1877-1879 - Glashütter Rechenmaschinenfabrik Curt Dietzschold

Kurt Dietzschold (gelegentlich auch "Curt" geschrieben)
Kurt Dietzschold (gelegentlich auch "Curt" geschrieben)

"Kurt Dietzschold wurde als Sohn eines kgl. sächs. Eisenbahn-beamten in Dresden am 25. März 1852 geboren. Nach Absolvierung der Oberrealschule studierte er in Aachen Maschinenwesen. Nach- dem er an der Technischen Hoch- schule in Karlsruhe das Studium beendete, erlanget er 1875 durch Reifeprüfung das Diplom als Maschinen-Ingeneur. 1876 war Dietzschold in der Schiffsbau-anstalt Schick in Dresden tätig und gründete 1877 in Glashütte eine Rechenmaschinen- und Uhrenfabrik, in welcher Rechen-maschinen, allerlei Meß- instrumente, Geschwindigkeitsmesser nach eigenem System, ferner Sekunden-Regulatoren ausgeführt wurden." [1]

Moritz Großmann spricht 1880 in Bezug auf Dietzschold von einer Glashütter Rechenmaschinenfabrik  und bemerkt dazu im gleichen Artikel zur Dietzschold'schen Rechenmaschine folgendes: "Die Rechenmaschine an sich wird jedem tüchtigen Uhrmacher ein Gegenstand grossen Interesses sein müssen, da die technische Herstellung derselben eine Art Mittelstufe zwischen Feinmechanik und Uhrmacherei bildet und in derselben sehr eingenthümliche mechanische Ideen verkörpert sind."[2]

In einer anderen Quelle heisst es 1910 dazu: "Im Jahr 1877 kam der Ingeneur Dietzschold nach Glashütte, um eine von ihm konstruierte Rechenmachine ausführen zu lassen. Dietzschold wurde später Mitinhaber der Firma Strasser & Rhode, und es wurde die erste Rechenmaschine in Glashütte gebaut." [3]

Dietzschold äußert sich dazu 1881 öffentlich wie folgt: "Von Mitte 1877 bis Mitte 1879 habe ich eine Anzahl Rechenmaschinen in Glashütte i/S. gebaut. Dieselben haben ihrem Verbreitungskreis nach nicht im Entferntesten die Bedeutung, welche die T h o m a s' sche Rechenmaschine hat, trotzdem sind sie durch die Idee, welche ihnen zu Grunde liegt, interessant und mögen hier in ihrer Hauptsache (Schaltwerk und Zehnerübertragung) vorgeführte werden." [4]

[3] Rechenmaschine "System Dietzschold"
[3] Rechenmaschine "System Dietzschold"
Die Rechenmaschine
von K. Dietzschold AJU 1881.pdf
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Im Jahr 1879 suchte die österreichische Regierung einen neuen Leiter für die Uhrmacherschule Karlstein. Von der Regierung zu Rate gezogen schlug der Professor der technischen Hochschule in Wien, Leopold Ritter zu Hauffe, auf Empfehlung von Moritz Großmann, den jungen Ingenieur und Fabrikanten Karl Dietzschold aus Glashütte für diesen Posten vor. Am 15. August 1879 wurde Curt Dietzschold dann zum Direktor der k. k. Uhrmacher-Fachschule in Karlstein, Nieder- österreich berufen. [5], [1] Curt Dietschold starb völlig erblindet am 05. Mai 1922 in Karlsfeld. [6]

1879 geht die Dietzschhold'sche Glashütter Rechenmaschinenfabrik in den Besitz des ehemaligen Studienkollegen von Kurt Dietzschold, Arthur Burkhardt, über. [2]

Literatur:

[1] Leipziger Uhrmacher-Zeitung, Nr. 03 vom 01. Febr. 1906, S. 42

[2] Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst, Nr. 02 vom 10. Januar 1880,      S. 15/16

[3] Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst, Nr. 08 vom 15. April 1910,

     S. 115

[4] Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst, Nr. 15 vom 09. April 1881,

     S. 116-118

[5] Deutsche Uhrmacher-Zeitung, Nr. 25 vom 16. Juni 1922, S. 335

[6] Deutsche Uhrmacher-Zeitung, Nr. 21 vom 19. Mai 1922, S. 280

Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.

Aktualisiert 25.06.2017

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild  mit Video hinterlegt
Deutsches Uhrenmuseum Glashütte - Das Bild mit Video hinterlegt

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