurde nach dem 1946 stattgefundenen Volksentscheid in Sachsen verstaatlicht. Der nun Volkseigene Betrieb Feintechnik Glashütte/Sa. wurde 1948 zu „Mechanik Feintechnik Glashütte/Sa. VEB“ " und 1951, wie alle, zur VVB Mechanik Dresden gehörenden Glashütter Betriebe der Uhren- und Feinmechanischen Industrie im neu gebildeten "VEB Glashütter Uhrenbetriebe" (GUB) zusammengeführt. Ein Beweis für die Güte des Werkes ist die Tatsache, dass ungeachtet der nach 1946 in der SBZ erfolgten Umstrukturierungen, Uhren mit diesem Werk kontinuierlich ab 1951 von den GUB nur leicht modifiziert noch bis weit in die zweite Hälfte der 1960er Jahre als Schiffsuhren Kaliber 404 in verschiedenen Modellausführungen gefertigt wurden.

1946  mit Beginn der Nachkriegszeit wurde die in der Sowjetischen Besatzungszone liegende Glashütter Firma Gössel & Aasland  unter Sequester gestellt, auf der Grundlage des 1946 durchgeführten Volksentscheides in Sachsen enteignet und in den VEB Feintechnik umgewandelt.

VEB Mechanik Feintechnik Glashütte 1948 - 1951

1948 wurden im Zuge des Aufbaues einer Zentral geleiteten Planwirtschaft mit der Bildung der Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) u.a. auch Betriebe der Glashütter Uhren- und Feinmechanischen Industrie, als weiterhin eigenständige juristische Personen, in der VVB Mechanik Dresden zusammengefasst.

Im Juli 1951 mit Gründung des VEB Glashütter Uhrenbetriebe wurde der Betrieb in die GUB integriert.

Das Produktionsprogramm enthielt u.a. die später von der GUB übernommene Schiffswanduhr Kal. 401.

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Literatur:

[1] Leipziger Uhrmacher-Zeitung Nr. 52 vom Dez. 1918 S. 293

[2] Die Uhrmacherwoche Nr.12/13 vom 27. März 1920 S. 133

[3] Aligemeines Journal der Uhrmacherkunst Nr. 2 vom 11. Jan. 1929 S. 43

  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung 1910 Nr. 8 S. 136
  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung 1919 Nr. 1 S. 9
  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung 1919 Nr. 13 S.97
  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung 1921 Nr. 33 S. 401
  • Deutsche Uhrmacher-Zeitung 1928 Nr.19 S.346-47
  • Monatsschrift "Feinmechanik Optik" Ausgabe 10/1957
  • Die Entwicklung der Glashütter Uhrenindustrie Teil 9; Autoren: Ing. Helmut Klemmer, Edit Klemmer; Fachzeitschrift: Uhren und Schmuck 3/1980 S. 90
  • Glashütter Armbanduhren II; Autor: Kurt Herkner; Herkner Verlags GmbH; ISBN 3-924211-06-X
  • Fritz von Osterhausen; Das große Uhrenlexikon; Heel Verlag GmbH, Königswinter; ISBN: 3-89880-430-5
  • 20. 4. 48 Bestätigung der SMAD über das Erlassen verbindlicher Verordnungen und Anordnungen    durch die Deutsche Wirtschaftskommission
  • 27. 4. 48 Anordnung über das Inkrafttreten von Verordnungen und Anordnungen der Deutschen Wirtschaftskommission
  • 27.4. 48 Anordnung über das Inkrafttreten von Verordnungen und Anordnungen der Deutschen Wirtschaftskommission
  • 17. 4. 48 Befehl der SMAD Nr. 64 über die Beendigung der Sequester­verfahren in der sowjetischen  Besatzungszone  Deutschlands 
  • 28. 4. 48 Erste Verordnung zur Ausführung des Befehls Nr. 64 (Richtlinien Nr. 1)        
  • 28. 4. Zweite   Verordnung zur Ausführung des Befehls Nr. 64 (Richtlinien Nr. 2 Verwertung betrieblichen Vermögens)
  • 23. 4. 48 Befehl der SMAD Nr. 76 über die Bestätigung der Grundlagen für die Vereinigungen und Betriebe, die das Eigentum des Volkes darstellen, und Instruktionen über das Verfahren der juristischen Eintragung
  • 5. 5. 48 Beschluß über die Funktionen des Ausschusses zum Schutz   des Volkseigentums
  • 5. 5. 48 Anordnung  zur Durchführung der Neuorganisation der volkseigenen Betriebe
  • 5. 5. 48 Beschluß über die Handhabung des Rechts der Deutschen Wirtschaftskommission
    zur Bestätigung der Direktoren der Vereinigungen volks­eigener Betriebe unter zonaler Verwaltung

Aktualisiert 21.10.2017

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild mit Video hinterlegt

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